Landtag

Viele der geschmuggelten Tiere sind ungeimpft und krank. (Foto: dpa/Ebener)

09.06.2022

Wenig Handhabe gegen illegale Welpentransporte

Die Tiere leiden, die Kommunen haben hohe Kosten, aber für die Beteiligten bleibt das Geschäft weiterhin lukrativ

In regelmäßigen Abständen werden illegale Transporte sehr junger Heimtiere aufgegriffen. Die Tiere sind meist zu jung und geschwächt für den Transport. „Diese illegalen Tiertransporte verursachen nicht nur großes Leid bei den Tieren, sondern auch erhebliche Folgekosten“, schreibt Christian Hierneis (Grüne). Die Kreisverwaltungsbehörden der Landkreise müssten die Tiere in die örtlichen Tierheime bringen. Für die Beteiligten hingegen blieben die illegalen Welpentransporte hingegen lukrativ, da sie selbst bei einer Kontrolle höchstens mit einer Ordnungswidrigkeit rechnen müssten. Der Abgeordnete wollte daher wissen, was die Staatsregierung dagegen unternimmt.

Das Umweltministerium antwortet, die meisten Tiere würden bei Polizeikontrollen im Straßenverkehr entdeckt. „Das Betreten von Privatwohnungen durch die Veterinärverwaltung ist außer bei Gefahr im Verzug aus rechtlichen Gründen nicht zulässig.“ Nach der Beschlagnahme beziehungsweise Sicherstellung würden die Tiere im Tierheim untergebracht. Und das oft für sehr lange Zeit. „Für eine Vermittlung der Tiere an neue Eigentümer […] ist in der Regel ein Eigentumsverzicht des bisherigen Eigentümers erforderlich“, heißt es in der Antwort. 

"Keine Handhabe außerhalb Bayerns"

Viel tun kann das Haus von Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) nach eigenen Angaben nicht, um die illegalen Tiertransporte zu stoppen: Die Staatsregierung habe keine Handhabe außerhalb Bayerns. „Der Verkehr mit den zuständigen Behörden anderer EU-Mitgliedstaaten obliegt laut Tierschutzgesetz dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.“ Das Umweltministerium habe sich aber „mehrfach“ mit der Bitte an den Bund gewandt, Voraussetzungen zur Unterbindung beziehungsweise Erschwernis des illegalen Welpenhandels auf europäischer Ebene zu schaffen. Das Europäische Parlament habe daraufhin im Jahr 2020 eine entsprechende Entschließung gefasst. (David Lohmann)

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