Bauen

Norbert Gebbeken, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, bei der Eröffnung des Ingenieuretags in der Alten Kongresshalle München. (Foto: Bayerische Ingenieurekammer-Bau)

07.02.2024

Mutig in eine neue Welt

Der 32. Bayerische Ingenieuretag stand unter dem Motto "Mutig in eine neue Welt"

Der 32. Bayerische Ingenieuretag in der Alten Kongresshalle München stand unter dem Motto "Mutig in eine neue Welt". Er thematisierte die großen Baustellen unserer Zeit auf der Suche nach Lösungen. Was muss sich (wirtschafts-)politisch ändern, um den Wandel erfolgreich zu gestalten? Welche Rahmenbedingungen brauchen wir und welche Rolle spielt das Wachstum dabei? Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Welche Chancen und Herausforderungen stellen sich bei der Transformation zum nachhaltigen Unternehmen? Mit Marcel Fratzscher, dem Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, dem Zukunfts-, Stadt- und Mobilitätsforscher Stefan Carsten und der Geschäftsführerin von VAUDE, Antje von Dewitz, gab es wieder hochkarätig besetzte Vorträge. 

Wir stehen an einem politischen und gesellschaftlichen Wendepunkt. Der Klimawandel verschärft sich und der Bausektor ist auf dem Weg in eine wirtschaftliche Krise. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, heißt es nun: Mutig in eine neue Welt! Doch die dringend notwendige digitale und ökologische Transformation der Bauwirtschaft kommt nur langsam voran. Dabei müssen gerade jetzt die Weichen für ein klimafreundliches und kreislaufgerechtes Bauen gestellt werden.

Marcel Fratzscher und Stefan Carsten beschäftigten sich in ihren Reden mit der Frage, ob Wachstum und Nachhaltigkeit ein Widerspruch sind und wie wir einen guten Lebensstandard erreichen, ohne Raubbau an der Natur zu betreiben. Antje von Dewitz berichtete, wie es ihr Unternehmen geschafft hat, nachhaltig zu werden und welche Chancen und Herausforderungen dabei zu meistern sind.

Thomas Gruber, Amtschef im Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, betonte in seinem Grußwort: "Die digitale und ökologische Transformation der bayerischen Bauwirtschaft ist aktuell eines der wichtigsten Themen. Die Digitalisierung ermöglicht uns eine neue Dimension des Planens und Bauens. Klimaschutz und Digitalisierung gehen da Hand in Hand, ökologische und ökonomische Belange werden zusammengebracht. “

Fratscher forderte eine Abkehr vom alleinigen Primat der Wirtschaft in Deutschland. „Deutschland steht heute an einem wirtschaftspolitischen Wendepunkt. Die Politik muss das Wirtschaftsmodell grundlegend verändern und sich aus der Umklammerung der Wirtschaft lösen. Anstatt Unternehmen zu subventionieren und alte Strukturen zu zementieren, muss sie den Wettbewerbsdruck durch bessere Regulierung erhöhen, finanzielle Leistungen kürzen und im Gegenzug exzellente Rahmenbedingungen - von Infrastruktur, über Klimaschutz bis hin zu Fachkräften und einem hervorragenden Bildungssystem - bereitstellen."

Carsten erklärte, die Zukunft sei dabei Perspektive und Methode, um gegenwärtige Stadt-, Mobilitäts- und Lebenswelten zu hinterfragen und aufzudecken. „In einer wissensbasierten Gesellschaft verändern sich nicht nur die sozialen und wirtschaftlichen Prinzipien, sondern auch die Räume der Mobilität.“

Antje von Dewitz sagte: "Mich treibt die Vision an, mehr Lebensqualität durch nachhaltiges und zukunftsweisendes Wirtschaften zu erreichen. Ich sehe es täglich in meiner Arbeit, dass es möglich ist, den komplexen Problemen unserer Zeit zu begegnen, indem wir unsere unternehmerische Verantwortung ganzheitlich begreifen und uns selbst als Teil der Lösung verstehen. Ich möchte Mut machen: Professionell betriebenes nachhaltiges Wirtschaften ist herausfordernd, letztlich aber essentiell für die eigene unternehmerische Zukunftsrelevanz und persönlich sehr belohnend." (BSZ)

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