Kommunales

Die Menge an illegal entsorgtem Müll nimmt seit Jahren zu. (Foto: dpa/Jens Büttner)

17.09.2021

Mit Smart Waste Management gegen illegalen Müll

Steigende Umweltbelastung durch unerlaubte Abfallentsorgung zwingt Kommunen zu technologischer Aufrüstung

Unerlaubte Müllentsorgung ist ein Problem für die Umwelt und Lebensqualität in Kommunen. Sie nimmt stetig zu – und mit ihr die Belastungen für die Kassen der Städte und Gemeinden, die sich um das ordnungsgemäße Entsorgen kümmern müssen. Künftig braucht es dafür intelligente Netzwerktechnologien: Smart Waste Management.

Dass auch die Bewohner*innen selbst an den Erfolg und Einsatz von Technologien im Zusammenhang mit illegaler Müllentsorgung glauben, bestätigte unlängst eine Studie im Auftrag der Beratungsfirma Axis Communications. Die Ergebnisse zeigen: Über ein Drittel der deutschen Befragten (36 Prozent) ist überzeugt, dass durch mehr Kontrollen über Technik, wie Kameras, das unerlaubte Abladen von Abfall in Städten eingeschränkt werden könnte. In Österreich teilen diese Meinung 30 Prozent, in der Schweiz 27 Prozent der Befragten.

Keine riesigen Summen für neue Technologien nötig

Etwa ein Drittel der Österreicher (37 Prozent) und Schweizer (31 Prozent) glauben zudem, dass die Einführung von Pfand das Müllsammeln im Land weiter fördern könnte. An den Einfluss von Nachbarschaftspolizei glauben alle Befragten hingegen nur bedingt. Einig sind sich die deutschen (63 Prozent), österreichischen (62 Prozent) und schweizer Befragten (62 Prozent) zudem darüber, dass die unerlaubte Müllentsorgung in Städten ein Problem darstellt. Werden Netzwerkkameras bisher insbesondere für die Sicherheit in Städten eingesetzt, können sie künftig auch für andere Zwecke und vielseitige Analysen verwendet werden - beispielsweise für die Bekämpfung illegaler Müllentsorgung. Dabei müssen Städte keine riesigen Summen für neue Technologien ausgeben. Sie können vorhandene Videosicherheitstechnik smart nutzen und umfunktionieren.

Die belgischen Städte Lummen und Beringen setzen beispielsweise auf das Überwachungssystem von Mobiqam und mobile Netzwerkkameras von Axis Communications. Letztere werden temporär oder dauerhaft an Orten installiert, an denen Vermüllung oder das unerlaubte Abladen von Müll häufig vorkommen. Die Kameras schrecken potenzielle Täter ab. Kommt es trotzdem zu Verstößen, kann das Videomaterial zur Strafverfolgung genutzt werden. Dies hilft nicht nur der Stadt, der das ordnungsgemäße Entsorgen des Mülls sehr viel Geld kostet. Die Lösung trägt auch dazu bei, die Umwelt sauberer zu halten und damit die Lebensqualität der Bürger*innen zu verbessern.

Effizienter dank des Internet of Things

Einige Kommunen gehen noch einen Schritt weiter: Sie wirken nicht nur der illegalen Müllentsorgung entgegen, sondern setzen sich auch dafür ein, die eigene Müllabfuhr mithilfe des sogenannten Internet of Things (IoT) effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Das hessische Darmstadt hat Anfang dieses Jahres die bundesweit erste städtische Datenplattform mit Anwendungen zu Verkehr, Umwelt und auch Müll gestartet. Über diese können unter anderem die Füllstände von Mülltonnen abgerufen werden. Möglich machen dies Sensoren in den Müllbehältern. Per Datenübertragung informieren die Sensoren die städtischen Mitarbeitenden des Abfallentsorgungsbetriebs EAD Darmstadt, wenn die Behälter voll sind und zur Leerung angefahren werden können.

Das System empfiehlt zudem die beste Route für die Leerungstour. Die Müllabfuhr folgt damit keinen festen Routinen mehr – unabhängig davon, ob Müllcontainer voll oder leer sind – sondern fährt gezielt nur volle Behälter an. Das spart Kosten, verringert CO2-Emissionen und reduziert Lärm. Neben effizienteren Entsorgungsabläufen können die kabellosen IoT-Sensoren auch ein Alarmsignal im Fall von Hitzeentwicklung absetzen. Im Verbund mit Netzwerkkameras, die die gesamte Situation im Blick haben, kann Brandstiftung auf diese Weise schnell erkannt und eine mögliche Ausbreitung von Feuer verhindert werden. (Edwin Beerentemfel)

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