Landtag

Die Amtlichen Schuldaten (ASD) und die Amtliche Schulverwaltung (ASV) sollten tagesaktuelle Daten zum Beispiel über abgehaltene und ausgefallene Stunden liefern. (Foto: dpa/Gentsch)

23.12.2022

Digitalisierung der Schuldaten dauert jetzt fast 20 Jahre

Das 2004 gestartete Projekt zu den Amtlichen Schuldaten (ASD) und der Amtlichen Schulverwaltung wird wohl erst 2028 abgeschlossen sein

Die Digitalisierung der Schuldaten in Bayern kommt nicht voran. Die IT-Projekte der Staatsregierung zu den Amtlichen Schuldaten (ASD) und der Amtlichen Schulverwaltung (ASV) sollten tagesaktuelle Daten zum Beispiel über abgehaltene und ausgefallene Stunden liefern. Doch das 2004 gestartete Projekt wird wohl erst 2028 abgeschlossen sein – ein Zeitraum von fast einem Vierteljahrhundert.

Die FDP-Fraktion im Landtag kritisiert schon lange den außer Kontrolle geratenen Projektzeitraum und die ausufernden Gesamtkosten. Statt der veranschlagten 11,3 Millionen Euro für die Softwareentwicklung würden es bis zum anvisierten Projektende mindestens 272 Millionen Euro sein. Martin Hagen, Matthias Fischbach, Helmut Kaltenhauser, Julika Sandt und Alexander Muthmann (alle FDP) wollten daher von der Staatsregierung wissen, wer dafür die Verantwortung trägt.

Das Kultusministerium schreibt in seiner Antwort, dass seit dem Schuljahr 2020/21 alle Daten der amtlichen Schulstatistik über die ASV- und ASD-Verfahren erhoben würden. Dies sei die Grundlage für die Ressourcenplanung und zukünftige Prognosen. „Es handelt sich also mitnichten um ‚untaugliche Technik‘ einer ‚umstrittenen Schulverwaltungssoftware‘, sondern um eine zentrale Komponente der bayerischen Schulverwaltung und Schulaufsicht.“

Die Entwicklungsarbeiten übernahm ein russisches Subunternehmen

Im Schuljahr 2021/22 wurde ASV laut Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) an den ersten beruflichen Schularten eingeführt. So hätten im aktuellen Schuljahr erstmals auch die Berufsschulen, die Berufsfachschulen, die Berufsfachschulen zur sonderpädagogischen Förderung, die Wirtschaftsschulen sowie die Wirtschaftsschulen zur sonderpädagogischen Förderung ihre Daten ausschließlich über ASV/ASD übermitteln können.

Die jährlich anfallenden Kosten werden laut Staatsregierung auch nicht zur Korrektur von „bisher gemachten Fehlern“ aufgewendet, sondern zur Pflege, Weiterentwicklung und den laufenden Betrieb. Auch die Entwicklungskosten seien niedriger als von der FDP behauptet und nur knapp 2,5-mal so hoch wie veranschlagt. Die lange Projektdauer ergebe sich zum Beispiel durch die Umstellung von G8 auf G9 und die Entscheidung, die Einführung nicht auf einmal, sondern abgestuft nach Schulart einzuführen.

Die FDP lässt das nicht gelten. „Wenn der Kultusminister immer noch keine tagesaktuellen Zahlen zum Lehrermangel nennen kann, liegt das auch am gescheiterten ASV-Projekt“, sagt deren bildungspolitischer Sprecher, Matthias Fischbach. Schulen würden außerdem über viel Zusatzaufwand und Nebenarbeiten durch die Software klagen. Zudem stamme das Programm aus dem Jahr 1988 – dessen Programmiersprache kenne heute so gut wie niemand mehr. „Dass die Entwicklungsarbeiten über ein russisches Subunternehmen getätigt worden sind, schlägt dem Fass nochmals den Boden aus.“ (David Lohmann)

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!
Die Frage der Woche

Soll es auf Internetplattformen eine Klarnamenpflicht geben?

Unser Pro und Contra jede Woche neu
Diskutieren Sie mit!

Die Frage der Woche – Archiv
X
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Beilagen

> Das neue vbw Unternehmermagazin ist online

Bundesforschungsministerin Dorothea Bär will mit ihrer Hightech-Agenda Deutschland technologisch auf ein neues Level bringen. Im Gespräch mit dem vbw Unternehmermagazin spricht sie über die Herausforderungen.

> Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung ist online

Die Suche nach dem sichersten Ort für unseren Atommüll ist eine staatliche Jahrhundertaufgabe. Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung stellt vier Menschen vor, die diese Mission bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung mit ihre

Jahresbeilage 2025

Nächster Erscheinungstermin:
28. November 2026

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 28.11.2025 (PDF, 16,5 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Das kunst- und kulturhistorische Online-Magazin der Bayerischen Staatszeitung

BR Player
Bayerischer Landtag
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Unser Bayern - Nachbestellen

Aktuelle Einzelausgaben des Online-Magazins „Unser Bayern” können im ePaper der BSZ über den App-Store bzw. Google Play gekauft werden.