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Im oberfrüänkischen Hof entsteht ein neues Güterverkehrszentrum (GVZ). (Foto: Andreas Rau)

26.02.2019

Voll im Zeitplan

Im oberfrüänkischen Hof entsteht ein neues Güterverkehrszentrum (GVZ)

Das im Jahr 2002 begonnene Projekt des Güterverkehrszentrums (GVZ) Hof wurde zunächst in der Logistikbranche skeptisch gesehen, hat sich aber mittlerweile zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt, die von allen Beteiligten fortlaufend weiterentwickelt wird.

Am 23. April 2018 begann mit dem gemeinsamen Spatenstich von der damaligen bayerischen Verkehrsministerin Ilse Aigner, dem Geschäftsführer der Firma Contargo, Robert Sebald und dem Oberbürgermeister der Stadt Hof, Harald Fichtner, der endgültige Ausbau des GVZ Hof am Standort des ehemaligen Güterbahnhofs.

Bereits in den Jahren 2013 und 2014 wurden die auf der insgesamt 100.000 Quadratmeter großen Fläche, welche die Stadt Hof 2012 erwarb, alten Lagerhallen und sonstigen Einrichtungen abgebrochen. Nach dem Spatenstich wurde im Frühsommer 2018 durch die beauftragte Baufirma das Gelände von den ehemaligen Gleisanlagen, einschließlich des Bahnschotters, bereinigt und im Nachgang begannen die erforderlichen Tiefbaumaßnahmen in Bauabschnitt 2. Dies ist ein etwa 50.000 Quadratmeter großes Areal, auf welchem bis ins Frühjahr 2019 durch die Firma Contargo eine neue Umschlagsanlage zur bimodalen Logistik Straße-Schiene entsteht und die bisherige Anlage der Firma Contargo aus dem Jahr 2002 ersetzt, wobei die Kapazität mehr als verdoppelt wird.

Mit Erlass des Planfeststellungsbeschlusses im Februar 2016 hat die Regierung von Mittelfranken die Voraussetzungen für den Beginn der Baumaßnahmen geschaffen. Im Vorfeld der Arbeiten wurden im Jahr 2017 die umfangreichen CEF-Maßnahmen, hier insbesondere die Umsetzung von Zauneidechsen durch entsprechende Fachbüros durchgeführt und die Zauneidechsen in vorher erstellte Habitate umgesetzt. Die erforderlichen Maßnahmen basieren auf dem landschaftspflegerischen Begleitplan, der Teil des Planfeststellungsbeschlusses ist und anhand dessen naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen getätigt werden müssen.

Zunächst entstand im Zeitraum von Ende Oktober 2017 bis März 2018 die 240 Meter lange und bis zu acht Meter hohe Lärmschutzwand. Im Rahmen der Baumaßnahme wurde dann im letzten Quartal 2018 auch die neue Zufahrtsstraße, welche im Frühjahr 2019 ihren Betrieb aufnimmt und somit die Umschlagsanlage, das vorhandene Zollgebäude und die Teilfläche 3, welche mit etwa 50.000 Quadratmetern für Investoren von logistischen Anlagen zur Verfügung steht, erschlossen.

Die Gesamtbaumaßnahmen der Stadt Hof, welche durch ihre Tochter GVZ-E Hof, durchgeführt werden umfassen neben dem Rückbau aller alten Anlagen, auch die Errichtung der neuen Erschließungsstraße, sowie den Bau eines Abwasserkanals und die Verlegung eines Trinkwasseranschlusses. Außerdem die Bodenverbesserung auf dem später an die Firma Contargo zu verpachtenden Gelände mit rund 40.000 Quadratmeter, welche bis zu einer Tiefe von maximal drei Metern ausgehoben, durch tragfähigen Baugrund ersetzt und befreit von Altlasten und Kampfmitteln übergeben wird. Diese Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund acht Millionen Euro werden durch den Freistaat mit 90 Prozent der zuschussfähigen Kosten unterstützt.

2011 wurde das bisherige Container-Terminal in Hof, das bis dahin Teil der Pöhland-Gruppe war, durch die Firma Contargo übernommen. Jetzt wird das Terminal durch die Firma Contargo für rund 20 Millionen Euro erweitert. Diese Ausbauarbeiten der Umschlagsanlage, inklusive der Anschaffung zweier Portalkrananlagen und Erweiterung der Gleiskapazitäten für die zeitgleiche Abfertigung von zwei je 600 Meter langen Ganzzügen, werden gemäß der Richtlinie zur Förderung von Umschlagsanlagen des Kombinierten Verkehrs durch das Eisenbahnbundesamt ebenfalls per Bescheid aus dem Jahr 2017 gefördert.

Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die fertiggestellte Umschlagsanlage auf der Teilfläche 2 im Frühjahr 2020 in Betrieb geht und hoffen, dass bis zu diesem Zeitpunkt auch erste Ansiedlungen auf der Teilfläche 3 feststehen und die Bauarbeiten dort Zug-um-Zug fortgesetzt werden können. Im Endausbau erhält der stark ausgeprägte Logistikstandort Hof eine Drehscheibe, welche tägliche Verkehre an die deutschen Nordseehäfen Hamburg und Bremerhaven sichert, einen Anschluss nach der Elektrifizierung Hof – Regensburg an die Adriahäfen Kober und Triest, aber auch perspektivisch den Anschluss an die neue Seidenstraße ermöglicht. Somit erhält der Wirtschaftsstandort Oberfranken mit seinen mittelständisch geprägten Hidden Champions ein leistungsfähiges Tor zur Welt. (BSZ)

(Beim neuen Hofer Güterverkehrszentrum verläuft alles nach Plan - Fotos: Andreas Rau)

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