Landtag

Bayerischer Rundfunk sorgt mit seiner Volksmusik-Programmierung für Ärger. (Foto: dpa)

02.02.2016

Volksmusikaufstand bei den Freien Wählern

Ab Pfingsten laufen auf dem Radiosender Bayern 1 keine Volksmusiksendungen mehr - Piazolo droht mit Unterschriftenaktion

Der Radiosender Bayern 1 streicht die Volksmusik aus seinem Programm. "Ab Pfingsten ziehen die Volksmusiksendungen, die bisher auf Bayern 1 laufen, dann komplett zu "BR Heimat"", teilte der Bayerische Rundfunk mit. "Das Gleiche gilt für die BR-Blasmusik." Wer künftig im Bayerischen Rundfunk noch Volksmusik hören will, muss also auf die Digitalwelle "BR Heimat" ausweichen.  Mit dem Schritt will der BR "die vorhandenen Formatbrüche (Volksmusik neben Pop- und Rockmusik) auf Bayern 1" beseitigen. "BR Heimat" ist nach Angaben des Senders mit rund 110 000 Hörern in Bayern die erfolgreichste Digitalwelle des Bayerischen Rundfunks.

Piazolo: "Der BR läuft Gefahr, nach den Klassikfans eine weitere wichtige Hörerschaft zu verlieren"

Heftige Kritik kommt von den Freien Wählern. Michael Piazolo, Vorsitzender des Landtags-Kulturausschusses und medienpolitischer Sprecher der Fraktion fordert, die Volksmusik müsse auch weiterhin auf dem für jedermann zugänglichen Kanal zu hören sein, sonst werde die eigentliche Zielgruppe abgehängt. Der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sei es, ein Angebot für alle Hörer bereitzustellen. "Wir Freie Wähler werden daher gegebenenfalls eine Unterschriftensammlung starten." Der BR laufe Gefahr, nach den Klassikfans eine weitere wichtige Hörerschaft zu verlieren. Das Streichen der Volksmusik auf Bayern 1 ist nämlich nicht die erste Neuerung im BR-Radioprogramm, die Aufsehen erregt: Im Jahr 2014 beschlossen die Senderverantwortlichen einen umstrittenen Wellentausch zwischen "BR-Klassik" und dem BR-Jugendradio "Puls". Demnach wird die UKW-Frequenz des Klassiksenders ab dem Jahr 2018 dem Jugendsender zur Verfügung gestellt. "BR-Klassik" wird dann nur noch über Digitalradio (DAB+), Kabel, Satellit und Internet zu empfangen sein. Der Entscheidung waren kontroverse Diskussionen vorangegangen. Am Bayerischen Verfassungsgerichtshof ist eine Popularklage gegen den Wellentausch anhängig.
 
Unterstützung für seine Initiative bekommt Piazolo vom Fraktionskollegen Florian Streibl, Parlamentarischer Geschäftsführer: "Die Volksmusik ist Ausdruck der regionalen Verbundenheit und unverzichtbarer Teil unserer bayerischen Kultur. Sie sollte daher auf Bayern 1 weiterhin für alle zu hören sein." Heimatminister Markus Söder (CSU) legt dem Sender ebenfalls nahe, seine bayerische Identität besser zu pflegen. "Der BR soll der Bayerische Rundfunk bleiben und nicht zu einem WDR 2 oder WDR 4 werden." Söder empfahl, die Heimatwelle auch analog auszustrahlen, damit nicht ein Teil der Radiohörer auf die Volksmusik verzichten muss. "Ich hätte es schön gefunden, wenn Bayern 1 auch Heimat der Volksmusik bleiben würde." (BSZ/dpa) Anmerkung der Redaktion: Der Text wurde akualisiert

Kommentare (3)

  1. Idadsmacha am 04.02.2016
    Ich versteh die Aufregung ned, BR Heimat sendet 24 Std Volksmusik, und wenn die Anschaffung eines Digitalradios das Problem sein soll, dann frag ich mich, wie die alle Fernsehn schaugn, wo's des analoge TV schon seit a paar Jahr nimmer gibt. Haben's da auch Probleme?
  2. AboarischaBua am 03.02.2016
    Wenn lauter laare Hosn und daherglafane Mandschgerl oschaffn ko ja nix gscheids aussekimma.
  3. Miiich am 03.02.2016
    Jetzt haben sie es endlich geschafft....den schriftdeutschen Rundfunk...frei von jeder bayrischen Identität.
    Kein fränkischer, schwäbischer oder gar altbirischer Sprachbrocken mehr im Autoradio.....herrlich gesamtdeutscher Einheitsbrei überall. :-((
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