Kommunales

Über Wochen gab es Debatten über das Tram-Projekt in der Metropolregion Nürnberg. Nun ist eine Entscheidung gefallen. Neben der Planung wird es künftig auch darum gehen, entstandene Wogen zu glätten. (Foto: Stadt Erlangen/Christian Horn)

10.06.2024

Ja zum Bau der Stadt-Umland-Bahn

Erleichterung in Erlangen

Nach der mehrheitlichen Zustimmung in Erlangen für den Bau der Stadt-Umland-Bahn überwiegt die Erleichterung bei den Unterstützern. Die Planungen sollen nun schnell vorangehen. "Jetzt gibt es Klarheit und wir können uns mit voller Kraft dem letzten Schritt im Genehmigungsverfahren, dem Planfeststellungsverfahren bei der Regierung von Mittelfranken, und der konkreten Vorbereitung der Bauphase widmen", sagte Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) am Montag.

Das Planfeststellungsverfahren soll demnach noch im kommenden Jahr beginnen. Der Baubeginn ist laut Janik für 2028 geplant, die abschnittweise Inbetriebnahme bis Erlangen Süd im Jahr 2031. "Ziel ist es, dass die Bahn 2034 in Herzogenaurach ankommt."

Bei einem Bürgerentscheid über das umstrittene Straßenbahnprojekt hatten sich am Sonntag etwas mehr als 52 Prozent der Wählerinnen und Wähler in Erlangen dafür ausgesprochen. Knapp 48 Prozent hatten mit Nein gestimmt. Mit der Stadt-Umland-Bahn (StUB) soll die bestehende Tram in Nürnberg über Erlangen bis nach Herzogenaurach verlängert werden. Die Kosten werden auf rund 640 Millionen Euro geschätzt - zu 90 Prozent getragen von Bund und Land.

In den Wochen vor der Abstimmung hatte es vor allem in Erlangen, aber auch in den beiden anderen Städten eine lebhaft geführte Debatte gegeben. Viele Unterstützer zeigten sich nach dem positiven Votum erleichtert. Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte wiederholt für das Projekt geworben. Das Ergebnis der Stadt-Umland-Bahn mache große Freude, sagte Söder am Montag in München. "Wir haben uns klar positioniert und haben deswegen auch gewonnen. Das ist für die mittelfränkische Region sehr, sehr gut."

Der Ratsvorsitzende der Metropolregion Nürnberg, Peter Reiß, sprach von einem Meilenstein für die gesamte Metropolregion. Das Projekt werde nicht nur die Anbindung zwischen den Städten verbessern, sondern auch die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger erheblich steigern. Nürnbergs OB Marcus König (CSU) sprach von einem bedeutenden Schritt für die Mobilitätswende der Region. Der Landesvorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern, Richard Mergner, dankte der Mehrheit der Erlangerinnen und Erlanger, dass sie sich trotz der massiven Fehlbewertungen über die angeblich negativen Folgen einer Stadt-Umland-Bahn durch die Gegner nicht beirren ließen.

Der bisherige Hauptgegner des Projekts, die Erlanger CSU, hatte noch am Sonntag mitgeteilt, das Votum akzeptieren zu wollen. "Auch wenn wir von der aktuellen Trassenführung und der vorliegenden Planungstiefe nicht überzeugt sind, hat das Votum der Bürgerinnen und Bürger für uns einen hohen Wert", teilte Christian Lehrmann, Fraktionsvorsitzender der Erlanger CSU-Stadtratsfraktion, mit. CSU-Bürgermeister Jörg Volleth betonte, der Wahlkampf habe in der Stadtgesellschaft Gräben aufgeworfen, die es nun wieder zu schließen gelte.

Erlangens OB Janik gab sich am Montag zuversichtlich, dass dies gelingen wird. Erlangen sei traditionell eine Stadt der Bürgerentscheide. Auch in der Vergangenheit habe es Entscheide zu durchaus umstrittenen Themen gegeben. "Und immer ist es danach gelungen, dann auf Basis der Entscheidung konstruktiv weiterzuarbeiten. Ich bin sicher, dass das auch hier gelingt."
(Sebastian Schlenker, dpa)

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