Beruf & Karriere

Augen auf beim Networking: Dem Offline-Netzwerken gilt es laut Fachmann Kreuter immer den Vorzug zu geben. (Foto: dpa/Jochen Lübke)

25.08.2023

Königsdisziplin ist und bleibt das Gespräch

Warum auch im Jahr 2023 niemand am klassischen Networking vorbeikommt

Eine Arbeitswelt ohne Netzwerken? Undenkbar. Das gute alte Vitamin B ist so nötig wie noch nie. Denn der Arbeitsmarkt bleibt umkämpft und gleichzeitig kommen Talente oft nur mit den richtigen Freunden oder Bekannten in wirklich hohe Positionen. Auch Unternehmer*innen sind auf klassisches Netzwerken angewiesen – im Bereich Vertrieb, um neue Kooperationspartner oder Beschäftigte an Land zu ziehen, oder einfach zum kreativen Austausch. „Gute Kontakte benötigen Berufsanfänger also genauso wie gestandene Unternehmer“, stellt Unternehmer und Verkaufstrainer Dirk Kreuter heraus. Aber wie funktioniert fruchtbares Netzwerken heutzutage? Lieber offline oder doch online? 

Trotz vieler Online-Angebote im Bereich Networking wie etwa LinkedIn oder Xing bleibt der persönliche Kontakt immer das A und O. Dirk Kreuter weiß: „Menschen sind durch und durch soziale Wesen und darauf angelegt, mit anderen zu kooperieren und ihr Wissen zu teilen. Da bildet das berufliche Leben keine Ausnahme“. Dem Offline-Netzwerken gilt es also immer den Vorzug zu geben. Das heißt natürlich nicht, dass Online-Angebote komplett ignoriert werden sollten. Auf LinkedIn, Xing oder Instagram bringt die Sichtbarkeit den Mehrwert. Sich dort mit prägnanten Texten und einer klaren Brand-Identity zu präsentieren, kann oftmals schon zu Interesse bei der potenziellen Kundschaft oder bei Arbeitgebenden führen. Der anschließende Kontakt bis zum letztendlichen Abschluss oder zur Einstellung geht allerdings in der Regel etwas langsamer vonstatten. Hier sollten die Netzwerkenden zunächst eine Beziehung zum Gegenüber aufbauen. „Dass ein Großteil der wirtschaftlichen Kontaktaufnahmen nun auf diese Weise digital abläuft, ist aber eigentlich auch schon das größte Argument für Networking in Präsenz. Kaum jemand traut sich noch, den persönlichen Kontakt zu suchen, weshalb die Entscheiderdichte bei Networking-Veranstaltungen meist deutlich höher ist als noch zu früheren Zeiten“, betont Kreuter. 

Gewinnbringendes Networking beginnt bei der korrekten Zielgruppenauswahl

Gewinnbringendes Networking beginnt schon bei der Auswahl der korrekten Zielgruppe. Wer ein Event oder eine Messe besuchen möchte, etwa um seinen Kundenstamm zu erweitern, muss einen klar festgelegten Abnehmerkreis definieren – und auch wissen, wo sich dieser aufhält. „Findet sich die Zielgruppe auf Golfplätzen zusammen, besuchen sie regelmäßig Messen oder versammeln sie sich in Unternehmernetzwerken? Ein Produkt, das auf Architekten ausgelegt ist, bekommt eben selbst der beste Verkäufer nicht auf einem Ärztekongress an den Mann oder die Frau“, so Kreuter. Zudem sollten geschulte Networker zuvor sicherstellen, dass ein Event nicht von Verkäufern überlaufen ist und die wirklichen Entscheider nicht nur noch eine kleine Minderheit ausmachen. Der Multiunternehmer weiß: „Wenn die Gesellschaft zu 90 Prozent aus Jägern besteht, bleibt nicht mehr genügend Beute für alle.“ Jobmessen bieten außerdem eine gute Gelegenheit, auf neue Talente zu treffen, und auch Berufseinsteiger kommen hier schnell mit potenziellen Arbeitgebern ins Gespräch.

Was ist die Königsdisziplin beim Networken? Überhaupt erst einmal ins Gespräch zu kommen. „Ein cleverer Einstieg sollte nicht erst spontan entwickelt, sondern vorher geplant und eingeübt werden. Natürlich spielt aber auch Improvisation noch immer eine große Rolle, da sich die Richtung einer Konversation nie vollständig vorhersehen lässt“, rät Kreuter. Und auch wenn das Sprichwort ‚Kleider machen Leute‘ abgedroschen wirkt – wahr ist es dennoch. Das Outfit hat einen großen Anteil daran, wie wir das Gegenüber wahrnehmen. Sich nicht over-, aber auf gar keinen Fall underdressed zu präsentieren, erweist sich heute genauso wie vor 100 Jahren als Selbstverständlichkeit. Kreuter ergänzt: „Darüber hinaus nützt es ungemein, wenn man visuell im Gedächtnis bleibt. Akzente zu setzen, die nicht albern wirken, aber dennoch herausstechen, das hilft beim Kontakteknüpfen allemal.“ Das können auffällige Schuhe, extravagante Schals oder sonstige Accessoires sein, Hauptsache, es bleibt in Erinnerung. 

Oftmals sind Networking-Events extrem schnelllebig – es befinden sich viele Leute vor Ort, die in begrenzter Zeit mit einer möglichst großen potenziellen Kund- oder Arbeitnehmerschaft sprechen möchten. Deshalb muss der Pitch zum eigenen Produkt, zur Dienstleistung oder eigenen Person sitzen, betont auch Dirk Kreuter: „Kurz, prägnant, auf den Punkt und am besten vorher einstudiert, sodass der Vortrag verständlich und selbstbewusst daherkommt. Gelingt das, kommt die immer noch wichtigste Waffe des Netzwerkens zum Einsatz: die gute alte Visitenkarte. Im direkten Austausch erweist sie sich immer noch als beste Option für die spätere Kontaktaufnahme. (BSZ)

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