Kommunales

Eine Schülerin der Volkshochschule Garmisch-Partenkirchen besucht einen Italienisch-Kurs. Zum Jahreswechsel sollen die neuen Angebote ins Netz gestellt werden. (Foto: dpa/Angelika Warmuth)

14.01.2022

Nachfrage nach Digitalangeboten wächst

Auf einer neuen Webseite werden die Online-Kurse der bayerischen Volkshochschulen gemeinsam dargestellt und beworben

Schon vor Corona haben sich manche der rund 200 Volkshochschulen (VHS) im Freistaat auf den Weg gemacht, Kurse und Vorträge digital anzubieten. Die Pandemie hat den Trend noch befeuert. Und nun ist sogar eine gemeinsame Plattform von 20 bayerischen Volkshochschulen an den Start gegangen, in der das Kursangebot gebündelt wird. Ob Sprachen, Sterne-Schmaus oder Schweden-Vortrag: Mittlerweile kocht nicht mehr jede VHS ihr eigenes Süppchen, sondern es wird auf Zusammenarbeit gesetzt. Auf der neuen Webseite www.onlinevhs.bayern werden die Online-Kurse vieler bayerischer Volkshochschulen nun gemeinsam dargestellt und beworben.

Die Initiatoren sind überzeugt von der Idee und bezeichnen das Konzept als zukunftsfähig – auch für die Kommunen, die hinter den Volkshochschulen stehen. Teilnehmende können ab sofort flexibel aus dem digitalen VHS-Angebot auswählen und werden für die Kursbuchung dann zur Webseite der jeweils anbietenden Volkshochschule weitergeleitet. Allgemeine, politische und kulturelle Weiterbildungsangebote, Gesundheits- oder Sprachkurse stehen beispielsweise auf dem Programm.

Zahl der Online-Kurse seit Corona-Beginn verzehnfacht

Laut VHS steigt die Nachfrage nach digitalen Angeboten enorm: Waren es vor der Corona-Pandemie im Jahr 2019 erst 900 Online-Kurse jährlich, wurden im Jahr 2020 bereits 9000 Online-Kurse von Volkshochschulen in Bayern durchgeführt – eine Tatsache, die auch Ulrich Holzapfel bestätigen kann. Der Leiter der VHS Straubing hat seine Einrichtung schon früh auf digitale Angebote getrimmt und baut diese immer weiter aus. Schon 2013 hat Straubing sich mit einigen weiteren Volkshochschulen zusammengeschlossen und einen mehrteiligen Online-Strickkurs für überregionale Handarbeitsfreunde auf die Beine gestellt. „Das war damals gar nicht so einfach, wir hatten noch keine Infrastruktur und keine VHS-Cloud. Aber es hat sich gelohnt. Die Tutorials sind immer noch bei Youtube anzusehen. Die Resonanz war sehr gut und wir haben unglaublich viel dadurch gelernt und kennen uns so auch besser untereinander“, blickt Holzapfel auf die Anfänge zurück.

Als dann 2020 die Pandemie ausbrach, konnte auf viel Erfahrung zurückgeblickt werden. „Andere Volkshochschulen waren in Kurzarbeit, wir haben Überstunden aufgebaut.“ Besonders gut laufen ihm zufolge Sprachkurse, Kochen, Vorträge und EDV-Angebote. Holzapfel, der sich auch zuvor schon in der Kompetenzgruppe „Digitale Transformation“ engagierte, war daher gerne mit an Bord bei der gemeinsamen Plattform.

Die Vorteile liegen für ihn auf der Hand: „Man muss nicht lange durch sämtliche Volkshochschulen in Bayern klicken, wenn man einen Kurs sucht, sondern hat eine zentrale Seite, die zudem auch noch besser in den Suchmaschinen gefunden wird. Auch ausgefallenere Kurse werden durch die überregionale Ausrichtung nachgefragt, sodass sich auch der Kursleiter freut, wenn sein Angebot angenommen wird. Und für den Kursteilnehmer selber gibt es eine unglaublich breite Auswahl.“ Da auch eine Stadt wie Straubing von einem breiten Kursspektrum profitiert, steht nach den Worten des VHS-Chefs auch die Kommune dahinter.

Breiteres Bildungsangebot

Das kann auch Christof Schulz unterstreichen. Er leitet die VHS SüdOst im Landkreis München. Die fünf Gemeinden, die hinter dieser Volkshochschule stehen, unterstützen ihn: „Sie sehen, dass den Bürger*innen ein noch viel breiteres Bildungsangebot gemacht werden kann.“ Die ersten Kurse stehen schon auf der Plattform und es sei allgemein gut angelaufen, bilanziert er. Den „richtigen Schwung“ erwartet Schulz dann um den Jahreswechsel – wenn alle beteiligten Einrichtungen ihr neues Jahresprogramm online stellen. Und er glaubt auch: „Weitere Kollegen werden sich sicher noch anschließen. Es dauert manchmal ein wenig, bis sich gute Ideen durchsetzen.“

Auch die VHS SüdOst hat sich früh auf den digitalen Weg begeben. Doch dazu bedarf es auch des Rückhalts der Kommunen, weiß Schulz, der ebenfalls Mitglied der Kompetenzgruppe war: „Wenn man das Kursangebot auf einen breiteren, manchmal sogar internationalen Rahmen bringt, dann wirft das viele Fragen auf: Darf ich das? Wie reagieren die kommunalen Gremien darauf?“ Bei ihm im Landkreis habe man die vorhandenen Zweifel in längeren Gesprächsrunden ausräumen können und freue sich über die Erfolge.

Die neue Webseite ging Anfang November an den Start mit den Volkshochschulen Augsburg, Bamberg-Land, Deggendorf-Land, Fichtelgebirge, Freising, Hof-Land, Norden des Landkreises München, Osten des Landkreises München, VHS im Zweckverband Kommunale Bildung im Landkreis Haßberge, Landshut, Regensburg-Land, Rupertiwinkel, Straubing, SüdOst im Landkreis München, Taufkirchen, Unteres Pegnitztal, Würzburg und Umgebung sowie Zirndorf und Stein. „Durch den gemeinsamen Internetauftritt schaffen wir mehr Sichtbarkeit für die Bandbreite an kreativen Online-Formaten bayerischer Volkshochschulen, die Nutzer so vielleicht noch gar nicht auf dem Radar hatten“, sagt auch Christian Hörmann, Vorstand des Bayerischen Volkshochschulverbands. Auch der Verband geht von steigenden Teilnehmerzahlen unter den bayerischen Volkshochschulen aus.
(Melanie Bäumel-Schachtner)

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