Bauen

Das neue Kleinteilelager in Altdorf bei Nürnberg ist das größte Bauvorhaben in der Geschichte des Unternehmens E-T-A. (Foto: E-T-A)

21.11.2023

Bauen für die Zukunft

Weltmarktführer E-T-A baut klimaneutrales Kleinteilelager in Altdorf

Vorbildliche Energieeffizienz, umfassende Begrünungen und großflächige Photovoltaikmodule – all das und noch vieles mehr findet sich beim neuen Kleinteilelager (KTL) von E-T-A Elektrotechnische Apparate GmbH in Altdorf bei Nürnberg. Der Weltmarktführer für Geräteschutzschalter und Sicherungsautomaten gab im Dezember 2021 mit dem ersten Spatenstich den Startschuss für das bis dahin größte Bauvorhaben in der Geschichte des Unternehmens. Im Juni 2023, zum 75-jährigen E-T-A Jubiläum, erfolgte die offizielle Einweihung. Auf einer Grundfläche von über 14 000 Quadratmetern entstand eine neue Logistik-Drehscheibe für E-T-A weltweit – von den ankommenden Rohstoffen bis zu den auslieferbaren Produkten. 

Im KTL befindet sich eine automatisierte Hochregalanlage mit einer Lagerflächengröße von mehr als zwei Fußballfeldern. Das Behälter-Shuttle-Lager bietet eine Stellplatzkapazität für etwa 90 000 Behälter, das Palettenregal hat etwa 4000 Stellplätze. Das Shuttle-Regal besteht aus 49 Ebenen mit einer verbindenden Fördertechnik, auf denen Shuttle-Fahrzeuge sprinten und die benötigten Waren zu den entsprechenden Plätzen bringen. Zu Beginn sind 26 Fahrzeuge im Einsatz, je nach Leistungsanforderung kann E-T-A noch weitere Shuttles hinzufügen.

Das ganzheitliche und leistungsfähige Lagersystem wird durch eine moderne Warehouse-Management-Software gesteuert. Die ebenfalls integrierten, großzügigen Büroräume nutzen unter anderem die Mitarbeitenden der Abteilungen Logistik, Einkauf und Qualitätsmanagement. 

Modernes Innenleben

„Wir nehmen den Klimaschutz als Generationenprojekt sehr ernst“, erklärt Geschäftsleitungsmitglied Clifford Sell. „Deshalb haben wir uns selbst dazu verpflichtet, unsere Energieeffizienz zu optimieren und Ressourcen zu schonen. Die Erweiterung des Standorts Altdorf durch unser Kleinteilelager ist dabei ein wichtiger Meilenstein auf den Weg zur CO2-Neutralität von E-T-A.“

Das KTL als Industriegebäude wurde nach dem Effizienzstandard 55 errichtet, der im Wohnbau bereits etabliert ist. Damit hat das Gebäude einen besonders niedrigen Energieverbrauch: Es verbraucht nur 55 Prozent der Energie, die laut dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) für Neubauten vorgegeben ist. Bei der Gebäudehülle legte E-T-A besonderen Wert auf die Verwendung ökologischer Materialien.

Auch die Entsorgungs- und Recyclingeigenschaften spielten eine entscheidende Rolle bei der Auswahl der Bauteile. Photovoltaik-anlagen sind ein wichtiger Bestandteil der Energiewirtschaft des KTL. So ist ein Großteil der Dachfläche des Hochregallagers mit den entsprechenden Modulen belegt. Da die südliche Fassadenfläche des Lagers keine Fenster zur Belichtung benötigt, sind hier ebenfalls blendfreie Fassadenphotovoltaikmodule integriert. Die Photovoltaikanlage generiert über 100 Prozent des Bedarfs des Lagers und der Büroräume. Dadurch leistet sie einen innovativen Beitrag zur Energieeffizienz des gesamten Firmensitzes. 

Um die Aufenthaltsqualität für die Mitarbeitenden am Standort weiter zu erhöhen, setzte E-T-A umfangreiche Begrünungskonzepte auf 3500 Quadratmetern um. Grüne Pflanzenvorhänge, Fassadenbegrünungen und ein bepflanztes Dach mit integrierter Dachterrasse sorgen für Erholung und schaffen gleichzeitig neue Plätze für Besprechungen. Zudem entstanden neue Lebensräume für Insekten und Vögel, die sich bereits kurz nach der ersten Bepflanzung auf dem Dach tummelten. Die Grünräume liefern auch einen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität sowie zur Kühlung des Gebäudes.

Ein besonderes Highlight befindet sich derzeit noch in der Konzeption und wird voraussichtlich 2025 fertiggestellt: eine eigene Außenkletterwand an der Nordwestecke des Hochregallagers. „Die Kletterwand repräsentiert auch unsere Firmenphilosophie. Wir sehen unsere Aufgabe im Schutz von Leben und Werten. Doch wir übernehmen auch darüber hinaus gesellschaftliche Verantwortung und wollen hier eine soziale Begegnungsstätte schaffen“, sagt Sell. „Dazu stehen wir im Austausch mit dem Ortsverband des deutschen Alpenverein DAV, mit dem wir gemeinsam die Kletterwand betreiben wollen.“ 

E-T-A ist laut einer Erhebung der Universität St. Gallen Weltmarktführer im Bereich Geräteschutzschalter und Sicherungsautomaten. Im Geschäftsjahr 2022 erzielte das Unternehmen einen Gruppenumsatz von 158 Millionen Euro. Heute beschäftigt E-T-A in über 60 Ländern mehr als 1400 Mitarbeitende. Vier Werke, derzeit zehn eigene Vertriebsniederlassungen und eine Vielzahl von Repräsentanten sind ein eindrucksvoller Beleg für die Internationalität des Familienunternehmens.

Fertigung, Vertrieb, Einkauf, Marketing, Entwicklung, Personalwesen und Finanzen sind konzentriert in Altdorf bei Nürnberg. E-T-A hält eine umfassende Produktpalette aus stromgebundenen Schutz- und Steuerungsprodukten bereit. Diese reichen vom thermischen Geräteschutzschalter bis hin zur komplexen Absicherungslösung, die elektrische oder elektronische Systeme bei Überlaststrom und Kurzschluss schützen. Kunden sind Firmen aus dem Anlagenbau, der Telekommunikation, der Chemie-, Kraftfahrzeug- und Medizintechnik, dem Marine- und Bootssektor, dem Bereich der erneuerbaren Energien sowie Hersteller elektrischer Haushalts-, Hobby- und Gartengeräte.

Mit dem Neubau des KTL setzt E-T-A ein klares Zeichen für den Standort im mittelfränkischen Altdorf. „Das Unternehmen steht nicht allein. Wir sind mit der Gesellschaft und der Umgebung verbunden. Dementsprechend möchten wir auch ein echter Teil der Gemeinschaft sein und nicht nur ein Arbeitgeber“, erklärt Sell. „Uns hat der Bau des KTL eines deutlich gezeigt: Energieeffizientes Bauen ist auch in der Industrie möglich und nötig. Ein Neubau mit Blick auf die Nachhaltigkeit und Ökologie ist nicht erheblich teurer als ein Standardbau, es erfordert nur eine kluge und durchdachte Planung. Langfristig zahlt sich das über den geringen Energieverbrauch aus. Wir bauen mit Blick auf die Zukunft.“ (Jasmin Bauer)
 

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