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2020 wurden in Bayern 3340 Kinder und Jugendliche aus ihren Familien genommen. (Foto: dpa/Rehder)

10.06.2022

Zahl der bayerischen Inobhutnahmen sinkt

Während im Jahr 2015 noch rund 15.300 Kinder und Jugendliche im Freistaat aus den Familien genommen wurden, sank die Zahl bis zum Jahr 2020 kontinuierlich auf 3340

Kinder und Jugendliche werden auf eigenen Wunsch oder auf Initiative beispielsweise des Jugendamts in Obhut genommen, wenn eine dringende Gefahr für ihr Wohl besteht. In diesen Fällen erfolgt eine vorläufige Unterbringung bei einer geeigneten Pflegefamilie oder in einem Heim. „Die Tendenz von Inobhutnahmen ist deutschlandweit steigend“, schreibt Jan Schiffers (AfD) in seiner Anfrage. Er fragte daher die Staatsregierung, wie sich die Zahlen in Bayern entwickelt haben.

Aus den Zahlen in der Antwort des Sozialministeriums lässt sich im Freistaat keine Zunahme von Inobhutnahmen herauslesen. Während im Jahr 2015 noch rund 15 300 Kinder und Jugendliche aus den Familien genommen wurden, sank die Zahl bis zum Jahr 2020 kontinuierlich auf 3340. Vor allem Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren werden seltener in Obhut genommen. Betrug ihr Anteil vor sieben Jahren noch knapp 85 Prozent aller Inobhutnahmen, sind es aktuell nur noch 54 Prozent. 

39 Prozent der Kinder und Jugendlichen konnten 2020 wieder zurück in ihre Familie

Insgesamt gibt es in Bayern laut Ministerium 1481 Einrichtungen zur stationären Unterbringung von Kindern und Jugendlichen. Ob eine Inobhutnahme gerechtfertigt ist, entschieden die zuständigen Fachkräfte der Jugendämter unter Berücksichtigung des individuellen Schutz- und Erziehungsbedarfs im Einzelfall, heißt es in dem Schreiben. Entscheidungshilfen erhalten sie vom Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS), dem Landesjugendamt und dem Landesjugendhilfeausschuss.

Geschwister sollen nach Angaben des Hauses von Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) grundsätzlich in dieselbe Einrichtung kommen. „Im Einzelfall können aber fachliche Gründe gegen eine gemeinsame Unterbringung von Geschwisterkindern sprechen, etwa bei bekannten körperlichen, sexuellen oder seelischen Grenzverletzungen zwischen ihnen.“ 2020 konnten 1260 Kinder und vor allem Jugendliche wieder zurück in ihre Familie – also rund 38 Prozent. (David Lohmann)
 

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