Landtag

Wenn kein Bus kommt: Gerade auf dem Land ist die Mobilität von Menschen ohne Auto oft sehr eingeschränkt. (Foto: dpa)

14.09.2016

Ohne Auto abgehängt

Die Grünen wollen eine "Mobilitätsgarantie" für ganz Bayern: Alle Gemeinden sollen an Werktagen von 5.00 Uhr morgens bis Mitternacht mindestens stündlich an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sein

Die Landtags-Grünen wollen überall in Bayern - auch auf dem Land - stündliche Bahn- und Busverbindungen garantieren. Das kündigte Fraktionschef Ludwig Hartmann zum Auftakt der Herbstklausur der Fraktion im unterfränkischen Johannesberg an. Wo die Nachfrage nicht groß genug ist, soll es Ruftaxis geben. Hartmann sprach von einer "ganz entscheidenden Aufgabe für die Politik". Die Mobilität müsse eine kommunale Pflichtaufgabe sein.

In dünn besiedelten ländlichen Räumen sei der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) "meist völlig unzureichend", heißt es in einem Positionspapier, das die Fraktion auf der Klausur beschließen will. "Menschen, die keinen Führerschein besitzen oder sich kein eigenes Auto leisten können oder wollen, sind aufgrund des unzureichenden ÖPNV-Angebots in ihrer Mobilität erheblich eingeschränkt", kritisieren die Grünen.

Ihr langfristiges Ziel ist "eine Mobilitätsgarantie für Bayern": "Alle Orte im Land sollen an allen Wochentagen von fünf Uhr morgens bis Mitternacht mindestens stündlich angebunden sein" - so lautet die zentrale Forderung. "So wollen wir erreichen, dass alles Notwendige, vom Arzt- bis zum Theaterbesuch, vom Arbeitsweg bis zum Behördengang auch ohne Auto gut erledigt werden kann." Wo regelmäßige Busverbindungen nicht machbar sind, schlagen die Grünen Ruf- oder Bürgerbusse vor, die jeweils auf Anforderung fahren sollen.

Mobilität als kommunale Pflichtaufgabe

"Es geht nicht darum, dass ein leerer Bus durchs Land fährt", betonte Hartmann. Es müsse nicht überall stündlich ein Linienbus fahren. "Aber wir wollen den Menschen auf dem Land ein Angebot machen", sagte er. "Das kann dann am Ende auch ein Ruftaxi oder ein Rufbus sein."

Hartmann verwies auf die Ergebnisse einer Studie im Auftrag der Grünen-Fraktion: 97 Prozent der Befragten gaben an, gerne auf dem Land zu leben. Lediglich ein Viertel kann sich den Umzug in eine Stadt mit mehr als 50 000 Einwohnern vorstellen. Größer ist dieser Anteil (43 Prozent) vor allem unter Hochschulabsolventen.

Bemängelt wird demnach insbesondere das ÖPNV-Angebot. Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit den Bus- und Bahnverbindungen in ihrem Wohnort sagten 45 Prozent der Befragten, sie seien damit voll und ganz beziehungsweise eher zufrieden. Genau so viele (44 Prozent) gaben aber an, sie seien mit den örtlichen Bus- und Bahnverbindungen eher nicht beziehungsweise überhaupt nicht zufrieden. (dpa)

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