Freizeit und Reise

Das Hotel Tann. Bereits 1946 war aus dem Schutzhaus „Auf der Tann“ eine beliebte Einkehrstätte geworden. (Foto: Armin Huber)

20.02.2024

In der Natur entspannen und den Alltag vergessen

Südtirol: Zur Winterfrische auf den Ritten im Hotel Tann

Der Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud kannte die entspannende, den Geist und Körper beruhigende Wirkung auf dem Ritten in Südtirol. Mehrmals verbrachte er die Ferien mit seiner Familie in Klobenstein. Denn auf 1500 Meter etwas weiter oberhalb von Klobenstein liegt ein versteckter Ort, der schon seit über 100 Jahren seinen Besuchern Kraft und Erholung für Körper, Geist und Seele spendet.

Schon früh erkannten die Menschen intuitiv, dass der Tann-Wald ein besonderer Platz ist, mit seiner Lichtung, seinem grandiosen Blick auf die Seiser Alm und die Dolomiten, seiner guten Luft, die durch die Nadeln der vielen Nadelbäume fließt und gefiltert wird. Hier entstand vor 100 Jahren eine kleine Schutzhütte für die ersten Wanderer in dieser Region. Bereits 1946 war aus dem Schutzhaus „Auf der Tann“ eine beliebte Einkehrstätte geworden, wo die Menschen in ihrer Freizeit zusammenkamen.

Die heutige Hotelchefin Barbara Plunger Untermarzoner des Hotels Tann lebt es täglich ihren Gästen selbst vor, was sie einst von ihrer Mutter gelernt hat: Das Sammeln von Beeren, Wurzeln, Tannenzapfen und Löwenzahnkapern sowie Pilzen. „Es geht weit um mehr als um Nahrung. Darum, sich an der frischen Luft aufzuhalten. Beim Sammeln in der Natur zu entspannen und als Lohn dafür eine ganz besondere, selbst hergestellte Spezialität anbieten zu können.“

Steinpilz-Suppe
mit heißem Stein

Im Winter werden all die guten Zutaten aus der umliegenden Natur von Barbara Plunger getrocknet, eingekocht oder eingelegt, um schließlich daraus zum Beispiel die Steinpilz-Suppe mit heißem Stein zu kochen. Fragt dann ein Gast: „Was macht der Stein in meiner Suppe?“, antwortet die Südtirolerin als wäre es das normalste auf der Welt: „Die Suppe nimmt die Kraft spendende Energie der Steine auf und stärkt unseren Organismus.“

Was die Natur alles zu bewirken vermag, das zeigt sich hier eindrucksvoll. Wenn die umliegenden Wiesen und Wälder tief verschneit sind, ist die magische Ruhe per se schon eine Wohltat. Der Volksmund sagt: Hagebutten, die um Weihnachten gegessen werden, halten den ganzen Winter über Krankheiten fern. Barbara Plunger Untermarzoner hält sich an diese alten Weisheiten, schöpft daraus ihre Inspiration. In der Tann-Küche bereichert deshalb der rote Vitaminspender im Winter Desserts, Marmeladen und delikate Beilagen.

Mit einer unglaublichen Leidenschaft und einem umfangreichen Wissen bringt Hotelchefin Barbara die wilde Natur mit all ihren wunderbaren Aromen, Wurzeln, Blüten, Sprossen, Baumzapfen, Pilzen und Wildfrüchten in ihre Küche. Tann-Fichten-Pesto und Latschenkiefer-Halbgefrorenes oder ein Waldschaumsüppchen von der Fichte und noch viel mehr Köstlichkeiten.

Schweinsschopfbraten
im Heu aus dem Holzofen

Mit den Aromen und Produkten des Waldes bespielt die Waldküche des Hotels Tann die Gaumen und kreiert kulinarische Emotionen, die das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Fitness stärken.

Barbaras Fichtennadelhonig schmeckt auf dem morgendlichen Butterbrot. Ihr Schweinsschopfbraten im Heu ist der Höhepunkt des Abends. Was es mit Barbaras Waldküche auf sich hat, das hat sie nun zum 100-jährigen Jubiläum des Hotels Tann in einem Kochbuch veröffentlicht. Unter dem Titel Licht.Luftig.Gsund stellt die Hotelchefin ihre Geheimnisse der Waldküche allen vor, die auch außerhalb des Ritten sehen möchten, was für Köstlichkeiten der Wald auf der Tann so bietet und bereit sind auch in ihren Wäldern zuhause ein Stück vom Ritten wiederzufinden.

Verborgene Schätze vom Wegesrand stecken in der „Wald-Kraftbrühe“, im Gerstl-Risotto oder in der „Holer-Mulla“. Das Tann ist der Ort für Winterfrische der außergewöhnlichen Art, zum Gedanken Auslüften und Waldluft atmen.

Im Winter kann man dem Geist des Psychoanalytikers Freuds auf dem Ritten besonders gut nachspüren und verstehen lernen, was ihn dort bewegte eines seiner Hauptwerke Totem und Tabu zu schreiben. Es muss die reine, nach Wald duftende Luft gewesen sein, der weite Blick ins Etschtal und auf den Langkofel sowie den Sella-Stock.

Dort wo er einst am liebsten, immer mit diesen Gebirgsschönheiten im Blick wanderte, wurde ein Spazier-Weg nach ihm benannt. Es gibt aber noch viele andere Möglichkeiten um hier oben, fern vom Trubel der Stadt Bozen, der Natur nahe zu sein und seinem Körper und seiner Seele Gutes zu tun. Direkt vor der Haustür des Hotels Tann starten viele Winterwanderwege, alle mit einem unglaublichen Ausblick auf die Dolomitenriesen der Seiser Alm. Auch das Skigebiet am Rittner Horn ist nur einen Steinwurf entfernt. All das umgeben von Barbaras Vorratskammer, dem Wald auf der Tann. (Sonja Vodicka)
 

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