Kommunales

So sieht der neue Heilkräutergarten aus. (Foto: Bezirk Oberfranken)

28.05.2021

Ökologie und Gesundheit im Fokus

Neuer Heilkräutergarten am Museum für bäuerliche Arbeitsgeräte des Bezirks Oberfranken

Bald beginnt wieder die Gartensaison im Museum für bäuerliche Arbeitsgeräte. Im letzten Jahr wurde auf dem Museumsgelände als erster Meilenstein des Leader-Projekts „Lernwerkstatt Museum und Schule“ ein Heilkräutergarten angelegt, der nun im Frühjahr wieder für die beginnende Vegetationsperiode vorbereitet wird. Frostempfindliche Pflanzen werden abgedeckt und kontrolliert, ob sie den Winter gut überstanden haben, einjährige Heilkräuter werden nach den letzten Frösten im Mai in die Beete gepflanzt.

„Das Leader-Projekt stärkt die Zusammenarbeit zwischen Museum und Schule und setzt gleichzeitig einen Schwerpunkt auf innovative Methoden. Der Kräutergarten als Lernort soll es ermöglichen, Schülerinnen und Schülern den Sinn für Ökologie und Gesundheitsthemen in anschaulicher und vor allem praktischer Weise zu vermitteln“, so Bezirkstagspräsident Henry Schramm (CSU).

Äskulapnatter als Leitmotiv für den Grundriss

Die Pflanzen des Heilkräutergartens wurden nach ihrer Wirksamkeit für verschiedene Organe gruppiert. Das Leitmotiv für den Grundriss des Gartens bildet das Symbol der Medizin und Heilkunde, die Äskulapnatter. Als schmaler Pfad schlängelt sie sich um den Hauptweg und begrenzt somit einzelne Flächen für die verschiedenen Wirkungsbereiche, wie etwa Magen und Darm, Leber und Galle, Atemwege oder Hauterkrankungen. Ein weiterer Abschnitt im Garten ist den essbaren Blüten vorbehalten. Es wurden 65 verschiedene Arten von Kräutern und Blumen ausgewählt und insgesamt 276 Pflanzen im neuen Garten des Museums für bäuerliche Arbeitsgeräte angepflanzt. Darunter altbekannte, wie zum Beispiel Thymian und Salbei, aber auch weniger bekannte Heilpflanzen wie Ysop, Hirtentäschl, Gundermann und Herzgespann. In erster Linie steht bei den Pflanzen die Heilwirkung im Fokus, viele können aber auch kulinarisch verwendet werden. Der Kräutergarten wird zum Ausgangspunkt für zahlreiche museumspädagogische Angebote, die im Projekt „Lernwerkstatt Museum und Schule“ entwickelt werden. Die Beschilderung für die Anlage wurde im letzten Jahr mit dem P-Seminar „MuseumsHeilkräuterGarten“ vom Gymnasium Christian-Ernestinum unter Leitung von Biologielehrer Markus Lenk (StD) realisiert, die in Zukunft eine selbstständige oder angeleitete Auseinandersetzung von Schülerinnen und Schülern mit dem Anbau, der Nutzung und der Verarbeitung von Heilkräutern ermöglichen soll. „Alltagskompetenzen und Lebensökonomie sind Themen, die als Projekttage im bayerischen Lehrplan verankert sind. An die dazugehörigen Bereiche wie Gesundheit und Umweltverhalten lässt sich in Zukunft mit dem Garten perfekt anknüpfen“, erläutert Projektmitarbeiter Johannes Kempf.

Die Anlage des Kräutergartens ist Teil des Leader-Projekts „Lernwerkstatt Museum und Schule“, das am Museum für bäuerliche Arbeitsgeräte angesiedelt ist. Neue Wege der Wissensvermittlung im Museum sind das Ziel des auf den Zeitraum von drei Jahren angelegten Projekts, bei dem die junge Generation mit ihren Interessen und Bedürfnissen im Mittelpunkt stehen soll. Der Bezirk Oberfranken entwickelt in diesem Projekt anhand der Objekte im Museum für bäuerliche Arbeitsgeräte in Bayreuth zeitgemäße museumspädagogische Module, die auch auf kleinere Museen im Landkreis übertragbar sind.

Anknüpfungspunkte bieten

„Anhand unterschiedlicher Themenschwerpunkte, wie etwa der Konzeption von Projekttagen, sollen von Anfang an Bezüge zu technischen und physikalischen Phänomenen, zur aktuellen Ernährungsproblematik bei Kindern und Jugendlichen oder zu Fragen im Umweltbereich geschaffen werden. Diese sind konzeptionell und inhaltlich bedingt in heimatkundlichen und regionalen Museen meist eher unterrepräsentiert, obwohl die vorhandenen Objekte in vielen Museen durchaus Anknüpfungspunkte bieten“, erläutert Barbara Christoph, Leiterin der KulturServiceStelle des Bezirks Oberfranken den Hintergrund des neuartigen Projekts.

Eigenaktivität und Partizipation stehen im Mittelpunkt, wenn beispielsweise die Sammlung des Museums nach den Interessen der Schüler*innen zusammen mit den Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeitern neu strukturiert und nutzbar gemacht werden soll. Grundlegend bei den museumspädagogischen Konzepten, die momentan entwickelt werden, ist die Anbindung an die Anforderungen des bayerischen Lehrplans. Gerade nach einer Stabilisierung der Corona-Lage, wenn Schulausflüge und Projekttage mit externen Partnerinnen und Partnern wieder planbar und möglich sein werden, ist neben dem Spaß für die Schülerinnen und Schüler auch die Relevanz für den Unterricht ausschlaggebend.
(Johannes Kempf)

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