Kultur

Heinrich II. als bartloser Herrscher. Neben ihm stehen Petrus und Paulus, die beide die Krone berühren zur Bestätigung der Herrschaft. Dieses Herrscherbild findet sich in der Bamberger Apokalypse (Msc.Bibl.140,fol.59v), einem der bekanntesten Prachtbände aus dem Kloster Reichenau, der zum Unesco-Weltdokumentenerbe zählt und zu den Schätzen der Staatsbibliothek Bamberg gehört. (Fotos: SBB/Gerald Raab)

05.01.2024

Dank dem prominenten Stifter

Vor 1000 Jahren starb Kaiser Heinrich II., der Bamberg besonders reich ausstattete. Die Stadt feiert das Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen

Jede Stadt hat ihre Berühmtheiten: In Bamberg ist es gleich ein Kaiserpaar – sogar das einzige heiliggesprochene in der Geschichte. Heinrich II. und seine Frau Kunigunde haben Bamberg zu einer prächtigen Bistumsstadt mit Kirchen, Klöstern und Prachtbauten gemacht – heute gewürdigt mit dem Siegel als Unesco-Weltkulturerbe. Wie Rom ist die Stadt erbaut auf sieben Hügeln. 1000 Jahre nach dem Tod Kaiser Heinrichs II. am 13. Juli 1024 feiert die Stadt heuer ihre Berühmtheiten in vielfältiger Weise.

Natürlich spielte machtpolitisches Kalkül mit, dass der damalige Noch-König Heinrich (ab 1014 Kaiser) und seine mitregierende Frau Kunigunde 1007 in deren persönlichem Hochzeitsgeschenk Babenberg ein Bistum gründeten. Zu einem Dom hatte der König schon 1004 den Grundstein gelegt – 1012 fand die Weihe statt, und zwar am 6. Mai, dem Geburtstag Heinrichs (geboren wurde er in Abbach oder Hildesheim). Dieser Sakralbau war nur eines von vielen – auch überaus reichen – Geschenken Heinrichs und Kunigundes an die Stadt.

Die Ehe des Paares blieb kinderlos. Seine letzte Ruhestätte fand das Kaiserpaar im Bamberger Dom, für die Grablege schuf Tilman Riemenschneider um 1500 ein markantes Hochgrab.

Feiern am Domberg

1000 Jahre nach Heinrichs Tod (Kunigunde starb vermutlich 1033 in Kaufungen) erinnert Bamberg an das Kaiserpaar mit vielen Veranstaltungen. Dreh- und Angelpunkt ist der Domberg, wo zum Auftakt des Festjahrs am 14. Februar der Aschermittwoch der Künstler*innen mit der Wiesbadener Videokünstlerin Sonja Toepfer stattfindet. Ihre Video-Loops setzen sich mit religiöser Erfahrung und Endlichkeit auseinander.

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Ausgabe Januar/Februar des BSZ-Online-Magazins Unser Bayern:

• Weltherrscher von Gottes Gnaden. Zum 1000. Todestag von Heinrich II.
• Das Kleid der Bücher. Buntpapiere in der Staatsbibliothek Bamberg.
• Heimatforschung neu gedacht. Ein Mitmach-Onlineportal zur Geschichte am bayerischen Untermain.
• Schnittstelle Kahlgrund. Ein Grenzraum ohne Grenzen.
• Intuitiv Emotionen wecken. Wie aktuell die Gotik ist.
• Übles Nass. Katastrophale Wasserversorgung im Oberpfälzer Jura.
• Der Wurzelsucher. Johann Evangelist Kaindl erforschte den Ursprung der Sprache.
• Tante Olgas Silberleuchter erzählen Familiengeschichte und Münchner Stadthistorie.

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Um – auch künstlerisch – herausragende Kulturschätze geht es in der Staatsbibliothek Bamberg: Zwischen September und 14. Dezember sind dort mittelalterliche Handschriften ausgestellt, zum Teil gestiftet von Kaiser Heinrich II., der für seine Zeit ein außergewöhnlich gebildeter Herrscher gewesen sein soll. Drei der Handschriften – das Lorscher Arzneibuch, die Bamberger Apokalypse sowie ein Kommentar zum Hohelied und zum Buch Daniel – sind Teil des Weltdokumentenerbes der Unesco.

Das Diözesanmuseum feiert das Gedenkjahr mit der Sonderausstellung Kreuze. 1000 Jahre nach Heinrich II – Begegnung von Edelstein und Kettensäge und zeigt zeitgenössische Kreuze sowie ein besonderes Heinrichskreuz (Februar bis Mai).

Eine weniger kirchliche, sondern weltlichere Perspektive wird die Sonderausstellung Vor 1000 Jahren: Menschen(leben) am Hof von Kunigunde und Heinrich II. im Historischen Museum in der Alten Hofhaltung einnehmen (Oktober bis April 2025). Sie biettet Einblick in die einstige Lebenswelt, man erfährt, wie der Alltag von Soldaten aussah, was an der kaiserlichen Tafel serviert wurde und welche Rechte Frauen zu dieser Zeit hatten.

Höhepunkt des Jubiläumsgedenkens ist das jährlich stattfindende Heinrichsfest, das heuer vom 11. bis zum 14. Juli besonders gefeiert wird. Den Auftakt bildet eine Großinstallation der Künstlerin Elke Maier: Ihre Rauminstallation soll mit Tausenden weißen Seidenfäden das Kaisergrab im Dom in einen Ort der Kontemplation verwandeln. Ein Abendkonzert der Bamberger Symphoniker im Bamberger Dom, auf den Tag genau 1000 Jahre nach des Kaisers Tod am 13. Juli, sowie ein Open-Air-Gottesdienst mit der Wiederaufführung der Heinrichsvesper komplettieren das Heinrichsfest. (BSZ/dü)

Information: www.bamberg.info/todestagkaiserheinrich

 

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