Landtag

Farben werden Biozide gegen Pilzbefall beigemischt. (Foto: dpa/Hildenbrand)

05.01.2022

Gift im Grundwasser

Die Grünen sorgen sich, weil Biozide in Außenfarben durch Regen ins Grundwasser gelangen. Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) fordert eine Reform der Bauordnung

Zum Schutz vor Algen- und Pilzbefall werden bei Häusern in Außenfarben und Putzen Biozide beigemischt. „Untersuchungen zeigen, dass diese Schadstoffe ausgewaschen werden und so über das abfließende Regenwasser zu erheblichen Belastungen in Gewässern führen können“, warnen Patrick Friedl, Rosi Steinberger und Christian Hierneis (alle Grüne) in ihrer Anfrage. In der Schweiz gingen Fachleute davon aus, dass inzwischen 25 Prozent der Biozide in Baumaterialien verwendet werden. Die Abgeordneten mahnten daher bei der Staatsregierung ein Verbot an.

Das Umweltministerium verweist auf ein Freilandprojekt des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik und der Technischen Universität München auf einem Versuchsgelände in Holzkirchen. Innerhalb eines Jahres wurden 58 Regenereignisse erfasst und die Auswaschung von fünf Fassadenbioziden untersucht. „Bei frei vorliegenden, das heißt nicht verkapselten Bioziden wurden je nach Wirkstoff 0,8-11,8 Prozent der in der Fassade enthaltenen Biozidmenge im Untersuchungszeitraum ausgewaschen und bei verkapselten Bioziden 0,6-4,9 Prozent“, heißt es in der Antwort. 

Ministerium: Das Risiko für die Umwelt ist groß

Das Haus von Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) hält daher ein Verbot beziehungsweise eine Reglementierung von Bioziden in Fassadenfarben „grundsätzlich für sinnvoll“. Das Risiko für die Umwelt sei groß und die Schutzwirkung von Bioziden zeitlich begrenzt. Bisher gibt es innerhalb des Bayerischen Bauordnungsrechts keine Satzungen, die den Einsatz bestimmter Baustoffe reglementieren. „Es steht jedoch jedem Bauherrn frei, weitergehende Anforderungen in seine Ausschreibungen zu integrieren.“ Textbausteine und weitere Informationen dazu gebe es auf www.wecobis.de. (David Lohmann)

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