Bauen

Der dreigeschossige Ersatzneubau der FOS-BOS Krumbach. (Foto: Rolf Sturm)

15.05.2020

Ein attraktiver Stadtbaustein

Der Ersatzneubau der FOS-BOS in Krumbach

Direkt an der Lichtensteinstraße gelegen, erhebt sich der dreigeschossige Ersatzneubau der FOS-BOS Krumbach als neuer und markanter Auftakt des Stadtparks. Auf dem dunkel abgesetzten (verkleideten) und leicht zurückversetzten umlaufenden Sockelgeschoss scheint die rot-braune Ziegelfassade die beiden Obergeschosse schwebend zu umschließen. Speziell an der Westseite des Gebäudes wird durch die Verschmelzung zwischen dem öffentlichen Raum des Stadtparks und dem halböffentlichen Raum des Pausenhofs die Wirkung des Schulgebäudes als neuer Stadtbaustein besonders deutlich.

Die augenfällige Auskragung der beiden Obergeschosse mit einer Tiefe von fast acht Metern betont den Eingang der Schule und akzentuiert mit dieser prägnanten Geste die Gebäudefassade zum Stadtpark. Gleichzeitig entsteht hierbei ohne weitere besondere Eingriffe in den Außenanlagen ein eindeutig der Schule zugeordneter Raum, als überdachter und vielseitig für die Schule nutzbarer Bereich zum Stadtpark, während der Weg des Stadtparks in mäandernder Form frei zugänglich am Schulgebäude entlangführt.

Errichtet in Stahlbetonbauweise

Der Startschuss für das Projekt erfolgte im Jahr 2015, als erkennbar wurde, dass die Räumlichkeiten im bisherigen Gebäude der FOS-BOS in der Altstadt zum einen zu klein und nicht erweiterbar waren und zum anderen den technischen und pädagogischen Anforderungen an eine moderne Schule nicht mehr genügten. Bereits im Mai 2016 wurden die Planungen für den Neubau des Architekturbüros Köhler aus Gauting seitens des Landkreises Günzburg mit einem Budget von knapp 13,2 Millionen Euro freigegeben. Der Freistaat Bayern beteiligte sich mit rund 5,3 Millionen Euro an dem Bauvorhaben.

Das Gebäude wurde sowohl aus statischen als auch aus brandschutztechnischen Gründen in Stahlbetonbauweise errichtet. Somit konnte einerseits die zentrale, über alle drei Geschosse reichende Aula und andererseits die westliche Auskragung realisiert werden. Weiterhin war es möglich, dass die statischen Voraussetzungen für eine spätere Aufstockung um ein Geschoss vorgesehen werden konnten.

Die Baustoffentscheidung beeinflusste auch maßgeblich das von den Architekten gestaltete Innenraumerscheinungsbild: Beton als lebendiges wie auch optisch und haptisch erfahrbares Gestaltungsmerkmal einzusetzen, das in Verbindung mit dem Material Holz und gezielter Farbgestaltung eine freundliche und warme Atmosphäre bietet. So zeichnet sich das Innere der Schule durch detailliert geplante helle und lichtdurchflutete Raumstrukturen aus, deren Wände zum Großteil aus Sichtbetonflächen in unterschiedlichen Güten von SB2 bis SB4 bestehen. Diese wurden anschließend gemäß Gestaltungskonzept entweder gestockt oder farblich lasiert oberflächenbehandelt.

Das Gebäude ist
nicht unterkellert

Im Erdgeschoss befinden sich die Technikräume, die Räume der Verwaltung sowie die große Aula mit den angeschlossenen Räumen für Mehrzwecknutzung und die Bibliothek. In den Obergeschossen sind die allgemeinen Unterrichtsräume sowie die Fachklassenzimmer angeordnet. Auf eine Unterkellerung der Schule wurde aufgrund der Hochwassersituation und der schwierigen Gründungsverhältnisse verzichtet. Insgesamt finden rund 400 Schüler*innen und 30 Lehrer*innen auf rund 2600 Quadratmetern im Gebäude Platz. Der gesamte Bereich der Aula, samt dem mit einer mobilen Trennwand zuschaltbaren Mehrzweckraum, kann auch für externe Veranstaltungen genutzt werden.

Der Ersatzneubau wurde als hochenergieeffizientes Gebäude geplant und umgesetzt. Hierzu tragen neben der hochwärmegedämmten Gebäudehülle mit Fenstern aus Dreifachverglasungen auch die Photovoltaikanlage sowie im Besonderen die Heizenergienutzung bei. Hierbei kommt eine besonders ressourcenschonende Technik zum Einsatz, die in Deutschland noch nicht so weit verbreitet ist, jedoch gerade bei öffentlichen Gebäuden in Zukunft deutlich öfter zum Tragen kommen könnte, wenn die Möglichkeiten hierzu bestehen.

Da sich unter dem Gebäude der FOS-BOS eine der städtischen Abwassersammelleitungen befindet, konnte das Konzept der Abwasserwärmegewinnung über eine Wärmepumpe realisiert werden. Hierfür wurde ein 60 Meter langer Wärmetauscher im Abwasserkanal eingebaut. So kann in den kalten Jahreszeiten entsprechende Wärmeenergie gewonnen werden, in den Sommermonaten hingegen wird die Energie zur Kühlung des Gebäudes genutzt. Das gesamte Schulgebäude wird über eine vollmechanische Be- und Entlüftung lufttechnisch versorgt.

In Verbindung mit dem direkt an das Gebäude angrenzenden Stadtteich und den sich harmonisch verzahnenden Außenanlagenflächen von Schule und Stadtpark wurden auch 43 neue Stellplätze errichtet – zwei davon mit Ladestationen für Elektroautos.

Mit dem neuen Schulgebäude der FOS-BOS in Krumbach hat der Landkreis Günzburg ein weiteres Ausrufezeichen hinter dem Anspruch gesetzt, eine Bildungsregion zu sein, und gleichzeitig der Stadt einen weiteren gelungen Stadtbaustein hinzugefügt. (BSZ)

(Die Investitionssumme für den Ersatzneubau lag bei knapp 13,2 Millionen Euro - Fotos: Rolf Sturm)

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