Landtag

Seit den Lockdowns und monatelangen Einschränkungen haben viele Sportvereine mit einem Mitgliederschwund zu kämpfen – bis heute. (dpa/Michael)

15.07.2022

Unsportliches Verhalten

Der Landtag diskutiert über Corona-Hilfen für Vereine

Bayerns Sportverbände leiden immer noch unter den Folgen der Corona-Schließungen. Viele Mitglieder haben den Vereinen den Rücken gekehrt und kehren nur zaghaft zurück. Die Opposition fordert, die Sportstätten dieses Jahr unbedingt offen zu halten – auch um den Bewegungsmangel der letzten zwei Jahre auszugleichen. 

Die Lockdowns und monatelangen Einschränkungen beim Sport wirken sich noch immer auf die bayerische Vereinslandschaft aus. Zwar wurden Anfang April von der Bundesregierung alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. „Es gab aber einen erheblichen Mitgliederschwund, der bis heute nicht kompensiert werden konnte“, erklärte Sportminister Joachim Herrmann (CSU) im Sportausschuss des Landtags. Der bayerische Landessportverband habe zum Beispiel noch immer 86 000 Mitglieder weniger als vor Corona.

Um den Sportvereinen zu helfen, wurde die Vereinspauschale in den Jahren 2020 und 2021 auf 40 Millionen Euro verdoppelt. Herrmann schloss eine weitere Förderung angesichts der steigenden Strom- und Heizkosten durch den Krieg in der Ukraine auch für das aktuelle Jahr nicht aus. Außerdem habe es viele praktische Erleichterungen für Vereine gegeben – beispielsweise bei der Antragstellung oder den Trainerlizenzen. Damit die ehrenamtlichen Mitglieder nach der Corona-Pause wieder zurückkehren, wurde ein Sondertopf in Höhe von 300 000 Euro für Marketingmaßnahmen aufgelegt.

Um dem Bewegungsmangel bei Kindern in den letzten zwei Jahren entgegenzuwirken, hat die Staatsregierung Gutschein-Programme ins Leben gerufen. Wer im laufenden Schuljahr einem Sportverein beitritt, bekommt den Jahresbeitrag von 30 Euro erstattet. Beim Seepferdchen-Abzeichen gibt es sogar 50 Euro Zuschuss. „Leider wurden bisher nicht so viele Schwimmkurse angeboten, wie wir bräuchten“, sagte Herrmann. Er sorgte sich, dass ab Herbst wieder Hallenbäder schließen. Nicht wegen Corona, sondern um Energie zu sparen. Das habe natürlich Auswirkungen auf die Schwimmfähigkeit der Kinder.

Grüne: Was nützen Gutscheine, wenn es keine freien Kurse gibt?

Max Deisenhofer (Grüne) freute sich in der anschließenden Aussprache zwar über die Gutscheinhefte. „Wenn Kinder aber für einen Schwimmkurs ein Jahr oder länger warten müssen, ist das ein Rohrkrepierer.“ Er forderte, Sportstätten auch über den Winter offen zu lassen, damit sich die Vereinsmitgliedschaften wieder lohnen. 

Alexander Muthmann (FDP) regte an, beim Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule ab 2026 an den Nachmittagen einen besonderen Fokus auf Sportangebote zu setzen. Da es noch zu wenig ausgebildete Lehrkräfte im Sportbereich gebe, sollten dabei unbedingt auch die Sportvereine miteinbezogen werden. 

Klaus Adelt (SPD) befürchtete, dass es im Herbst durch Corona wieder zu einem Lehrkräftemangel kommt. „Und was fällt dann als Erstes aus? Kunst, Religion, Sozialkunde und Sport.“ Damit es in der kalten Jahreshälfte nicht zu Schwimmbadschließungen wegen der Energiekrise kommt, müssten mehr Mittel für die Bädersanierung bereitgestellt werden. 

Max Gibis (CSU) lobte die finanziellen Hilfen wie die Verdoppelung der Vereinspauschale. Auch bei den sich langsam erholenden Mitgliederzahlen zeigte er sich zuversichtlich. Eine Herausforderung sei aber die Reaktivierung der ehrenamtlichen Strukturen. „Wir können ja niemand zu einer Freiwilligentätigkeit zwingen.“ (David Lohmann)

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