Wirtschaft

Franziska Horner (l.) und Gesa Reese vom PR-Team rühren noch einmal die Werbetrommel für den 6. Bayreuther Ökonomiekongress. (Foto: Fuchs)

02.05.2014

Innovationen schaffen – Werte bewahren

Ökonomiekongress: „Davos in Bayreuth“ lockt 1500 Führungskräfte auf den Campus

Endspurt in der Vorbereitung auf den 6. Bayreuther Ökonomiekongress: Franziska Horner und Gesa Reese vom PR-Team sitzen inmitten von Kartons mit Flyern, Stapeln von Magazinen und Plakaten. Alles Werbung für die Großveranstaltung, die am 15. und 16. Mai einmal mehr 1500 Besucher auf den Campus der Universität Bayreuth locken wird.

Damit gilt der Bayreuther Ökonomiekongress als eine der größten Wirtschaftskonferenzen universitären Ursprungs in Europa. Das Manager-Magazin hatte in Anlehnung an das Weltwirtschaftsforum sogar von „Davos in Bayreuth“ geschrieben. Für einen derartigen Kongress macht es natürlich schon Spaß, tätig zu werden und so ist es kein Wunder, dass an die 100 Studenten für die ehrenamtliche Vorbereitung gewonnen werden konnten. 30 davon gehören zur Kernmannschaft, so wie Franziska Horner und Gesa Reese. Franziska Horner kommt aus Stuttgart, hat dort ihren Bachelor gemacht und ist erst im zurückliegenden Oktober nach Bayreuth gekommen, um hier mit dem Master ihr BWL-Studium abzuschließen. Gesa Reese kommt aus Hannover, ist bereits seit zweieinhalb Jahren in Bayreuth, studiert Internationale Wirtschaft und macht gerade ihren Bachelor.
Unter dem Motto „Unternehmen Zukunft – Innovationen schaffen, Werte bewahren“ werden die Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht von den Linken, der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber, Audi-Vorstandschef Rupert Stadler und Claus-Dietrich Lahrs, Vorstandsvorsitzender der Hugo-Boss AG und eine ganze Reihe weiterer hochkarätiger Referenten dem Auditorium diesmal ihre unterschiedlichen Standpunkte erläutern. Das Vorbereitungsteam habe die Referenten ausgewählt, über die jeweiligen Webseiten ausfindig gemacht und dann ganz einfach angeschrieben, versichert Gesa Reese. „Vitamin B“ sei dazu nicht notwendig gewesen. Wenn es auch die eine oder andere Absage gegeben habe, so hätten die meisten doch spontan ihre Zusage erklärt, schließlich genieße der Bayreuther Ökonomiekongress bereits einen ausgezeichneten Ruf.
Der Kongress findet seit 2009 jährlich auf dem Campus der Universität Bayreuth statt. Organisiert wird er ehrenamtlich von Bayreuther Studenten. Ins Leben gerufen wurde der Kongress damals vom Lehrstuhl Marketing der Universität Bayreuth. Ziel war von Anfang an der Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik über ökonomische und gesellschaftliche Fragen. „Wir sprechen Professionals aus Wirtschaft und Politik genauso an, wie Studenten“, sagt Franziska Horner.

„Der Crash ist die Lösung“

Die Teilnehmerregistrierung beginnt am 15. Mai ab 8 Uhr. Nach der Begrüßung durch Kongresspräsident Rolf Uwe Fülbier werden Universitätspräsident Stefan Leible, Bayreuths Oberbürgermeisterin Brigitte Merk und Albert Klein, Sprecher der Geschäftsführung des Baur Versandes Grußworte sprechen. Der Baur-Versand ist Hauptsponsor des 6. Ökonomiekongresses. Die Eröffnungsrede zum Thema „Innovationen schaffen, Werte bewahren“ hält danach Wolfgang Huber, Mitglied des Deutschen Ethikrats und ehemaliger Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Weitere Redner des ersten Kongresstages sind unter anderem Business-Querdenker und Bestseller-Autor Peter Kreuz, der ehemalige Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft Hans-Jörg Bullinger, Hugo-Boss-Vorstandsvorsitzender Claus-Dietrich Lahrs und Familienwerte-Geschäftsführer Rolf Müller.
Daneben werden die beiden Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich ihr genau an diesem Tag erscheinendes Buch mit dem Titel Der Crash ist die Lösung vorstellen. Thematisiert werden darin „der finale Kollaps der Finanzsysteme sowie die individuelle Vermögenssicherung“. Alle vergangenen sowie aktuellen Maßnahmen zur Banken-, Länder- sowie Eurorettung laufen nach Ansicht der Autoren auf volkswirtschaftliche Schadensmaximierung und den Staatsbankrott Deutschlands hinaus. Es stelle sich derzeit längst nicht mehr die Frage, ob der Crash kommt – sondern lediglich wann. Die beiden Autoren wollen in ihrem neuen Werk abermals die Finanzindustrie entlarven und Möglichkeiten zur persönlichen Vermögenssicherung sowie alternative Wirtschaftssysteme aufzeigen.
Nach einem Weißwurstfrühstück am zweiten Veranstaltungstag ab 8 Uhr sprechen unter anderem Carsten Kratz von der Boston Consulting Group, Otto-Bereichsvorstand Petra Scharner-Wolff, Albert Klein von der Baur-Geschäftsführung und Personalberater Jörg Herrmann. An der Podiumsdiskussion Freitagnachmittag wird unter anderem Sahra Wagenknecht, die stellvertretende Vorsitzende und wirtschaftspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag teilnehmen. Moderator ist der Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks Sigmund Gottlieb, ehe um 16.45 Uhr Audi-Vorstandsvorsitzender Rupert Stadler über „Individuelle Mobilität der Zukunft aus Sicht der Premiummarke Audi“ sprechen wird.
Anmeldungen für den Kongress in Bayreuth sind noch jederzeit möglich, allerdings sollte dies schnell geschehen, denn aufgrund des Fassungsvermögens des Audimax und der anderen Räumlichkeiten müssen die Veranstalter die Liste vermutlich schon bald schließen. Die Kosten pro Person betragen für Normalzahler für beide Tage 350 Euro inklusive aller Essen, Snacks und Getränke. Studenten müssen 59 Euro berappen. Am Abend des ersten Veranstaltungstags (15. Mai) findet ab 19.30 Uhr außerdem ein Networking-Dinner im „Ökonomiekongress Palazzo“ statt.
Dort sollen die gewonnen Erkenntnisse vertieft und die gewonnenen Kontakte zu anderen Gästen bei Wein und Bier sowie kulinarischen Köstlichkeiten gepflegt werden. Zur Teilnahme am „Palazzo“ ist allerdings auch eine gesonderte Anmeldung erforderlich. Das Ticket für diese exklusive Abendveranstaltung kostet separat 59 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Der gesamte Kongress wird im Wesentlichen über die Einnahmen sowie über Sponsorengelder finanziert. (Stephan Herbert Fuchs)

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