Bauen

Die Nordostfassade des Neubaus der Universität Regensburg. (Foto: Alexander Lischke, Staatliches Bauamt Regensburg)

07.06.2024

Modernste Labore und Räume für die Wissenschaft

Eröffnung des Forschungsbaus Regensburg Center for Ultrafast Nanaoscopy (RUN) an der Universität

Historischer Tag für die Universität Regensburg: Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) hat am 8. Mai den ersten Bau aus dem Bund-Länder-Programm für Forschungsbauten in der Geschichte der Universität eröffnet. Vor Ort betonte Blume: „RUN – der Name ist Programm. An der Universität Regensburg läuft’s einfach. Mit der Eröffnung des Regensburg Center for Ultrafast Nanaoscopy schreiben wir heute bayerische Wissenschaftsgeschichte. Das RUN ist der erste Bau der Universität aus dem Bund-Länder-Programm für Forschungsbauten und damit ein in Stein, Beton und Glas gegossener Exzellenz-Ritterschlag für die Regensburger Nanoskopie – nur besonders exzellente Konzepte erhalten den Zuschlag.“

Mit dem Baubeschleunigungsprogramm aus der Hightech Agenda Bayern hat Bayern laut Blume noch zusätzlich Tempo gemacht. Der Bau ermöglicht nun große Einblicke in kleinste Zusammenhänge: Die Forscherinnen und Forscher machen im RUN ultra-schnellste Quantenbewegungen sichtbar und heben Mikroskopie und Nanoskopie auf ein neues Level. „Wir ermöglichen Wissenschaft zum Wohle der Menschen“, betonte der Minister. „Nur wenn wir den Nanokosmos kennen, schaffen wir neue Möglichkeiten, um große Fragen der modernen Lebens- und Naturwissenschaften zu beantworten.“

Der Präsident der Universität Regensburg Udo Hebel sagte: „Mit dem RUN erreichen wir eine neue Dimension der Spitzenforschung an der Universität Regensburg. Es ist fantastisch, dass es uns durch die Forschungsleistung und das Engagement unserer hervorragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gelungen ist, dieses international wegweisende Projekt im Feld der Quantendynamik im bundesweiten Wettbewerb nach Regensburg zu holen. Das RUN ist modellhaft, wie die Universität der Zukunft aussehen wird, mit interdisziplinären Forschungsprojekten, international führender Wissenschaft und zukunftsorientierter Infrastruktur.“

Im neuen Forschungsbau für das RUN (Center for Ultrafast Nanaoscopy) werden über 90 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Regensburg interdisziplinär an innovativen Verfahren zur Erforschung des Nanokosmos arbeiten. Dieser Forschungsbereich ist ein Aushängeschild der Regensburger Universität. Bislang gelang es ausschließlich in Regensburg, die Bewegung eines einzelnen Molekülorbitals direkt in Ort und Zeit aufzulösen. Der Forschungsbau ist auch Bestandteil der Exzellenzcluster-Antragsskizze „Center for Chiral Electronics“, die zur Vollantragstellung aufgefordert wurde.

Trennung des Neubaus
in zwei Baukörper

„Für den Forschungsbau wurden insgesamt 61 Millionen Euro investiert, an denen sich der Bund mit 20 Millionen Euro beteiligt. Die restlichen 41 Millionen Euro übernimmt der Freistaat Bayern“, erklärte Wissenschaftsminister Blume bei der Eröffnung.

Mit der Planung des RUN beauftragt war das Münchner Architekturbüro Fritsch + Tschaidse Architekten GmbH.

„Planen im Bestand bedeutet, die vorhandenen Werte zu erkennen, neu zu interpretieren und zu optimieren. Diese Ausgangssituation ist die Basis für das Entwurfskonzept in städtebaulicher, funktionaler und gestalterischer Hinsicht“, erklärt das Architekturbüro.

Der neue Baukörper des Zentrums für ultraschnelle Nanoskopie RUN übernimmt in der städtebaulichen Gesamtstruktur der Universität die Charakteristik der niedrigen Hörsaalgebäude, die sich als Solitäre in den zentralen Grünraum des Hochschulcampus hineinragen. Die Baustruktur nach dem Prinzip der „Leiterstruktur“ bleibt in dieser Hinsicht in ihrer Gesamterscheinung erhalten, so die Münchner Planer.

Wesentliches Merkmal des Konzepts ist die Trennung des Neubaus in zwei Baukörper, das eingeschossige 7 Meter hohe Präzisionslaborgebäude und das zweigeschossige Büro-/Laborgebäude mit Hörsaal.

„Aufgrund sehr hoher Anforderungen an den Erschütterungsschutz wird das Präzisionslaborgebäude ’eingegraben‘ und neben dem Büro-/Laborgebäude separat gegründet.“ Dieses Konzept ermöglicht nach den Ausführungen der Planer „ein zweigeschossiges Hauptgebäude, das die städtebauliche Zielsetzung niedriger Baukörper zur Grünachse und Einhaltung der Baugrenze erfüllt“.

Der Haupteingang des Büro-/Laborgebäudes orientiert sich zum zentralen Grünraum und führt in das Hörsaalfoyer, dem zentralen Kommunikationsort des RUN-Zentrums. Hier ist der Baukörper über die „Studentenwege“ mit den Fakultäten der Universität verbunden. Auf der Erdgeschossebene werden der Seminarbereich und die Büros der Wissenschaftler erschlossen, im Obergeschoss die obere Hörsaalebene, weitere Büros und die Labore. Eine zentrale Treppe führt in das wissenschaftliche Herzstück des RUN im zweiten Untergeschoss, in einen unterirdischen Präzisionsmikroskopierbereich, der über die Technikzentrale im ersten Untergeschoss des Hauptgebäudes versorgt wird, beschreiben die Münchner Architekten den Neubau.

„Das modulare Bausystem der Universität Regensburg bildet“, so Fritsche + Tschaidse, „die Basis für die Tragwerks- und Fassadengestaltung.“ (BSZ)

 

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