Bauen

Das neue Parkhaus soll dazu beitragen, die Verkehrsbelastung in der Innenstadt zu reduzieren und die Luftqualität zu erhöhen. (Foto: Ekkehard Winkler)

20.10.2021

Geflochtene Streckmetallfassade

„Parkhaus der Zukunft“ in Nürnberg-Sandreuth eröffnet

Bereits von Weitem fällt das neue Parkhaus der N-Ergie im Nürnberger Stadtteil Sandreuth ins Auge. Die straßenseitig architektonisch ansprechende geflochtene Streckmetallfassade ist nicht nur ein optisches Highlight, das mit seinen Vor- und Rücksprüngen ein interessantes Lichtspiel erzeugt, sondern auch funktionell: Sie schützt die Anwohner*innen vor Blendung. Die werkseitigen Fassaden hingegen schließen mit einer vollflächig mit Blauregen berankten grünen Wand das grüne Zimmer der benachbarten Parkanlage ab. Diese sorgt zusammen mit der Dachbegrünung für ein gutes Klima und eine biologische Artenvielfalt.

Am 3. Juni 2020 setzten Marcus König (CSU), Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, und Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-Ergie Aktiengesellschaft, den symbolischen ersten Spatenstich für das „Parkhaus der Zukunft“. Am 27. Juli 2021 wurde das innovative Parkhaus für Mitarbeiter*innen sowie die Öffentlichkeit offiziell eröffnet. Die Umsetzung ist somit innerhalb von nur zwölf Monaten erfolgt – vom Baustart bis zur Inbetriebnahme. Eine Herausforderung in einer Zeit, die durch die Corona-Pandemie maßgeblich geprägt war.

Die Investitionssumme für das neue Parkhaus beträgt rund acht Millionen Euro. Einen Großteil des Parkhauses, wie die Ladeinfrastruktur, hat die N-Ergie selbst geplant. Unterstützt hat das Architekturbüro b3Architekten aus Nürnberg. Für die bauliche Umsetzung des Gebäudes mit einer Länge von 42,5 Metern, einer Breite von 32,5 Metern und einer Höhe von 19,25 Metern verantwortlich zeichnet unter anderem die Firma Goldbeck.

„Die Städte werden immer voller. Anfang 2020 wurden in Deutschland insgesamt 58,2 Millionen Fahrzeuge gezählt, Tendenz weiter steigend. Damit verschärft sich auch das Parkplatzproblem. Mit unserem Parkhaus der Zukunft möchten wir zeigen, wie man der Herausforderung Herr werden kann – gegen die Parkplatznot und für die Verkehrswende“, sagt Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-Ergie Aktiengesellschaft.

Wichtiger Beitrag
für den Klimaschutz

„Zum anderen möchten wir“, so Hasler, „einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Unser neues Parkhaus ermöglicht es, das eigene Fahrzeug abzustellen und auf emissionsarme Alternativen, wie zum Beispiel den ÖPNV oder unsere Sharing-Angebote wie VAG Rad, umzusteigen. Damit möchten wir ein attraktives Angebot für die Öffentlichkeit bieten.“

Gemeinsam mit sieben weiteren Parkräumen in Nürnberg und Fürth will das Parkhaus der N-Ergie dazu beitragen, die Verkehrsbelastung in der Innenstadt zu reduzieren und die Luftqualität zu erhöhen: Das Parkraummanagementsystem hat eine direkte Verbindung zu den Nürnberger Luftmessstationen. Wird die Verkehrs- und Schadstoffbelastung im Zentrum zu hoch, werden die Nutzer*innen informiert – und in teilnehmenden Parkhäusern im Außenbereich die Preise gesenkt, um einen Anreiz zu schaffen, außerhalb der Innenstadt zu parken.

„Mich persönlich beeindruckt das Projekt sehr, weil es zeigt, wie wir Mobilität in Nürnberg nachhaltig und emissionsfrei gestalten können. Zum einen werden Fahrerinnen und Fahrer durch das Parkhaus motiviert, nicht mehr in die Innenstadt fahren zu müssen, was dort zu einer Entlastung führt. Zum anderen bietet das Parkhaus mit seinen über 100 Stellplätzen mit Ladestation und weiteren für E-Scooter und E-Bikes optimale Bedingungen für Fahrerinnen und Fahrer von Elektroautos“, sagt Oberbürgermeister König.

Die neue innovative Verkehrsplattform weist einige Besonderheiten auf: So gibt es insgesamt 128 Ladepunkte für Elektroautos. Zudem stehen 20 Ladepunkte für E-Bikes und fünf Ladepunkte für E-Scooter bereit. Insgesamt stehen 338 Stellplätze auf 14 Halbgeschossen zur Verfügung. Für die Umsetzung der Ladelösung setzte die N-Ergie auf die Unterstützung des eMobility-Dienstleisters reev aus München, an dem sie selbst beteiligt ist.

Eine Besonderheit ist die Schnellladestation am Eingang zum Betriebsgelände der N-Ergie Aktiengesellschaft in Nürnberg-Sandreuth. Hier können Elektroautos mit regionalem Ökostrom geladen werden – mit einer Leistung von bis zu 150 Kilowatt. So kann in nur sechs Minuten Strom für rund 100 Kilometer nachgeladen werden.

Die Parkbelegung wird mittels eingebauter Parksensoren intelligent gesteuert: Beim Einfahren registriert eine Kamera das Kennzeichen. Die elektronische Anzeige am Eingang teilt den Nutzer*innen automatisch einen Parkplatz zu. Das spart Zeit und vermeidet einen Rückstau.

Reserviert werden können die Parkplätze über die neu entwickelte App „AppStellen“, die kostenlos im App Store oder Google Play Store heruntergeladen werden kann. Die App zeigt auf einen Blick die noch freien Plätze; zudem merkt sie sich das Buchungsverhalten und schlägt die bevorzugte Zeit beim nächsten Mal wieder vor.

Auf der begrünten Dachfläche sind Photovoltaikmodule mit einer Leistung von 100 kWpeak installiert. Damit erzeugt das Parkhaus selbst einen Teil der Energie, die unter anderem für das Laden der Elektrofahrzeuge benötigt wird. Der Batteriespeicher mit einer Speicherkapazität von 112 kWh wiederum sorgt für die optimale Nutzung der erzeugten Energie. (Kerstin Fellenzer)

 

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