Bauen

Hier halten sich die Schüler*innen gern auf. (Foto: Architekturbüro Schlientz, Nördlingen)

05.11.2021

Lichtdurchflutete Aula

Die Anton-Jaumann-Realschule in Wemding wurde generalsaniert

In der Zeit von Juli 2017 bis Dezember 2020 wurde die Anton-Jaumann-Realschule in Wemding generalsaniert. Sachaufwandsträger für die Schule ist der Landkreis Donau-Ries. Derzeit werden dort circa 520 Schülerinnen und Schüler in 21 Klassen unterrichtet.
Die vorhandenen Schulgebäude stammen im Wesentlichen aus dem Jahr 1972, sind ursprünglich auf 16 Klassen ausgelegt und im Laufe der Jahre viermal erweitert worden. Die bestehende Baustruktur war geprägt von zahlreichen Erweiterungsbauten, die jeweils als eigenständige Satellitengebäude errichtet wurden. Die letzte Einweihung beziehungsweise Inbetriebnahme erfolgte im Frühjahr 2013. Damals wurde der sogenannte Erweiterungsbau III eingeweiht. Im Oktober 2013 wurde vom Kreisbauausschuss des Landkreises Donau-Ries festgestellt, dass aufgrund der Vielzahl von notwendigen Sanierungen eine Generalsanierung wirtschaftlicher wäre als mehrere Einzelmaßnahmen. Die Objektplanung wurde im November 2014 an das Architekturbüro Schlientz aus Nördlingen vergeben. Das weitere Planungsteam bestand aus dem Statikbüro Kandler aus Donauwörth, dem Ingenieurbüro Allgeyr aus Nördlingen für die Haustechnik und dem Büro Angermeyer ebenfalls aus Nördlingen für die Elektrotechnik.
In der ersten Planungsphase wurden besonders hinsichtlich der Aula mehrere Varianten untersucht. Am 15. September 2015 wurde vom Bauausschuss des Landkreises beschlossen, dass die Aula wie im Bestand zentral im Schulgebäude bleibt und entsprechend den Anforderungen vergrößert wird. Durch diesen Grundsatzbeschluss wurde die Erschließung des Gebäudes vollkommen neu geordnet. Der Haupteingang zur Aula stellt auch den zentralen Verteilerraum für alle Verkehrsströme dar. Auf dieser Basis wurde die Planung weiter vorangetrieben, sodass zum 30. September 2016 der Förderantrag bei der Regierung von Schwaben eingereicht werden konnte. Die Genehmigung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn wurde am 3. Mai 2017 von der Regierung erteilt.
Die ersten Ausschreibungen erfolgten Anfang 2017, sodass mit dem Bau im Sommer 2017 begonnen werden konnte.
Der Zeitplan war wie folgt:
– Bauabschnitt 1 (nördlicher Teil des Hauptbaus): Juli 2017 bis April 2018
– Bauabschnitt 2 (südlicher Teil des Hauptbaus): Juli 2018 bis Juli 2019
– Bauabschnitt 3 (Neubau zentrale Aula): Juli 2019 bis März 2021
Dieser Zeitplan konnte dank des Einsatzes der Planer und Baufirmen eingehalten werden. Der dritte und letzte Bauabschnitt wurde im März 2021 in Betrieb genommen.
Im ersten Bauabschnitt wurden vorrangig Fachräume wie IT-Unterrichtsräume und naturwissenschaftliche Fachräume, aber auch das Lehrerzimmer umgebaut. Im zweiten Bauabschnitt wurden 15 Unterrichtsräume – hauptsächlich Klassenzimmer aber auch Werkräume – im südlichen Gebäudeteil saniert. Während dieser Zeit fehlten der Schule somit viele Unterrichtsräume. Die Klassen konnten im übrigen Schulhaus verteilt werden, ohne provisorische Schulräume schaffen zu müssen. Im dritten Bauabschnitt war der bauliche Eingriff am größten. Die vorhandene Aula, die sich mitten im Schulgebäude befand, wurde abgerissen und durch eine moderne, größere Aula ersetzt. Es entstand eine mit moderner Veranstaltungstechnik ausgestattete Bühne, die für die musikalischen Events der Schule beste Voraussetzungen bietet. Außerdem wurden für den Schulunterricht in der Aula Rückzugs- und Arbeitsflächen geschaffen. Das Brandschutzkonzept wurde so gestaltet, dass Brandlasten und ein Aufenthaltsbereich in der Aula möglich wurden. Ebenfalls wurden die Schulküche und der Pausenverkauf, Unterrichtsräume für Musik (im Obergeschoss) und eine neue Bibliothek sowie im Untergeschoss weitere Werkräume neu gebaut.
Die Räume in allen Bauabschnitten wurden in den Bereichen Energieeinsparung, Barrierefreiheit, Brandschutz, Gebäudetechnik und Digitalisierung auf den Stand der Technik gebracht. Durch die Installation einer PV-Anlage mit 57 kWp Leistung kann zukünftig ein großer Anteil des Stromverbrauchs über regenerativ erzeugten Eigenstrom abgedeckt werden. Die Architekten konnten außerdem mit einer gelungenen Fassade und einer stimmigen Materialauswahl in den Innenräumen das gesamte Gebäude optisch aufwerten. Die voraussichtlichen Kosten für den Hochbau belaufen sich auf circa 13 Millionen Euro brutto. Seit Oktober 2021 werden die Außenanlagen neu angelegt. Dafür sind nochmals 1,8 Millionen Euro im Haushalt des Landkreises angesetzt. Für die Gesamtmaßnahme – Hochbau und Außenanlagen – ist ein Zuschuss in Höhe von 5,47 Millionen Euro von der Regierung von Schwaben in Aussicht gestellt.
Für die Schulgemeinschaft stellt vor allem die architektonisch gelungene, lichtdurchflutete Aula mit einer Fläche von circa 700 Quadratmetern und die über 50 Quadratmeter große Bühne eine erhebliche Bereicherung dar. Es wurde ein zentraler Treffpunkt geschaffen, in denen sich Schülerinnen und Schüler begegnen und Schulveranstaltungen durchgeführt werden können. Durch die Neugestaltung der Außenanlagen investiert der Landkreis auch im nächsten Jahr nochmals in die Anton-Jaumann-Realschule Wemding, die dann für die kommenden Jahre technisch und architektonisch bestens aufgestellt ist. Die geplanten neuen Außenanlagen werden die Wegeführung auf dem Gelände verbessern, die Aufenthaltsqualität im Freien durch Sitz- und Spielmöglichkeiten steigern und die Maßnahme abrunden. > bsz

 

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