Landtag

Abgestorbene Bäume am Rand eines Waldes in der Hochrhön bei Seiferts in Bayern. (Foto: dpa/Beate Schleep )

13.11.2020

So schlecht wie 1983

Das Waldsterben in Bayern geht weiter

Die vergangenen Trockensommer haben dem Wald in Bayern stark zugesetzt. Der durchschnittliche Nadel- und Blattverlust aller Baumarten stieg binnen Jahresfrist um 3,3 Punkte auf 28 Prozent. Am stärksten betroffen ist der Norden des Freistaats, wo mehrere heiß-trockene Sommer in Folge den Verlustwert auf 32 Prozent nach oben trieben. Besonders dramatisch ist die Situation in Oberfranken mit 39,5 Prozent. Hier leiden vor allem die Fichten und die Kiefern. Diese weisen die schlechtesten Werte seit Beginn der Waldzustandserhebung im Jahr 1983 auf, als in Bayern wegen der hohen Schadstoffbelastung in der Luft ein großflächiges Waldsterben drohte. Das teilte Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) bei der Vorlage des neuen Waldberichts im Agrarausschuss mit.

45 Prozent der Waldbäume haben mäßige bis deutliche Schäden

„Der Klimawandel schreitet unerbittlich voran, ganz besonders bekommen das bereits jetzt unsere bayerischen Wälder zu spüren“, sagte Kaniber. Aufgrund der zuletzt warmen und trockenen Sommer komme das Ergebnis der Waldinventur nicht überraschend, sei in seinem Ausmaß aber „erschreckend“. Bayernweit weisen nach der neuen Erhebung nur 18 Prozent aller Waldbäume keine Schäden auf, 45 Prozent dagegen mäßige bis deutliche Schäden. Kaniber kündigte die Beschleunigung des Waldumbaus in möglichst klimatolerante Forsten an. Neben dem Pflanzprogramm in den Staatsforsten stünden privaten Waldbesitzern allein in diesem Jahr mehr als 80 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Die Nachfrage nach den Programmen sei hoch. Hilfen gebe es zudem für die Beseitigung von Schadholz, das mit dem Borkenkäfer befallen sei.

Der Forstexperte der Grünen, Hans Urban, sprach von einem "kritischen Zustand" in den bayerischen Wäldern. Um den Waldumbau voranzutreiben, müssten vor allem die privaten Waldbesitzer mit mehr Geld ausgestattet werden. "Über den Brennholzpreis lässt sich der Waldumbau nicht finanzieren", sagte Urban. Deshalb müsse Holz als Baustoff stärker gefördert werden. Auch Christoph Skutella (FDP) betonte, die Klimaschutzleistung der Wälder müsse besser honoriert werden. Martina Fehlner (SPD) forderte mehr Personal in den Forstämtern und -behörden. Die Beschäftigten dort arbeiteten wegen der wachsenden Herausforderungen zunehmend "am Limit". Klaus Steiner (CSU) erklärte hingegen, Bayern stelle sich den Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder vorbildlich, während andere Länder "im Kampf gegen den Borkenkäfer schon längst kapituliert" hätten. (Jürgen Umlauft)

 

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