Landtag

2018 gab es 76 000 Wildunfälle in Bayern. (Foto: dpa/ Dittrich)

13.03.2020

Immer mehr Wildunfälle in Bayern

Die SPD fordert, die Abschussquoten zu erhöhen

Wildunfälle, also Unfälle durch Ausweichen vor einem oder durch den Zusammenstoß mit einem Tier, machen in Deutschland rund fünf Prozent aller Straßenverkehrsunfälle aus. Jedes Jahr meldet das Statistische Bundesamt mehr als 200 000 Wildunfälle, bei denen im letzten Jahr über 2700 Menschen zu Schaden kamen – 15 verunglückten dabei tödlich. Die agrarpolitische Sprecherin der SPD, Ruth Müller, hakte jetzt bei der Staatsregierung nach, wie viele Unfälle es in Bayern gab.

Das Innenministerium antwortet, 2018 habe es bayernweit insgesamt knapp 76 000 Wildunfälle gegeben. Das bedeutet, 18,5 Prozent aller Unfälle gingen auf das Konto von Schwarz-, Reh-, Rot- und Damwild. Dabei gab es 510 Verletzte und einen Toten. Der Gesamtschaden belief sich auf 2,5 Millionen Euro. Besonders betroffen ist der Regierungsbezirk Niederbayern: Dort lag der Anteil der Wildunfälle an der Gesamtzahl aller Unfälle bei knapp 37 Prozent.

Ein Blick auf die Zahlen der letzten Jahre zeigt eine unerfreuliche Tendenz: Die Unfallhäufigkeit steigt kontinuierlich. 2017 gab es noch fünf Prozent weniger Wildunfälle und auch die Schadenssumme war geringer. Verglichen mit 2010 ist die Zahl von Wildunfällen sogar um über 40 Prozent gestiegen. Damals gab es lediglich 56 467 Wildunfälle – ein Anteil an der Gesamtunfallzahl von 15,8 Prozent. In Niederbayern lag der Wert damals lediglich bei knapp 33 Prozent.

Verglichen mit 2010 ist die Zahl der Wildunfälle um über 40 Prozent gestiegen

Was dagegen getan werden kann? „Die Gründe für Wildunfälle sind vielfältig“, schreibt das Haus von Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Die Staatsregierung sei der Auffassung, dass Auffälligkeiten von den zuständigen Behörden vor Ort erkannt, analysiert und mit geeigneten Abhilfemaßnahmen behoben werden müssen. Eine Möglichkeit sei, die Schalenwildbestände im Umfeld der Wildunfallschwerpunkte zu reduzieren.

SPD-Landtagsabgeordnete Müller sieht die Entwicklung mit Sorge und fordert von der Staatsregierung mehr Engagement. Besonders in Ober- und Niederbayern seien die Zahlen dramatisch. Sie fordert daher, die Abschussquoten insbesondere in den besonders betroffenen Gebieten zu erhöhen. „Nur so kann die Gefahr eingedämmt werden.“ (David Lohmann)

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Kommentare (2)

  1. Saja vor 3 Wochen
    Ekelhaft. Sollen die Fahrer bitte auf gefährliche Strecken langsamer fahren und vor allem vorausschauend. Wir greifen schon so sehr massiv in die Umwelt ein, es wird Zeit, dass wir damit aufhören. Wer kontrolliert denn die ungebremste Vermehrung der Menschen?
  2. voa zua vor 3 Wochen
    Schon klar...
    Der Mensch, hier Autofahrer, greift in den Naturhaushalt ein und schuld an den Wildunfällen sind.... (*trommelwirbel*).... die REHE !!!!

    Und warum? Weil sich diese nicht beschweren können... Sie bekommen nämlich noch nicht einmal mit, welch geistiger Müll in den Köpfen einiger Politiker erzeugt wird...!

    Daran, dass es immer mehr Straßen, immer mehr Autos und auch immer mehr ausgebaute Strecken durch Wildwechsel gefährdete Bereiche gibt, auf denen gerade Nachts Geschwindigkeiten jenseits der erlaubten 100 km/h gefahren werden, können natürlich nicht Schuld sein an immer mehr Wildunfällen...

    Und zum Thema die Behörden machen ja.... Sie machen einen feuchten... machen sie! Mehrfach haben wir versucht, dass an Wildunfallschwerpunkten zumindest Warnschilder aufgestellt werden. Von Geschwindigkeitreduzierungen ganz zu schweigen. Wörtliches Zitat: "Bringt nix". Der Autofahrer hält sich nicht dran oder nimmt die Schilder nach kurzer Zeit gar nicht mehr wahr. Dabei lernt eigentlich jeder schon in der Fahrschule, dass mit der Erhöhung der Geschwindigkeit auch expotenziell die Wahrscheinlichkeit von Unfällen steigt.

    Kröten werden in unserem Land besser geschützt als die gehassten Wildtiere...

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