Freizeit und Reise

Die Spannbandbrücke über den Rhein-Main-Donau-Kanal. (Foto: Eva-Maria Mayring)

02.07.2020

Attraktion Spannbandbrücke

Eine Sommer-Flusskreuzfahrt im idyllischen Naturpark Altmühltal

Wenn es endlich Sommer wird, dann zählt eine Flussfahrt auf dem Rhein-Main-Donau-Kanal entlang dem Altmühltal als ein ganz besonderes Erlebnis. Los geht die beschauliche Fahrt auf dem Panoramaschiff Altmühlperle in Kelheim. Vom Sonnendeck aus genießen wir die Aussicht auf die Uferlandschaft des Naturparks Altmühltal. Neben den Wacholdersträuchern sprießt das frische Blattgrün der Birken und Buchen.

Geruhsam schippert die Altmühlperle (50 Meter lang, 10,50 Meter breit und 1,10 Meter Tiefgang) dahin und dabei kann man wunderbar entschleunigen, denn links und rechts geschieht nicht viel. Mal ein Trupp Radfahrer, von einer Bank winken Kinder dem Schiff und Camper suchen für ihre Zelte die sonnigsten Stellplätze.

Auf der Höhe von Essing taucht auf einer Bergkuppe die imposante Burg Randeck auf. Hoch auf dem Kalksteinfelsen ragt sie mit ihrem Aussichtsturm hervor, der in grauer Vorzeit als Hungerturm genutzt wurde. Die heutige Ruine zählt aufgrund ihrer Entstehungszeit um 1000 zu den ältesten Burganlagen Bayerns. Sie durchlief während der Jahrhunderte eine spannende und wechselhafte Geschichte. Raubritter und Adelige beherrschten die ehemals stattliche Anlage. Noch begehbar sind heute Burgverlies und -kapelle.

Die nächste Attraktion folgt nicht weit von Essing. Es ist die berühmte hölzerne Spannbandbrücke, die mit 189,91 Metern Länge die beiden Flussufer des Rhein-Main-Donau-Kanals für Radfahrer und Fußgänger verbindet. Im Jahr 1986 erbaut, zählte die in ihrer Mitte leicht durchhängende Brücke bis 2006 als längste Holzbrücke Europas. Zur Eröffnung des Kanals 1992 zierte sie sogar eine Briefmarke.

Gemächlich geht es weiter vorbei an schmucken, kleine Orten. Doch die stattliche Burg Prunn auf massivem Fels hoch oben errichtet erhält unsere ganze Aufmerksamkeit. Die im 11. Jahrhundert erbaute Anlage war im 13. Jahrhundert bereits im Besitz von Herzog Ludwig II. von Bayern. In der Folgezeit wechselten sehr häufig die Burgherren. König Ludwig I. von Bayern zählte sie im 19. Jahrhundert zu den historischen Denkmälern. Heute gehört sie zur Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen.
Bei Führungen durch die Burg gibt es einiges zu entdecken. Die Besucher können einen romanischen Palas, einen gotischen Saal mit Burgkapelle oder eine mittelalterliche Kemenate besichtigen.

Noch einmal werden wir auf eine Sehenswürdigkeit aufmerksam gemacht. Oberhalb der Stadt Kelheim auf dem Michelsberg thront die Befreiungshalle. Die Pfeiler der Außenfassade des Rundbaus bekrönen 18 Kolossalstatuen als Allegorien der deutschen Volksstämme. Das Denkmal wurde in Erinnerung an den Befreiungskrieg gegen Napoleon, 1813 bis 1815, errichtet. Die Gedenkstätte, von König Ludwig I. in Auftrag gegeben, wurde von Friedrich Gärtner in Anlehnung an antike und christliche Zentralbauideen begonnen und 1863 von Leo von Klenze nach geänderten Plänen vollendet.

Im Innenraum reichen sich 34 Siegesgöttinnen aus weißem Marmor, entworfen von Ludwig Schwanthaler, die Hände zu einem feierlichen Reigen. Sie stützen 17 vergoldete Schilde, die aus der Bronze eingeschmolzener Geschütze gefertigt sein sollen. Da die Beschaffung der großen Marmorblöcke aus Schlanders in Tirol bald Schwierigkeiten machte, konnten nur sechs Figuren aus diesem Stein geschaffen werden. Für die übrigen 28 Göttinnen wurde auf dem Wasserweg Marmor aus Carrara beschafft.

Nach gut vier Stunden Burgen- und Landschaftskunde sowie viel Sonne und frische Sommerluft legt das Schiff in Kelheim an. (Eva-Maria Mayring)

(Burg Randeck - Foto: Eva-Maria Mayring)

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