Kommunales

Im Skills Lab war der Übungspatient der heimliche Star des Tages. In der Dummy-Puppe steckt viel moderne Technik. (Foto: Müller)

24.05.2023

Tag der offenen Tür an den Medbo-Pflegeschulen

Zu der Veranstaltung der Einrichtung des Bezirks Oberpfalz wurden mehr als 350 Besuchende begrüßt

Eine runde Sache: Die Medbo- Pflegeschulen feierten kürzlich ihren 100. Geburtstag. Am Tag der offenen Tür präsentierten Lehrkräfte, Auszubildende und ehemalige Absolvent*innen den Lern- und Lehralltag genauso wie die beruflichen Perspektiven nach dem erfolgreichen Staatsexamen als examinierte Pflegefachkraft.

Pünktlich um 10.00 Uhr eröffnete Harald Rzychon die Geburtstagsfeier: „Dass sich in den letzten 100 Jahren bei uns einiges getan hat, liegt auf der Hand“, sagte der Schulleiter. „Ich kann Ihnen dennoch versprechen: Sie werden überrascht sein, wie die Pflegeausbildung heutzutage tatsächlich aussieht!“ Mit diesem Spannungsbogen wünschten Harald Rzychon und sein Team viel Spaß bei der Entdeckungstour durch das Schulhaus.

Das ließen sich die rund 350 Besucher*innen nicht zweimal sagen. Denn die Infostände, die Bildergalerie „Pflegeausbildung damals und heute“ und das Fingerfood in der Aula waren erst der Anfang. Und schließlich wollten sich viele auch auf das Medbo- Quiz vorbereiten, bei dem es Getränke- und Essensmarken für den Dultbesuch danach zu gewinnen gab.

Los ging’s am Geburtstags-Erlebnisparcours im Skills Lab. Dort wartete Lehrkraft Dominik Schrembs mit seinen Kolleg*innen und einem besonderen Patienten auf die neugierigen Besucher*innen. Schnell wurde klar: Hinter der Dummy-Puppe versteckt sich mehr, als sie auf den ersten Blick verrät. „Nämlich eine ganze Menge Technik“, betont Schrembs.

 

Ruhe bewahren, wenn der Blutdruck des Kranken fällt


Mit der sogenannten High-Fidelity-Puppe können verschiedene Pflege- und Behandlungssituationen simuliert werden, die sonst im Praxisalltag auf Station kaum planbar wären. „Wir können der Puppe über ein Mikro vom Regieraum nebenan eine Stimme geben. Oder die Vitalwerte beeinflussen.“ Wenn mitten im Verbandswechsel ein Angehöriger noch etwas Dringendes wissen will und obendrein noch der Blutdruck des Kranken fällt, heißt es Ruhe bewahren. „Sonst gibt es für jede Simulation ein Drehbuch, auf das verzichten wir heute aber“, so Schrembs.

Schnell war das Übungsbett umringt von interessierten Nachwuchspflegenden, die mithilfe der Anweisungen aus der Regie ihren ersten Kranken versorgten. „Schon echt raffiniert, wie Technik die Praxis in die Schule holen kann“, sagte eine begeisterte Mutter, die sich mit ihrer Tochter über den Pflegeberuf informieren wollte.

Ähnlich praktisch ging es auch in den Themenräumen zu Medizin und Pflege zu. Für besonders viele Lacher sorgte hier der Suchtparcours. Spezielle Rauschbrillen machten deutlich, wie sich 0,8 bis 1,3 Promille auf Wahrnehmung und Koordination auswirken können. Die Gegenstände wirken weiter entfernt, das Sehvermögen wird geschwächt und das Gleichgewicht aus dem Lot gebracht. In diesem künstlich forcierten Zustand wurden Dosenwerfen, Hindernisparcours oder Balancepfad zu ganz besonderen Herausforderungen.

 

Großes Interesse am Gerontologischen Simulator



Eine Station weiter sorgte Gert – die Abkürzung steht für Gerontologischer Simulator – für ähnliche Erlebnisse. Dabei handelt es sich um einenAnzug, der seinen Tragenden innerhalb weniger Sekunden um viele Jahre altern lässt. „Meine Beine und Arme sind total schwer geworden. Allein Treppensteigen hat mich ganz schön angestrengt“, berichtet eine Schülerin, die sichtlich froh war, den Gert wieder von den Schultern zu haben. Nebenan wurden Blutdruck, Puls und Blutzucker gemessen während sich andere am Live-Sezieren von echten Schweineorganen versuchten. Ein weiterer Höhepunkt war das Gesprächsforum „Karrierewege in der Pflege“. Hier berichteten erfahrene Pflegekräfte, wie es ihnen nach ihrer Ausbildung ergangen ist. Zu ihnen gehörte auch Johannes Lichtenegger. Der 21-Jährige hat seine Pflegeausbildung bei der Medbo im Jahr 2020 erfolgreich abgeschlossen.

Doch dem Klassenzimmer hat er den Rücken nicht gekehrt. Heute studiert der junge Mann nebenberuflich Pflegepädagogik und steht als Trainee-Lehrkraft vor den Pflegeklassen. „Vom Schüler zum Lehrer war für mich natürlich ein großer Schritt“, sagt Johannes Lichtenegger, „aber ich war von der Ausbildung so begeistert, dass ich sie jetzt gerne mitgestalten und vor allem mit weiterentwickeln möchte.“

Auch seine Kollegin Steffi Meyer möchte nach eigenem Bekunden gestalten und entwickeln. Für sie steht aber ihr Stationsteam im Fokus. „Mich hat es in die Führung verschlagen“, sagt die 37-Jährige. Aktuell macht die junge Frau ihren Bachelorabschluss im Studienfach Management in Gesundheitsberufen. „Ich bin stellvertretende Stationsleitung in der Erwachsenenpsychiatrie. Kurz gesagt, weil es mir gut geht, wenn es meinen Kolleginnen und Kollegen gut geht.“

 

Studiengang B.Sc. Psychiatrische Pflege gut nachgefragt



Nicole Ehemann reizte dahingegen der Schritt in die Fachkarriere, den sie vor zwei Jahren getan hatte: „Ich habe damals den Bewerbungsaufruf der Medbo gelesen und meine Bewerbung war im Kopf eigentlich schon fertig und verschickt“, sagt die 26-Jährige.

Der Studiengang B.Sc. Psychiatrische Pflege an der Hochschule Döpfer wird nicht nur von der Medbo gefördert, sondern wurde auch inhaltlich von der Medbo mit entwickelt. Ihr Herz schlägt für die Patientenversorgung, für deren Weiterentwicklung sie einen persönlichen und gleichzeitig wissenschaftlich-fundierten Beitrag leisten möchte. „Und nicht zuletzt konnte ich durch die Pflegeausbildung das Studium auf fünf Semester verkürzen“, so Ehemann. Um 14.00 Uhr ging der Tag der offenen Tür langsam zu Ende. „Ich bin wirklich sehr stolz, was die Kollegen und Schüler heute alles geboten haben“, sagt Harald Rzychon. „Für mich hätten wir unseren Geburtstag nicht besser feiern können.“ Schließlich wird man ja nicht alle Tage 100 Jahre alt. (Johannes Müller)


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