Kultur

Detail aus dem restituierten Gemälde, das den hl. Florian zeigt. Eine Gesamtansicht finden Sie im Beitrag. (Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen/Johannes Haslinger)

28.04.2021

Heiliger Florian restituiert

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen geben den Erben der Kunsthandlung A.S. Drey ein gotisches Gemälde zurück

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen haben die spätmittelalterliche Holztafel mit der Darstellung des Heiligen Florian aus dem ehemaligen Eigentum der Kunsthandlung A. S. Drey an deren Erbengemeinschaft restituiert. Es ist die 21. Restitution der Staatsgemäldesammlungen nach der Washingtoner Erklärung.

Das gotische Gemälde gehörte zum Warenbestand der seit dem 19. Jahrhundert bestehenden Kunsthandlung A. S. Drey mit Firmensitzen in New York und London. Inhaber der Firma waren Siegfried Drey, Ludwig Stern, Friedrich Stern, Franz Drey und Paul Drey. Alle Teilhaber wurden aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verfolgt. 1935 erging das Rundschreiben der Reichskammer der Bildenden Künste mit der Ankündigung des Ausschlusses aus der Kammer und der Aufforderung zur Auflösung der Firma an sie. Eine umfangreiche Steuerprüfung 1935/36, die als Vorbereitung zur „Arisierung“ zu bewerten ist, führte zu hohen Steuernachforderungen. Daraufhin wurde ein Teil der Lagerbestände der Kunsthandlung, darunter das Gemälde mit dem hl. Florian, zur Auktion durch das Auktionshaus Paul Graupe, Berlin eingeliefert, um die Steuerschulden tilgen zu können. Das Werk wurde den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen am 19. August 1936 von der Berliner Kunsthandlung Dr. Eduard Plietzsch im Tausch gegen zwei Werke aus dem Bestand der Alten Pinakothek angeboten. Der Kunsthändler Plietzsch hatte das Gemälde im Nachverkauf der Berliner Auktion, die als Zwangsverkauf angesehen wird, erworben.

Das Gemälde des hl. Florian (1480) war der Flügel eines Altars, von dem weitere Teile nicht bekannt sind; wie die meisten Werke des Spätmittelalters ist auch diese Tafel nicht mit einem konkreten Künstlernamen zu verbinden. Seit der Neuordnung im Jahre 1974 vertrat die Darstellung in der Staatsgalerie Burghausen eine nicht namentlich bekannte bayerische Malerwerkstatt des späten 15. Jahrhunderts, aus der ein weiteres qualitätsvolles Gemälde mit den hl. Achatius und Pantaleon stammt, das in der Staatsgalerie Burghausen an derselben Wand hängt. Die Staatsgalerie Burghausen ist eine Spezialgalerie für die Malerei des Spätmittelalters aus Bayern und dem österreichischen Grenzgebiet. (BSZ) 

Abbildung:
Dasrestituierte Gemälde, das den hl. Florian zeigt.  (Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen/Johannes Haslinger)

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