Landtag

„Warum dürfen 50 Menschen und mehr ohne Maske privat drinnen feiern, Bars und Klubs aber weiterhin nicht öffnen?“, kritisiert die FDP. Foto: dpa/Marcus Brandt

18.06.2021

Bars und Klubs nach 15 Monaten weiter ohne Perspektive

FDP fordert, Disco- und Klubbetreiber nicht zu vergessen

Seit dem ersten Lockdown im März 2020 sind Bars, Klubs und Diskotheken in Bayern geschlossen. Die Vergnügungsbranche war eine der ersten, die dichtmachen musste – 15 Monate ist das mittlerweile her. Anders als zum Beispiel in der Schweiz: Dort durften selbst Nachtklubs im Sommer 2020 wieder öffnen, Gleiches ist für diesen Sommer geplant. Auch in anderen deutschen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern dürfen Bars und Kneipen längst wieder Gäste bedienen. „Weshalb werden Bars, Clubs und Diskotheken anders behandelt als private Feiern, Sport in geschlossenen Räumen und Tanzworkshops?“, wollte der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Albert Duin, wissen.

Das Wirtschaftsministerium antwortet, wegen der sinkenden Inzidenz, der steigenden Impfungen und der großen Anzahl an verfügbaren Schnelltests seien Öffnungsschritte für die Gastronomie vertretbar. In Klubs und Diskotheken bestünden aber besonders hohe Risiken von Infektionsübertragungen. „So entstehen beim Tanzen durch die körperliche Aktivität vermehrt Aerosole, die sich insbesondere in Innenräumen anreichern können und somit eine Infektionsübertragung begünstigen“, heißt es aus dem Haus von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Mindestabstände seien beim Tanzen und wegen der lauten Musik beim Sprechen nicht einhaltbar, was zusätzlich mit einer erhöhten Aerosolfreisetzung verbunden sei. Außerdem würde in Klubs viel getrunken und die Gästezahlen seien deutlich höher. Wissenschaftliche Untersuchungen oder Modellprojekte liegen der Staatsregierung dazu allerdings nicht vor. Das wäre interessant gewesen, da Menschen im Nachtleben deutlich jünger sind als im Wirtshaus.

"Staatsregierung schert sich einen feuchten Dreck um die Klub-Szene"

Dem FDP-Abgeordneten Duin stößt die Antwort sauer auf. „Die Staatsregierung schert sich einen feuchten Dreck um die Klub-Szene“, schimpft er. Eine Bar sei doch mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen nicht gefährlicher als eine voll besetzte Sporthalle oder eine private Feier, bei der momentan bis zu 50 Personen plus Genesene und Geimpfte ohne Maske oder Test in Innenräumen feiern dürfen. „Diese eklatante und nicht nachvollziehbare Ungleichbehandlung zwischen privaten und professionell organisierten Veranstaltungen muss beendet werden“, klagt Duin.

„Wenn wir unkontrollierbares Feiern unterbinden wollen, müssen die Klubs wieder öffnen“, ergänzt Wolfgang Heubisch, kulturpolitischer Sprecher der FDP. Schließlich seien es gerade die offiziellen Veranstalter, die mit ihrem hochprofessionellen Gästemanagement, Online-Ticket- und Personenleitsystemen sowie Hygiene- und Sicherheitskonzepten ihre Corona-Hausaufgaben gemacht hätten. (David Lohmann)

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