Bauen

Bei einer Informationsveranstaltung mit zahlreichen anwesenden Unternehmen wurde die Interessengemeinschaft Arbeitssicherheit Holzfertigteilbau (IGAH) auf den Weg gebracht. (Foto: BDF)

17.04.2024

Branche wehrt sich

Interessengemeinschaft Arbeitssicherheit Holzfertigteilbau auf den Weg gebracht

Unter Federführung des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF) und des Deutschen Holzfertigbauverbandes (DHV) wurde jetzt die neue Interessengemeinschaft Arbeitssicherheit Holzfertigteilbau (IGAH) auf den Weg gebracht. Geschlossen setzt sich die Branche damit gegen ungerechtfertigt hohe Beiträge an die Berufsgenossenschaft Bau (BG BAU) zur Wehr. Denn gemäß des neuen 4. Gefahrtarifs stuft die BG BAU die Fertigbau-Unternehmen seit diesem Jahr in der gleichen Tarifstelle ein wie Zimmereibetriebe – trotz deutlich besserer Unfallstatistik und niedrigerem Unfallrisiko durch die Vorfertigung im Werk.
 
„In der Baukrise mit all ihren Herausforderungen kommt nun diese bürokratische Hürde mit teils existenzbedrohenden Mehrkosten hinzu. Unsere Unternehmen engagieren sich seit Jahren immer umfassender für die Arbeitssicherheit und den Unfallschutz. Nun werden wir mit einer Personengruppe verglichen und zusammengelegt, die unsere Unfallstatistik bei Weitem nicht erreicht“, sagte BDF-Präsident Mathias Schäfer jetzt bei einer Informationsveranstaltung nahe Frankfurt, zu der die Verbände BDF und DHV betroffene Unternehmen geladen hatten, um die IGAH-Gründung auf den Weg zu bringen. Die Unternehmen haben zum Ziel, durch verstärkte Prävention und Ausbau der Automatisierung, die Unfallzahlen weiter zu senken. Da die Belastungsziffer im Holzfertigbau in etwa bei der Hälfte der Tarifstelle 110 liegt, fordert DHV-Präsident Erwin Taglieber für den Holzfertigbau die Rückkehr zur Tarifstelle 200.  
 
Insgesamt protestieren rund 100 Fertigbau-Unternehmen seit Monaten auf Initiative von BDF und DHV gemeinsam gegen die neuen bürokratischen Auflagen des 4. Gefahrtarifs, der dem Veranlagungsbescheid der BG BAU vom 3. November 2023 zugrunde liegt. Hiernach werden gewerbliche Mitarbeitende von Fertigteilbaufirmen in die Tarifstelle 110 „Zimmererarbeiten“ eingruppiert. Dort werden ab Januar 2024 unter anderem Unternehmen zusammengefasst, die Zimmererarbeiten einschließlich der Herstellung und Montage von Bauwerken, Fertigteilen oder Konstruktionselementen aus Holz ausführen. Aus Sicht der Holzfertigteilbauer ist diese Zusammenlegung rechtswidrig, weswegen sie ihre Kräfte und Maßnahmen gegen die BG BAU nun weiter bündeln. Durch die Veranstaltung führte BDF-Geschäftsführer Georg Lange. Die von den Verbänden beauftragten Fachanwälte klärten die Anwesenden im Detail über die juristische Ausgangslage auf, gaben Empfehlungen und einen Ausblick auf das weitere Vorgehen. Mitte April treffen sie sich gemeinsam mit den Verbandsspitzen bei der BG BAU. Die offizielle Gründungsversammlung der neuen IGAH ist für Mitte Mai vorgesehen. Auf diesen Zeitplan und auf erste Satzungsinhalte der IGAH einigten sich die Branchenvertreterinnen und -vertreter, um sowohl im Rechtsstreit mit der BG BAU als auch für zukünftige Herausforderungen beim Thema Arbeitssicherheit bestmöglich gemeinsam agieren zu können.
 
„Wir sind kurzfristig, vor allem aber auch langfristig auf dem richtigen Weg, wenn wir beim Thema Arbeitssicherheit in einer großen Interessengemeinschaft und für möglichst niedrige Unfallzahlen zusammenarbeiten und geschlossen gegenüber Berufsgenossenschaften auftreten“, so Taglieber. BDF-Präsident Schäfer fügte abschließend an: „Die starken Abstimmungsergebnisse heute geben uns Rückenwind für die weiteren Gespräche und für die offizielle Gründung der IGAH im Mai. Wir gehen weiter gegen den 4. Gefahrtarif vor und arbeiten für die Zukunft daran, der BG keinen Grund zu geben, uns mit höheren Beiträgen zu belasten, sondern werden unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich zu schützen.“ (BSZ)

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