Politik

Die spanische Flagge auf dem Gelände der spanischen Botschaft in Berlin weht auf halbmast. (Foto: dpa)

18.08.2017

Seehofer nennt Terroranschläge 'feige'

Nach den Attacken in Spanien fährt die CSU den Wahlkampf zurück

Ministerpräsident Horst Seehofer hat die islamistische Bluttat von Barcelona und die vereitelte Attacke im Badeort Cambrils als «feige Terroranschläge» bezeichnet. «Dieser barbarische Akt in einer so lebensfrohen europäischen Stadt wie Barcelona war ein weiterer Angriff auf ganz Europa und die gesamte freie westliche Welt», sagte der CSU-Chef am Freitag laut Mitteilung.

Bei dem islamistischen Anschlag mit einem Lieferwagen in Barcelona waren am Donnerstag mindestens 13 Menschen getötet worden. In der rund 100 Kilometer südwestlich der katalanischen Metropole gelegenen Touristenhochburg Cambrils erschossen die Einsatzkräfte in der Nacht zu Freitag fünf mutmaßliche Terroristen. Auf der Flucht der Verdächtigen wurden sieben Menschen verletzt. Eine Frau starb.

«Wir alle trauern um die unschuldigen Menschen, die ihr Leben verloren haben», sagte Seehofer. Die Gedanken und Gebete seien bei den Angehörigen, die Menschen verloren hätten oder in Sorge seien. Für Freitag ordnete er Trauerbeflaggung an allen staatlichen Dienstgebäuden in Bayern an. Die Gemeinden, Landkreise und Bezirke sowie die übrigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts wurden gebeten, in gleicher Weise zu verfahren.

Nach den Terrorattacken fährt die CSU auch den Wahlkampf etwas zurück. Den Wahlkämpfern werde empfohlen, bei Veranstaltungen am Wochenende auf Musik zu verzichten und eine Schweigeminute abzuhalten, sagte ein Sprecher am Freitag in München. Das habe Seehofer mit der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel vereinbart.

Trauerbeflaggung an allen staatlichen Dienstgebäuden

Im Namen des Bayerischen Landtags drückt auch Landtagspräsidentin Barbara Stamm ihr Entsetzen über die schrecklichen Anschlägen in den katalonischen Städten Barcelona und Cambrils aus. «Diese Nachricht hat bei mir persönlich große Betroffenheit ausgelöst.» «In diesen schweren Zeiten dürfen wir niemals müde werden, weiterhin auf allen Ebenen und insbesondere im politischen und parlamentarischen Raum zu betonen: Wir werden es nicht zulassen, dass Hass und Fanatismus das friedliche Zusammenleben der Menschen zerstören, dass Barbarei und Terror weltweit Angst und Schrecken verbreiten.»

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat dem Erzbischof von Barcelona nach dem Anschlag sein Mitgefühl ausgedrückt. Seine Gedanken seien bei den Opfern der Gewalt und ihren Angehörigen, heißt es in seinem Kondolenz-Schreiben an Kardinal Juan José Omella Omella, wie die Deutsche Bischofskonferenz am Freitag in Bonn mitteilte.

Die Brutalität der Anschläge entsetze ihn. «Dass die Terroristen im Namen der Religion «Ungläubige» töten, ist unerträglich», schreibt der Erzbischof von München und Freising weiter. Christen seien in diesen Zeiten herausgefordert, «destruktiven Ideologien entgegenzutreten und für Menschenwürde und Solidarität einzustehen». (BSZ/dpa)

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Kommentare (1)

  1. bayer am 16.08.2012
    Provokante Frage! Ist es so schlimm, wenn das Ende des sozialen Wohnungsbaues naht? Antwort: Es kommt darauf an! Der soziale Wohungsbau hat sich seit Anbeginn als Mangelverwaltung dargestellt. Zu hohen Produktionskosten wurden von staatlichen oder staatsnahen Einrichtungen gebaut und sicherten deren Forbestand. Die Wohnungsvergabe ist ein ineffizienter bürokratishcer Vorgang, der noch dazu seit Anbeginn der Einflussnahme von (Kommunal)Politikern ausgesetzt ist. Wer die besten Beziehungen hat, bekommt eine Wohnung. Zweifellos ist Wohnen ein kostbares Gut, das nicht grenzenlos einem entfesselten Kapitalismus überlassen werden darf. Andernfalls muss es aber auch im Haushaltsbudget eine entsprechende Wertigkeit zu anderen Gütern wie Auto und Reisen finden. Sind Mieter bereit, sich so zu verhalten und auch mit der Mietsache pfleglich umzugehen, haben Vermieter die Aussicht auf eine stabile Rendite, so werden Investitionen in den Wohnungsbau getätigt werden. Daran mangelte es in den vergangenen Jahren. Das Instrument der Werkswohnung wurde auch aus diesen Gründen aufgegeben. Kommunen könnten den Bau von Genossenschaftswohnungen fördern, was sie aber häufig unterlassen.

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