Kommunales

Das Fundament der Klingsölde in Altdorf stammt aus dem späten 17. Jahrhundert. (Foto: Bäter)

07.10.2021

Sebastian Stanglmaier geehrt

Denkmalpreis des Bezirks Niederbayern geht an Bauherren der Klingsölde in Altdorf

Im Jahre 1695 wurde der Blockbau der Klingsölde in Altdorf erbaut. Mit seinem Frackdach und dem zweiseitig umlaufenden Schrot (Balkon) gehört das Gebäude zu den eigenwilligsten und selten erhaltenen Beispielen der Bauernhausarchitektur im Landshuter Raum.

Dass dieses Baudenkmal erhalten bleibt, ist der gelungenen Instandsetzung von Sebastian Stanglmaier, Bürgermeister der Marktgemeinde Altdorf, zu verdanken. Dafür wurde ihm unlängst der Denkmalpreis des Bezirks Niederbayern verliehen. Als Dank für das außerordentliche denkmalpflegerische Engagement erhielt der Geehrte die mit 7500 Euro dotierte Auszeichnung mit einer Glasskulptur, einem gläsernen Panther. Die Zweite Bürgermeisterin Maria Hohenester betonte in ihrem Grußwort, dass die Bauherren Sebastian Stanglmaier und Maximilian Graf mit der Instandsetzung der Klingsölde der Marktgemeinde ein Stück Heimat erhalten hätten.

2018 hatte Sebastian Stanglmaier das Haus im desolaten Zustand erworben. Der Erhalt des historischen Gebäudes im Ortszentrum war ihm wichtig, und so entschloss er sich zu einer umfassenden, denkmalgerechten Instandsetzung. Geplant und betreut wurde der Umbau vom Architekturbüro Michael Feil. Umgesetzt wurde die Sanierung von einer Reihe sachkundiger Handwerker mit erheblicher Eigenleistung von Sebastian Stanglmaier und Maximilian Graf sowie mit tatkräftiger Unterstützung vieler Freunde und Familienmitglieder.

 

Reiche und wertvolle Geschichte


„Wer selbst so viel Arbeit in ein Haus investiert, der entwickelt eine besondere emotionale Verbindung zu diesem Gebäude,“ würdigte Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich die aufwendige Instandsetzung von Sebastian Stanglmaier. Bei einem Baudenkmal sei diese Verbindung noch um einiges stärker, denn man spüre überall die lange Geschichte dieser Räume und seiner Bewohner*innen.

Und bei 320 Jahren sei diese Geschichte enorm reich und wertvoll. „Das Preisträgerobjekt Klingsölde zeigt, wie langlebig der Baustoff Holz ist – und welch ein Glück für uns, dass wir in Niederbayern enorm viel davon haben. Es ist eine unserer Hauptressourcen, die wir aber immer noch nicht so nutzen, wie es tatsächlich sinnvoll wäre“, so Heinrich weiter. Sebastian Stanglmaier habe genau das getan: Das Bauholz, das zur Reparatur des Blockbaus und der Dachkonstruktion benötigt wurde, stammt aus seinem eigenen Wald.

Bezirksheimatpfleger Maximilian Seefelder beleuchtete das preisgekrönte Baudenkmal unter dem Motto des diesjährigen Denkmaltags „Sein & Schein“. „Was im Alltag eher nach Täuschung klingt, ist in Architektur und Denkmalpflege gängige handwerkliche Praxis“, so Seefelder. Es ginge um bewusst erzeugte Illusion. „Bei der Klingsölde hätte man – zumindest vor der Sanierung – nicht zwingend auf einen Blockbau schließen können. Hier wurde mit einer verputzten Verschalung ein Mauerwerksbau imitiert.“ Denkmalbewohner müssten sich auf ihr Haus einlassen, seinen Grundriss und seine Bausubstanz respektieren. Dies sei bei der Klingsölde erfüllt worden und so sei der Denkmalpreis 2021 des Bezirks Niederbayern verdient, betonte Seefelder. (BSZ)


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