Politik

31.01.2014

Sorglos surfen: Das kann böse enden

Bayern rüstet auf gegen Internetkriminalität - Cyber-Experten der Polizei räumen dennoch ein: "Nichts ist sicher"

Eigentlich sollte das Internet unser Leben einfacher machen. Online-Banking, Shoppen im Netz, Kontaktpflege via Facebook – all das ist ja deshalb so beliebt, weil es faul auf dem heimischen Sofa erledigt werden kann. Gedanken über Cyber-Kriminelle, die E-Mail-Konten ausspähen passen nicht ins Bild der schönen neuen Online-Welt.
Betrüger nutzen diese Sorglosigkeit der User. In Bayern wuchs die Zahl der Internetstraftaten im Jahr 2013 um über 10 Prozent auf insgesamt 24 292 Fälle. Aufgeklärt wurden knapp 43 Prozent. Besonders beliebt bei Kriminellen: Warenbetrug – also bestellte und bereits bezahlte Waren nicht zu verschicken –, Beleidigungen im Netz und Computersabotage.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) warnte diese Woche auch vor Betrügereien beim Online-Banking und Abzocktricks mittels Ransomware: Dabei wird Usern vorgegaukelt, sie hätten kostenpflichtige oder strafbare Seiten aufgerufen und müssten deshalb zahlen. Betroffen sind Privatleute wie Unternehmen.

Auch der LKA-Präsident shoppt online


Für Bayern, das gern auf seine im Bundesvergleich guten Daten zur Inneren Sicherheit verweist, ist der Anstieg der Cyber-Kriminalität besonders schmerzlich. Weshalb in der Vergangenheit immer wieder toll klingende Aktionen erfolgten: die Installation von Cybercops etwa (im Jahr 2012), eine Cybersicherheitsstrategie, ein Cyber-Allianz-Zentrum (2013). Kürzlich avancierte Finanzminister Markus Söder (CSU) zum Chief Information Officer des Freistaats; er ist damit neben Breitbandausbau auch zuständig für die Datensicherheit. Jetzt stellte Innenminister Herrmann das neue Cyber-Kompetenzzentrum im Landeskriminalamt (LKA) vor und kündigte eine Verdopplung der Cybercops im Freistaat an. Herrmann betonte: „Das digitale Bayern muss eine sichere Heimat bleiben.“

Passwort-Tresore im PC: ein Must


Doch so gut das auch klingt: Zunächst mal sind Bürger und Unternehmen selbst gefragt, wenn es um Sicherheit im Netz geht. Was nützt der beste Cybercop, wenn ein E-Mail-Account erst mal gehackt und sensible Daten geklaut wurden? LKA-Präsident Peter Dathe und seine Mitarbeiter empfehlen deshalb die eher unbequeme Art der Internet-Nutzung: mit unterschiedlichen Passwörtern für unterschiedliche Anwendungen, Passwort-Tresoren im PC, Zurückhaltung bei der Facebook-Nutzung und speziellen Lesegeräten beim Online-Banking.
Er selbst kaufe gern im Internet ein, so Dathe zur Staatszeitung, auch die Vorzüge des Online-Banking nimmt er in Anspruch. Allerdings nur unter Beachtung der neuesten Sicherheitsstandards. Darauf müsse man unbedingt achten, unterstreicht Günter Seibold, Leiter des Cybercrime-Dezernats im LKA. Denn Betrüger machten Internetschlupflöcher hurtig ausfindig. Seibolds traurige Erfahrung: „Es gibt nichts, was sicher ist.“
(Waltraud Taschner)

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