Freizeit und Reise

Von der Marienbrücke aus hat man einen tollen Blick auf Schloss Neuschwanstein. (Foto: Friedrich H. Hettler)

08.05.2024

Auf Schusters Rappen vor märchenhafter Kulisse

Zum zweiten Mal fand der Bavaria Königsmarsch Allgäu, eine Ultra-Wanderung, rund um Füssen statt

Nach der erfolgreichen Premiere 2023 fand am 4. Mai bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel sowie angenehmen Temperaturen der „2. Bavaria Königsmarsch Allgäu“ statt. Die Ultra-Wanderung führte über gut 41 Kilometer und rund 1000 Höhenmeter durch die Region „Schlosspark im Allgäu“ rund um Füssen und die benachbarten Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein.

Ab sieben Uhr in der Früh ging es auf festen, öffentlichen Wegen, Trails und Steigen von Füssen vorbei an sechs Seen und im wahrsten Sinn erhaben grenzüberschreitend zu herrlichen Ausblicken auf Neuschwanstein und Hohenschwangau. Die Runde war extrem abwechslungsreich, kurzweilig, aber an bestimmten Passagen auch äußerst anspruchsvoll, da extrem steil. Bei Bedarf konnte man allerdings jederzeit ab- und damit auf 22 beziehungsweise 31 Kilometer verkürzen. Am Ende der Tour kam man dann am siebten See, dem Forggensee, beim Festspielhaus Neuschwanstein ins Ziel.

Vom Start mitten in Füssen kamen wir zunächst am Hohen Schloss vorbei zum Lech. Weiter ging es in Richtung Westen, vorbei an der abgetragenen Kobelskisprungschanze über den Hahnenkopfweg zum Burkenbichlberg. Von hier ging es hinunter zum Weißensee. Nach rund einem Kilometer verließen wir den Uferweg und wanderten hinauf zum Alatsee. Nach einer kurzen Pause mit Weißwurstfrühstück beziehungsweise Obatzda ging es entlang des Faulenbachs zum Obersee. Von dort marschierten wir am Südufer zum Mittersee und bogen vor der Waldwirtschaft ab zum Schwärzerweg, einem giftigen Stich, nach Bad Faulenbach, wo wir wieder den Lech sahen.

Beim Lechfall überquerten wir den Lech und kamen flussaufwärts zur Grenze zu Tirol. Zurück nach Bayern ging es in 21 Metern Höhe über den 480 Meter langen Baumkronenweg, getragen von lediglich vier Stützen. Sobald wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, ging es auf dem Königssträßchen zum Schwansee.

Kurz steil bergauf erreichten wir den Fischersteig. Oben angekommen hatten wir einen fantastischen Ausblick auf den Alpsee. Den See immer im Blick umrundeten wir ihn auf dem schmalen Sommerweg und erreichten nach mehr als der halben Wanderdistanz das Alpseebad Hohenschwangau, wo Brotzeit machen angesagt war.

Extrem anspruchsvoll

Wer hier nun dem See in Richtung Hohenschwangau folgte, der verkürzte seine Königstour um 9,5 auf 31,4 Kilometer. Wir entschlossen uns jedoch, die volle Distanz auf Schusters Rappen zu absolvieren. Nun wurde es allerdings extrem anspruchsvoll, denn auf den nächsten 6 Kilometern hatten wir 500 Höhenmeter vor uns und die waren nicht von schlechten Eltern. Nach einigen, absolut notwendigen Verschnaufpausen zum Regenerieren erreichten wir das Berggasthaus Bleckenau, eine ehemalige Jagdhütte König Ludwig II.

An der Bleckenau gibt es für Wanderfreunde zwei Möglichkeiten: Entweder mit dem Shuttlebus bis zur Marienbrücke beziehungsweise nach Hohenschwangau zu fahren oder der Pöllat folgend auf der Teerstraße hinauswandern. Wir entschieden uns nach einer kleinen Erfrischung im Berggasthaus für die Teerstraße. Nach rund einer Stunde Fußmarsch erreichten wir die Marienbrücke, von der aus man einen fantastischen Blick auf Schloss Neuschwanstein hat. Diesen Ausblick darf man sich definitiv nicht entgehen lassen. Dieser Ansicht waren auch zig andere Menschen, denn die Brücke war proppevoll.

Nach diesem Highlight nahmen wir den Weg, auf dem im Winter eine Rodelbahn hinunter nach Hohenschwangau führt. Auf der Rückseite von Schloss Hohenschwangau angekommen führte uns die Wanderung zurück zum Schwansee und dort zum Seerosenteich.

Am Beginn des bereits bekannten Königssträßchen ging es dann rechts ab und hinauf zum Kalvarienberg, wo uns eine tolle Aussicht auf die Königsschlösser erwartete. Von da aus nahmen wir den Stationsweg hinunter zum Lech, überquerten diesen und folgten ihm flussabwärts bis zu dessen Einmündung in den Forggensee. Von hier aus war es dann nur noch ein guter Kilometer bis zu unserem Ziel, dem wunderschön am Forggensee gelegenen Festspielhaus Neuschwanstein.

Dem Veranstalter Michael Raab und seinem Team ist es wichtig, den Bavaria Königsmarsch Allgäu (www.königsmarsch.de) als nachhaltiges Wanderevent durchzuführen. Aus Naturschutzgründen ist die Teilnehmerzahl auf 300 Wanderfreunde begrenzt und es gibt keine Streckenmarkierungen in der Natur. Allerdings wäre die eine oder andere kleine umweltfreundliche Markierung – und solche gibt es – ganz hilfreich und sinnvoll, ohne damit den Nachhaltigkeitsgedanken zu konterkarieren. So müssen die Teilnehmer*innen über Google Maps und spezielle Wander-Apps navigieren – nicht jedermanns Sache.

Trotz dieser kurzen kritischen Anmerkung, der Kinimarsch ist ein tolles Wanderevent in herrlicher Allgäuer Landschaft vor märchenhafter Kulisse. Wer auf Schusters Rappen die mehr als 41 Kilometer des Bavaria Königsmarsch erwandern will, sollte auf alle Fälle eine gute Kondition mitbringen, denn einige Abschnitte der Strecke haben es schon in sich. Aber nicht abschrecken lassen, einfach lostraben und zur Not ein Päuschen mehr einlegen. (Friedrich H. Hettler)

(Der 3. Bavaria Königsmarsch Allgäu findet am 3. Mai 2025 statt und startet wieder im Herzen von Füssen.)

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