Politik

Die Kirche kassierte bei der Flüchtlingsunterbringung die ortsübliche Miete. Jetzt verlangt das Bistum in München zehn Prozent weniger. (Foto: dpa)

11.11.2015

Kirchen kassieren weniger für Flüchtlingsunterbringung

Söder appellierte an die katholische und evangelische Kirche in Bayern: Jetzt rudert das Bistum in München zurück - ein bisschen: Es gibt zehn Prozent Rabatt

Wer geglaubt hatte, die Kirche stellt leerstehende Gebäude für die Unterbringung von Flüchtlingen kostenlos zur Verfügung, sah sich getäuscht. Denn sie kassiert die ortsübliche Miete. Jetzt rudert das Bistum in München zurück - ein bisschen: Es gibt zehn Prozent Rabatt.

Nach Kritik an seinem Finanzgebaren bei den Kosten für die Flüchtlingsunterbringung reagiert zumindest das Erzbistum München und Freising mit billigeren Mietpreisen. Bei allen neuen Verträgen soll der Miet- oder Pachtzins zehn Prozent unter der ortsüblichen Miete liegen, wie das Erzbischöfliche Ordinariat am Mittwoch mitteilte. Zudem solle ein Großteil der Mieteinnahmen der Flüchtlingsarbeit zugutekommen. Im "Münchner Merkur" (Mittwoch) appellierte Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) an die Kirchen, Gebäude möglichst kostenlos für Migranten zur Verfügung zu stellen.

Bereits in der Vergangenheit habe die Miete für kirchliche Objekte zur Flüchtlingsunterbringung in vielen Fällen unter dem ortsüblichen Preis gelegen, teilte das Ordinariat weiter mit. Einzelne Objekte, etwa ein ehemaliges Studentenwohnheim in München, würden sogar kostenlos zur Verfügung gestellt.
Generalvikar Peter Beer räumte im Interview im "Münchner Merkur" aber ein, dass einzelne Pfarreien mehr als die ortsübliche Miete einforderten. Am Wochenende war bekanntgeworden, dass die katholischen Bistümer Geld vom Staat kassieren, wenn sie Migranten in kirchlichen Häusern einquartieren.

Söder: "Barmherzigkeit braucht keine Miete"

Auch die evangelische Kirche in Bayern verlangt für die Unterbringung von Flüchtlingen in ihren Häusern Geld. "In der Regel übernehmen die Kommunen die ortsübliche Miete", zitiert die Zeitung einen Kirchensprecher, der aber hinzufügte: "Wir wollen damit kein Geld verdienen."

Finanzminister Söder bat katholische und evangelische Kirche in Bayern, mehr in die Unterbringung von Flüchtlingen zu investieren. "Am besten wäre keine oder eine geringere Miete dafür", sagte er der Zeitung. "Barmherzigkeit braucht keine Miete." Söder verwies darauf, dass die beiden großen Konfessionen heuer deutlich höhere Einnahmen aus der Kirchensteuer verbuchen könnten. (dpa)

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