Freizeit und Reise

Die Burgruine Aggstein. (Foto: Eva-Maria Mayring)

03.05.2023

Burgen, Klöster und Marillen

Die Wachau, eine Kulturlandschaft mit vielen Hinguckern und Schmankerln

Zwischen Melk und Krems windet sich der breite Strom der Donau rund 36 Kilometer durch das Flusstal. Und an seinen Ufern befindet sich die Wachau, Weltkulturerbe und Erlebnislandschaft für Kenner und Genießer. Wir wollen das Flair dieser grandiosen Landschaft erfahren und ein paar der markanten Punkte der Wachau kennenlernen.

In dieser traditionsreichen Kulturlandschaft präsentiert sich Historie, Kunst und Architektur, wie sie sich über Jahrhunderte mit all den Höhen und Tiefen entwickelten. Ehrwürdige Stifte und Klöster wie Melk und Göttweig geben Zeugnis von Zeiten sowie Epochen und sind Wegweiser vom Gestern ins Heute. Wen zum Beispiel Vergangenheit Kunst und Kirche interessieren, sollte der barocken Benediktinerabtei Melk mit ihren 30 Mönchen einen Besuch abstatten. Seit dem 9. Jahrhundert erzählen die zahlreichen Räumlichkeiten von der Kunst und Kulturgeschichte der Romanik, Gotik bis hin zum Barock. Allein die reichhaltige Bibliothek mit rund 100 000 Bänden sowie eine kunstvoll angelegte Wendeltreppe in die Stiftskirche St. Petrus und Paulus machen einen Rundgang attraktiv und sehenswert. Darüber hinaus beherbergt Melk heute die älteste Schule Österreichs.

Beide Benediktinerklöster thronen hoch über dem Donautal und sind imposante Klosterarchitekturen, die neben sakralen und spirituellen Schätzen auch viel Interessantes an Kunst, Kultur, Natur und Wissenschaft bieten. Das Donautal von oben bietet einmalige Panoramablicke in die Wachau. Die Reblandschaft vom Ufer aus nach oben charakterisiert die Wachau aus anderer Perspektive. Hier treffen wir auf die sportlichen Wachaugenießer*innen. Der Donauradweg zählt zu den beliebtesten Strecken Europas, denn er führt durch ein besonders charmantes Naturjuwel. Vorbei an den fruchtbaren Obstbaumplantagen, den Weinbergen und die Donau immer im Blick – diese Kombination hat Seltenheitswert. „Es ist eine ebene Route, sodass man sich auch auf die vielen Sehenswürdigkeiten ringsherum konzentrieren kann“, erklärt uns eine Radlerin. Die 17 Donauradweg-Etappen sind Touren für jeden Geschmack und haben jeweils unterschiedliche Landschaften und Rastplätze zu bieten.

Richard Löwenherz wurde
hier einst gefangen gehalten

Flussgenuss auf sanften Wellen erleben die Passagiere der Flusskreuzfahrtschiffe. An Bord geht es gemächlich auf der Donau dahin und die Wachau kann in aller Ruhe genossen werden. Aus dieser Perspektive lassen sich zum Beispiel das Chorherrenstift Dürnstein mit seinem markanten blauen Barockturm ganz von der Nähe betrachten. Dass in der nunmehrigen Burgruine von Dürnstein einst der englische König Richard Löwenherz von 1192 bis 1193 von Leopold V. gefangen gehalten wurde, ist bei Führungen eine beliebte historische Ergänzung und lässt die alten Mauern noch interessanter erscheinen.

Auch das ehemalige Kloster Schönbühel ist mit seiner wehrhaften und wuchtigen Anlage ein imposanter Anblick. Es liegt direkt am Donauufer auf einem 40 Meter hohen Felsen. Die Burgruine Aggstein hingegen thront wie ein Falkennest 300 Meter hoch über der Wachau. Wer die vielen steinigen Stufen hinaufsteigen will, kann in die Welt des Mittelalters eintauchen. Auf einem Rundgang durch das gesamte Areal gibt es versteckte Stiegen, hohe Mauern und Türme zu entdecken sowie Verliese, eine Kapelle, Rittersaal und nicht zuletzt eine Taverne wie einst im Mittelalter.

Von mehreren Plattformen der Ruine können Besucher*innen den fantastisch weiten Ausblick über die Wachau genießen und sich wie ein Burgherr ein bisschen in vergangene Zeiten zurückträumen.

In dieser Wohlfühllandschaft dürfen das gute Essen und der Wein nicht fehlen. Seit vielen Jahrhunderten hegen und pflegen die Winzergenerationen ihre Rebstöcke. Die Wachau mit den typischen Terrassengärten zählt zu den bedeutendsten Weinanbaugebieten in Österreich. Bekannt und beliebt sind die Weißweine namens Federspiel oder Smaragd, der etwas mehr Alkohol besitzt. Der Heurige, der mit einem Buschen (Bündel aus Zweigen) an der Eingangstür angezeigt wird, verspricht authentischen Weingenuss aus der aktuellen Traubenernte mit typisch traditionellen Speisen und fröhlicher Stimmung inklusive.

Dann heißt es: „ausg’steckt is“, das bedeutet, dass der Betrieb vorübergehend geöffnet hat und die Weine und Speisen aus Eigenanbau stammen. Eine kulinarische Köstlichkeit aus frischen regionalen Zutaten sind zum Beispiel Wachauer Marillen. Mitte März bis Anfang April öffnen sich die Knospen von rund 100 000 Marillenbäumen zu einem weißen Blütenmeer. Im Juli werden dann die Früchte frisch vom Baum geerntet und es gibt sie als Knödel, Kuchen, Strudeln oder Marmeladen sowie fruchtigen Edelbrand.

Aber das sind noch nicht alle Wachauer Schmankerl. In Dürnstein erfand vor rund 100 Jahren ein Bäcker das Wachauer Laberl. Innen flaumig weich und außen knusprig wird das Brötchen gerne zur Weinverkostung gereicht. Schokolade und regionale Käsespezialitäten bereichern das Angebot und die Schlemmerpalette mit Regionsschmankerln sowie Raritätengenuss. (Eva-Maria Mayring)
 

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