Beruf & Karriere

Kinder als Vorbild nehmen: Sie werten auch zig Fehlversuche nicht als negativ, sondern experimentieren so lange, bis es klappt. (Foto: dpa/Georg Wendt)

12.08.2022

Raus aus der Komfortzone

Das Verharren in bekannten Mustern und Vermeiden von Risiken hemmt Weiterentwicklung und berufliche Erfolgserlebnisse

Chips, Brei, Pommes frites, Brot, Folien-, Back- oder Bratkartoffel – der Erdapfel ist in unserem täglichen Essverhalten fest verankert. Doch das war nicht immer so. Der Preußenkönig Friedrich II. prägte um 1745 den Satz „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“ – da wurde die Kartoffel, die ursprünglich aus Lateinamerika kommt, aber schon seit fast einem Jahrhundert hier angebaut.

Auch wenn das Zitat Friedrichs nach heutigem Verständnis ein ethisches No-Go ist, ist der Grundgedanke jedoch noch sehr aktuell. Bei Dingen, die uns unbekannt oder neu sind, lassen wir Vorsicht walten. „Es gehört zu unseren Urinstinkten, in einer sicheren Komfortzone zu bleiben, um unser Überleben zu sichern“, erklärt Oliver Kerner, Vertriebstrainer und Gründer von OK-Training. „Doch im Alltag erwarten uns heutzutage allgemein seltener Gefahren, die uns das Leben kosten können. Trotzdem verharren viele Menschen in bekannten Mustern, was Weiterentwicklung hemmt und Erfolgserlebnisse reduziert.“ Kerner gibt Tipps, wie man diese Barriere überwindet und das Leben bunter und erfüllter gestaltet.

Zunächst möchte er einmal klarstellen: „Erfolg hat nicht zwangsläufig etwas mit Geld, Ruhm oder Macht zu tun“, so der Coach. Dies seien Faktoren, die von außen gern als Maßstäbe herangezogen werden. „Vor allem im Berufsleben – und sie wirken. Mitunter so stark, dass man die eigene Integrität, Überzeugung oder eigenen Werte verrät.“ Daher fragt der Coach: „Kann man sagen, man hat ein erfolgreiches Leben, wenn man viel Geld besitzt, aber nicht das Gefühl hat, man selbst zu sein, und unglücklich ist?“

Nun, die einen sagen so, die anderen sagen so. Der Punkt sei aber doch: „Was ist einem selbst wichtig im Leben? Und was passiert, wenn ich etwas wage, auf etwas verzichte oder etwas ändere?“ Hier hilft es seiner Meinung nach abzuwägen, welches Ausmaß eine Wendung im Leben nach sich ziehen könnte. Natürlich sollten bestimmte Dinge wie Gesundheit, Job oder soziales Umfeld nicht existenzbedrohlich gefährdet werden. „Doch nur wer Neues wagt, kann sich entwickeln, neue Erfahrungen sammeln und das Erfolgsgefühl spüren, wenn das Wagnis gelingt.“

Warten auf den Aha-Effekt

Dass man seine Komfortzone verlassen hat, merkt man immer dann, wenn der Aha-Effekt eintritt. Aha, das wusste ich noch nicht; aha, so fühlt sich das an; aha, so geht das. Kinder sind hier ein gutes Beispiel für gekonnte Erfolgssammler. Anders als wir probieren Kleinkinder einfach aus, bis es klappt. Die zig Fehlversuche vorher werten sie nicht negativ, sondern machen es anschließend einfach anders und freuen sich dann, wenn etwas gelingt.

Schon kleine Ausbrüche aus der Komfortzone können Aha-Effekte bewirken und bieten damit auch immer Potenzial für ein Erfolgserlebnis, wie unbekanntes Essen oder eine neue Sportart auszuprobieren oder den eigenen Standpunkt in einer Diskussion zu verteidigen. Das festigt das Bewusstsein, Selbstbewusstsein und das Bauchgefühl und hilft dabei, auch einmal bei größeren Entscheidungen die Sicherheitszone zu verlassen und so neue Erfolge zu erleben. „Wer öfter im Leben etwas anders macht als sonst, wird auf jeden Fall überrascht, erlebt neue Reize und wird im Vergleich auch häufiger Erfolgs- und Glücksgefühle fühlen“, so Kerner.

„Denken Sie nur an die Kartoffel. Vor Jahrhunderten war sie ein Wagnis, heute ist sie Grundnahrungsmittel und schmeckt fast jedem gut“, resümiert Kerner. „Wie sieht es also mit den Wagnissen wie Insekten oder Algen als Nahrungsmittel aus – haben Sie hier den Aha-Effekt schon erlebt?“ Wenn nicht rät der Trainer: „Raus aus der Komfortzone und neue Erfolge sammeln.“ (Lilian Lehr-Kück)

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