Der Neustart der Münchner Lach- und Schießgesellschaft ist aus Sicht der Verantwortlichen mehr als geglückt. "Es hätte nicht besser laufen können", sagte der kaufmännische Geschäftsführer der legendären Kabarettbühne, Ulrich Spandau, der Deutschen Presse-Agentur.
Die Veranstaltungen im Stammhaus in Schwabing und auch auf anderen Bühnen in der Stadt seien alle mindestens zu drei Vierteln voll gewesen, der satirische Jahresrückblick mit Teilen des Ensembles komplett ausverkauft - und das, obwohl es Zusatzveranstaltungen und sieben statt fünf Rückblick-Abende gegeben habe. Spandau zeigte sich sicher: "Auch 2025 wird es wieder einen Jahresrückblick geben."
Im November war der Kabarett-"Laden", wie die Verantwortlichen die Bühne in Schwabing, die vor allem zu Zeiten von Dieter Hildebrandt Kult war, nennen, mit viel Nostalgie wiedereröffnet worden. Schon vorher hatte es Auftritte des Lach- und Schieß-Ensembles in anderen Häusern gegeben.
Eröffnung 1956, Insolvenz 2023
Die Lach- und Schießgesellschaft hatte im Februar 2023 Antrag auf Insolvenz gestellt. Vorausgegangen war ein zähes Ringen um die Zukunft der Bühne durch die teilweise zerstrittenen früheren Gesellschafter, zu denen auch Kabarettist Bruno Jonas gehörte. Hartmann tritt Anfang November seinen ehrenamtlichen Job als neuer Leiter offiziell an.
Das traditionsreiche Haus hatte 1956 unter anderem mit Hildebrandt, Klaus Havenstein, Hans Jürgen Diedrich, Ursula Herking und Regisseur Sammy Drechsel seinen Anfang genommen. Trotz mancher Krisen und Wechsel im Team wurde das Theater zur Legende. Vor allem Hildebrandt war mit seinen Auftritten stets Garant für ein volles Haus.
Nach seinem Tod 2013 wurde es zunehmend schwierig, den kleinen Saal zu füllen. Inzwischen wurde ein Trägerverein mit dem Namen "Laden-Hüter" eingerichtet, dem Münchens Ex-Oberbürgermeister Christian Ude vorsteht. Vor allem am Anfang werde man noch Sponsoren brauchen, hatte der künstlerische Leiter, André Hartmann, kurz vor der Wiedereröffnung im vergangenen Jahr gesagt. Man hoffe aber, nach einer gewissen Zeit ohne diese auszukommen. (Britta Schultejans, dpa)
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