Landtag

Bayern muss viel telefonieren, weil nur ein Drittel der Gesundheitsämter an die Software Sormas angeschlossen werden kann, die bundesweit zur Kontaktnachverfolgung eingesetzt wird. (Foto: dpa/Daniel Bockwoldt)

26.11.2021

Leitungsstellen in Gesundheitsämtern ständig unbesetzt

Bei den 71 staatlichen Gesundheitsämtern sind sieben Leitungsstellen und neun stellvertretende Leitungsstellen nicht besetzt. Das Problem ist nicht neu

Baden-Württemberg hat Anfang November einen Strategiewechsel bei der Kontaktnachverfolgung beschlossen. Wer positiv auf Corona getestet wurde, muss jetzt selbst seine Kontakte darüber informieren. Damit soll eine Überlastung der Gesundheitsämter vermieden werden. Grünen-Chefin Katharina Schulze wollte daher wissen, ob die Staatsregierung aufgrund der steigenden Inzidenzen die Personaldecke in den Gesundheitsämtern erhöht, um insbesondere bei positiven Fällen in den Schulen und Kitas möglichst schnell Rückmeldung geben zu können.

Das Gesundheitsministerium schreibt in seiner Antwort, mit Stand 27. Oktober seien bei insgesamt 71 staatlichen Gesundheitsämtern sieben Leitungsstellen und neun stellvertretende Leitungsstellen nicht besetzt. Das Problem ist nicht neu: Bereits im Juli 2021 waren acht Leitungs- und acht stellvertretende Leitungspositionen vakant, im April 2021 waren es zehn Leitungs- und eine stellvertretende Leitungsposition und im April 2020 vier Leitungs- und neun stellvertretende Leitungspositionen.

Nur ein Drittel der bayerischen Gesundheitsämter haben die technische Voraussetzung zur Nutzung der Sormas-Schnittstelle zum Bund

Probleme gibt es auch beim Anschluss der bayerischen Gesundheitsämter an die Software Sormas, die bundesweit zur Kontaktnachverfolgung eingesetzt wird. Das Haus von Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) räumt ein, dass aktuell nur 28 von 71 und damit nur gut ein Drittel der bayerischen Gesundheitsämter die technische Voraussetzung zur Nutzung der Sormas-Schnittstelle zum Bund haben.

Das Ministerium betont aber, dass die Personaldecke in den Gesundheitsämtern insgesamt seit Beginn der Pandemie kontinuierlich erhöht wurde. „Bereits Mitte vergangenen Jahres wurden 1000 zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten für Fachpersonal in den Gesundheitsverwaltungen geschaffen, die weitestgehend besetzt werden konnten.“ Für die Kontaktnachverfolgung stünden als Grundstock 2275 Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung, zusätzlich bis zu 750 Unterstützungskräfte aus der Staatsverwaltung und 250 Polizist*innen. Im Notfall könnten weitere 1600 Bedienstete aus der Staatsverwaltung rekrutiert werden. Insgesamt sollen bis 2026 insgesamt 790 neue Stellen geschaffen werden.

Grünen-Chefin Schulze macht die Antwort fassungslos: „Wir leben seit mehr als 1,5 Jahren mit einer Pandemie – und noch immer sind die bayerischen Gesundheitsämter nicht dafür ausgerüstet.“ Die Staatsregierung müsse sich jetzt endlich mehr anstrengen, um die Stellen zu besetzen. „Die Ämter sind das Rückgrat der Pandemiebekämpfung.“ Außerdem brauche es eine passgenaue Digitalisierungsstrategie, damit jedes Gesundheitsamt die Kontakte einer jeden Neuinfektion schnell und konsequent nachvollziehen könne. (David Lohmann)

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