Kommunales

Das soziale Pflichtjahr könnte beispielsweise bei den Tafeln oder in einer Betreuungseinrichtung für Behinderte abgeleistet werden. (Foto: dpa/Bernd Wüstneck)

13.06.2022

Bayerischer Gemeindetag unterstützt Idee für soziales Pflichtjahr

So könnte "andere Einstellung zum Staat entstehen", meint Verbandschef Uwe Brandl

Der Bayerische Gemeindetag unterstützt den Vorschlag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) eines sozialen Pflichtjahrs für junge Menschen. Das könnte e"inen wichtigen Beitrag leisten, um den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu fördern. Wenn jeder Einzelne sich für einen beschränkten Zeitraum in den verschiedenen Institutionen des Staates oder der sozialen Infrastruktur, von den Pflegeeinrichtungen über die Hilfsorganisationen wie Technisches Hilfswerk oder Deutsches Rotes Kreuz bis hin zur Bundeswehr engagieren muss, wird so eine andere Einstellung zum Staat entstehen und der besondere Wert einer Tätigkeit für die Allgemeinheit wird in der Praxis erfahrbar", befindet Uwe Brandl, der Präsident des Gemeindetags.

Für die Etablierung einer solchen Struktur sei allerdings eine erhebliche Zeitspanne erforderlich, um die organisatorischen, finanziellen und rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, gibt Brandl zu bedenken. Möglicherweise erfordere eine solche Verpflichtung auch eine Verankerung im Grundgesetz. "Deswegen wäre es ein wichtiger Zwischenschritt, die Anreize und Möglichkeiten, etwa für den Bundesfreiwilligendienst oder das soziale Jahr wie auch für das ehrenamtliche Engagement bei der Feuerwehr, beim THW oder beim Roten Kreuz viel deutlicher zu fördern und gleichzeitig die Anerkennung einer solchen Tätigkeit, zum Beispiel im Hinblick auf spätere Studienplatzvergabe oder auch bei der späteren Bewerbung für den öffentlichen Dienst, deutlich zu verbessern“, so der Verbandschef abschließend. (BSZ)

Kommentare (1)

  1. SirBartl vor 2 Wochen
    Ich teile Herrn Steinmeiers Meinung nicht ganz.

    Die Wehrpflicht wurde in Deutschland nur ausgesetzt. Es wäre besser diese wieder einzusetzen. Und den Zeitraum nicht wie zuletzt auf 6 Monate belassen sondern, wie z.B. in Israel, auf mindestens 24 Monate/30 Monate auszuweiten. Wahlweise sollte man entweder die volle Zeit Wehrdienst, Zivildienst, oder Halbe/Halbe machen müssen!!!

    Dies würde die jungen Menschen in unserem Land (Männlein/Weiblein/Diverse und zwar alle, ohne Ausnahme, die einen deutschen Pass besitzen) zur Vernunft und vielleicht mal zum Nachdenken anregen. Und danach bekommt man seinen "Scheiss" auch selbst gebacken!

    Ich habe den Wehrdienst damals verweigert, da ich 13 Monate Zivildienst für sinnvoller hielt und da das monatliche Gehalt um einiges höher war als beim Bund (und zugegeben, auch oft etwas Trinkgeld rausschaute ;-). Ein gebrauchtes kleines Auto war nach der Berufsausbildung mein Eigen und mußte irgendwie erhalten werden. Weggehen wollte man auch noch. Evtl. Freundin ausführen. Da bot sich das Gehalt beim Zivildienst an. Zu DM-Zeiten konnte man auch noch gut mit 50 Mark weggehen. Da blieb sogar noch was übrig :-)

    Und geschadet hat der Zivildienst nicht. Essen ausliefern, alten Leuten die Urineilagen wechseln, die Leute zum Arzt fahren, sie Duschen/Waschen, mit ihnen essen, mit ihnen einkaufen gehen, spazieren gehen, nur mal zuhören oder auch notgedrungen etwas Kochen lernen, Ölheizung auffüllen, Holzofen einheizen, den Schwestern bei der Dekubitusversorgung unter die Arme greifen, Schwerstkranke aus dem Bett heben, die gleiche Geschichte zum 5. mal hintereinander hören, etc.. Das hat mich persönlich nachhaltig geprägt.

    Von den Spezln hörte man nur: Nach der "Grundi" waren wir dauernd besoffen....... Wäre ich auch gerne gewesen. Aber was ist jetzt sinnvoller?! Beim Grundwehrdienst hätte damals schon unbedingt nachgebessert werden müssen. Alleine die Musterung hier in München war eine Farce. Sowas glaubt einem keiner wenn man erzählt, was da im Musterungsamt los war.

    Und ich möchte die Zeit beim Zivildienst nicht missen. Sie war anstrengend aber im Nachhinein hat Sie diesbezüglich auch mein Verhalten und meinen Respekt gegenüber älteren Menschen geprägt. Auch den eigenen, älteren Angehörigen gegenüber. Viele haben von Früher und vom Krieg und von ihren Entbehrungen (Flucht, Vertreibung) erzählt. Von Familienschicksalen ("mich besuchen weder Kinder noch Enkel, die warten doch darauf, dass ich sterbe und sie mein Geld bekommen"; "der vom Gericht eingesetzte Betreuer lässt sich fast nie blicken", etc. pp).

    Warum kann man unserer Jugend sowas nicht mehr zumuten (O-Ton eines Politikers?-Quelle hab ich vergessen..) Weil alle nur noch helikoptert werden? Weil Sie nicht wissen ob sie heute mit und Morgen ohne Pipi oder Binärsexuell oder sonst was sind? Die nur noch FFF-Treffen im Kopf haben aber nichts leisten wollen? Nur krakeelen und bloggen und influenzen? Nur rumveganern. Das sind keine Jobs bzw. Lebenseinstellungen, das ist nur noch bemitleidenswert.

    Tut was für Euer Land und eure Mitmenschen!!!!
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Jahresbeilage 2022

Nächster Erscheinungstermin:
09. Dezember 2022

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 11.12.2021 (PDF, 15 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.