Bauen

2018 wurden rund 100.000 Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser erteilt. (Foto: VQC)

08.05.2019

Qualität und Quantität

2018 wurden rund 100.000 Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser erteilt

Baugenehmigungen für etwa 100.000 Ein- und Zweifamilienhäuser wurden im vergangenen Jahr in Deutschland erteilt. Das geht aus einer aktuellen Statistik des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor. Rund 89.900 Genehmigungen wurden 2018 für den Bau von Einfamilienhäusern erteilt, etwa 10.400 Baugenehmigungen für Zweifamilienhäuser. Im Jahr zuvor waren es noch etwa 90.800 Baugenehmigungen für Ein- sowie 11.100 Zweifamilienhäuser. Damit liegen die Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser im vergangenen Jahr noch immer auf einem durchgehend hohen Niveau, sind aber im Vergleich zum Jahr 2017 leicht rückläufig.

Der Druck auf dem deutschen Wohnungsmarkt steigt permanent. Bezahlbarer Wohnraum wird zum Luxusgut, für viele Familien wird das Leben in den Großstädten finanziell zur Belastung. Die Nachfrage nach Wohnraum wächst, nicht nur in den großen Städten. Kein Wunder, dass besonders die Speckgürtel der Ballungsregionen wachsen und auch der ländliche Raum in vielen Regionen Deutschlands wieder attraktiv wird. Dass die Anzahl der Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser im vergangenen Jahr dennoch leicht rückläufig war, hat nach Einschätzung des Vereins zur Qualitäts-Controlle am Bau e.V. vor allem eine Ursache. „Die Nachfrage nach Bauland für Einfamilienhäuser ist riesig, kann aber vielerorts nicht ausreichend bedient werden. Um die starke Nachfrage auf Dauer bedienen zu können, müssen vor allem die Kommunen in den Randlagen ein entsprechendes Angebot machen und zusätzlich Bauland ausweisen. Auch so kann der stetig steigende Mangel an Wohnraum in den Großstädten entschärft werden“, so der VQC-Vorsitzende Udo-Schumacher-Ritz.

Generell sind nach Erfahrung des VQC beim Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern starke regionale Unterschiede zu erkennen. Für das Jahr 2017 konnte der VQC sehr starke Bautätigkeiten im Umland der großen Ballungsgebiete feststellen. Besonders in Brandenburg, aber auch in Schleswig-Holstein, Bayern, Niedersachen und Mecklenburg-Vorpommern wurden in Relation zur Einwohnerzahl im ländlichen Raum die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser gebaut. Schlusslicht waren nach eingehender Analyse des VQC hingegen Sachsen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen sowie das Saarland.

Die VQC-Sachverständigen verspürten 2018 eine große Nachfrage nach Qualitätskontrollen beim Bau dergleichen. Das steigende Qualitätsbewusstsein der Bauherren, aber auch ein ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis spielt bei der größten Investition des Lebens dabei eine große Rolle. „Immer mehr Bauherren- und natürlich auch Frauen nehmen mit uns Kontakt auf, um beim Bau ihres Einfamilienhauses auf Nummer sicher zu gehen und lassen ihr zukünftiges Domizil von VQC-Sachverständigen überprüfen. Tendenz steigend“, so Schumacher-Ritz.

Wie so oft: Der Teufel steckt im Detail. Dabei sind Qualitätsbewusstsein und Sicherheit beim Hausbau derzeit wichtiger denn je. Strenge Vorgaben im Bereich der Energieeffizienz des Hauses sowie sonstige Umweltauflagen erfordern heutzutage mitunter präzisere Verarbeitungstechniken und Handwerker-Know-how als noch vor wenigen Jahren. Somit ist es nicht verwunderlich, dass es nicht die großen „Baukatastrophen“ sind, die auf die Bauherren lauern, sondern vielmehr die kleinen Nachlässigkeiten, die eine große Gefahr darstellen. Diese entstehen nach Erfahrung des VQC vor allem dann, wenn verschiedene Gewerke beim Bau miteinander verzahnt werden. Hier komme es, so der VQC, immer wieder zu kleinen handwerklichen Nachlässigkeiten, die in der Folge - oftmals erst nach einigen Monaten oder Jahren - größere Schäden verursachen, aber auch genauso leicht zu verhindern wären. „Heutzutage ist ein neues Einfamilienhaus in der Summe ein Stück High-Tech, das höchste Anforderungen erfüllen muss. Damit das auch gelingt, muss nach dem ‚Null-Fehler-Prinzip‘ gearbeitet werden“, so der VQC-Vorsitzende Schumacher-Ritz.

Dies wird umso schwieriger, da derzeit besonders gut ausgebildete Handwerker auf dem Bau sehr gefragt sind. Von daher mahnt der VQC, dass trotz des großen Drucks auf dem deutschen Immobilienmarkt und der generell stark steigenden Nachfrage nach Handwerkleistungen die Qualität bei Neubauten nicht leiden dürfe. Das gelte beim Bau eines Einfamilienhauses genauso wie beim Wohnungsbau generell. „Um auf Nummer sicher zu gehen, ist die Beauftragung eines unabhängigen Sachverständigen nahezu alternativlos “, so der VQC. (BSZ)

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