Bauen

Der Klinikneubau in Wasserburg am Inn. (Foto: kbo-Inn-Salzach-Klinikum)

21.07.2022

Meilenstein der medizinischen Versorgung

Zukunftsweisender Klinikneubau in Wasserburg am Inn nimmt Betrieb auf

Am kbo-Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg am Inn entsteht eines der derzeit größten Krankenhaus-Neubauprojekte Bayerns. Das Besondere daran: Ein somatisches Krankenhaus (RoMed Klinik Wasserburg am Inn) mit 130 Betten gliedert sich baulich an ein großes psychiatrisches Klinikum (kbo-Inn-Salzach-Klinikum) mit 506 Betten an. Nach rund zehn Jahren Planung und Bau konnte Mitte Mai 2022 der erste große Teilabschnitt des Vorzeigeprojekts eröffnet werden. Im Laufe der nächsten Monate ziehen nun die ersten psychiatrischen sowie neurologischen Stationen um. Dann werden auch die gemeinsame Eingangshalle und weitere Funktionsbereiche, die von beiden Klinikträgern in Zukunft genutzt werden, zum Leben erwachen.

Die große Eingangshalle hat dabei einen ganz besonders hohen Symbolcharakter, der für den gesamten Neubau steht. Hier treffen alle zusammen, die in den beiden Kliniken in Zukunft ein und aus gehen werden. Mitarbeitende, Patientinnen und Patienten beider Kliniken und Besucher*innen werden im lichtdurchfluteten Eingangsbereich zusammentreffen. Die Cafeteria, die allen offen steht, ist mit einer großen Terrasse nach Süden ausgerichtet und bietet Alpenpanorama und Blick in die direkt darunter anschließenden Heilgärten.

Geschäftsführer Karsten Jens Adamski betont die Vorteile der neuen Klinik für alle, die sich dort künftig aufhalten werden: „Mit der Eröffnung unseres Neubaus sind wir bestens vorbereitet auf die Zukunft und Entwicklungen in der Versorgung psychisch Erkrankter. Unser Ziel ist es, immer das bestmögliche Behandlungsangebot für unsere Patientinnen und Patienten anzubieten. Mit dem Neubau können wir unser medizinisches Konzept nun auf ein ganz neues Niveau anheben.“

Ein Beispiel dafür sind etwa die neuen Patientenzimmer, die so gestaltet sind, dass viel Privatsphäre gegeben ist. Aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bietet sich im neuen Klinikum eine moderne Art des Arbeitens in der Umgebung einer zukunftsfähigen Klinikinfrastruktur. Dass in Zukunft die Versorgung psychisch Erkrankter durch den Neubau noch besser erfolgen kann, freut auch den Ärztlichen Direktor des kbo-Inn-Salzach-Klinikums, Professor Peter Zwanzger, ganz besonders: „Eine helle und freundliche Umgebung ist für psychiatrisch Erkrankte sehr wichtig. Fühlen sich unsere Patientinnen und Patienten wohl, trägt dies dazu bei, dass sie schneller wieder gesund werden können.“

Mit dem Stichwort „heilende Architektur“ lässt sich der Neubau treffend beschreiben. 2014 wurde der landschaftsplanerische Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Das Modell „Klinik in der Parklandschaft“ belegte damals den ersten Platz. Das Architekturbüro Sweco GmbH setzte den Entwurf in Wasserburg am Inn um, mit Fokus auf ressourcenschonendem Umgang bei Planung und Bau. So entstand auf einer Grundfläche von 36 000 Quadratmetern innerhalb weniger Jahre der erste große Teilbereich des neuen Klinikums.

2016 begannen die ersten vorbereitenden Maßnahmen, 2019 erfolgte dann die Grundsteinlegung. Allein der Erdaushub zur Vorbereitung des Rohbaus umfasste über 153 520 Kubikmeter. Ein achtsamer Umgang mit Ressourcen als Grundsatz griff bereits hier; denn anstatt das Material in vielen Lkw-Fahrten abtransportieren zu lassen, wurde das umliegende Gelände damit aufgeschüttet und neu modelliert. Teilbereiche davon können bereits jetzt auf neuen Spazierwegen durch die großzügigen Außenanlagen begangen werden. Auch Großbaumverpflanzungen fanden im Vorfeld statt, diese haben nun bereits einige Jahre der Anwachsphase hinter sich und tragen zur Gestaltung des Geländes bei. Darüber hinaus wird das neue Gelände ergänzt durch die bestehenden weitläufigen Grünanlagen mit sehr altem Baumbestand.

Die historische Anlage des Klinikums in Wasserburg wurde in Pavillonbauweise errichtet, die Gebäude stehen heute zum Teil unter Denkmalschutz. Das Leitthema der „Klinik in der Parklandschaft“ wurde für den Neubaukomplex übernommen, der sich durch seine terrassenförmige Anlage in die bestehende Umgebung einfügt. Auch die neue Klinikanlage wird in sogenannte Pavillons unterteilt, die in das vorhandene hangförmige Gelände hineingebaut wurden. In der Praxis bedeutet dies, dass auf jeder Ebene auch ein ebenerdiger Zugang möglich ist.

Der nun erste fertiggestellte Pavillon umfasst fünf Stationen mit insgesamt 141 Betten auf drei Ebenen. Darin untergebracht werden Stationen der Fachbereiche Zentrum für Altersmedizin, Psychosomatik, Allgemeinpsychiatrie und Klinische Sozialpsychiatrie sowie die Klinik für Neurologie. Großzügige Fensterfronten charakterisieren die Fassaden des Neubaus und lassen viel Licht in die Räume. Die modernen und freundlich gestalteten Patientenzimmer und Aufenthaltsräume sind überwiegend nach Süden ausgerichtet. Vor den Gebäudepavillons werden Heilgärten angelegt, die Teil des Therapiekonzepts sind.

Die farbigen Keramikfassadenelemente korrespondieren mit den Backsteingebäuden des bestehenden Klinikgeländes. Auch die Erd- und Naturtöne der umliegenden Wasserburger Landschaft nimmt dieses Farbkonzept auf. Die unterschiedlichen Fassadenfarbtöne dienen zudem der Orientierung von außen: Rot-orange ist der Gebäudeteil der RoMed Klinik Wasserburg, die Grüntöne kennzeichnen die Bereiche des kbo-Inn-Salzach-Klinikums.

Mit der Eröffnung im Mai 2022 sind die Baumaßnahmen jedoch noch nicht beendet. Drei weitere Pavillons des kbo-Inn-Salzach-Klinikums sind noch vorgesehen – mit den Planungen der nächsten beiden Bauabschnitte wurde bereits begonnen. Voraussichtlicher Baubeginn wird 2023 beziehungsweise 2024 sein. In diesen Gebäudeteilen werden weitere Fachbereiche sowie Therapieräumlichkeiten untergebracht.

Die Umzüge der ersten Stationen finden bereits statt. Nach und nach werden dann in den nächsten Monaten beziehungsweise Jahren die einzelnen Fachbereiche des kbo-Inn-Salzach-Klinikums ihre neuen modernen Räumlichkeiten beziehen. Der Neubau in Wasserburg ist nicht nur ein enormer Gewinn für die Gesundheitsversorgung der Region, sondern bietet auch Arbeitsplätze in Pflege und Medizin in einem der modernsten Klinikbauten Bayerns. (Franziska Amann)
 

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