Leben in Bayern

Nächstes Jahr soll alles anders werden: Die Liste der Vorhaben ist am Ende des Jahres meist lang. Nicht immer gelingt es, sie auch umzusetzen. (Foto: dpa/Arno Burgi)

22.12.2023

Die guten Vorsätze der Politprominenz

Mehr Sport zu treiben, das haben sich viele Menschen in Bayern für das neue Jahr vorgenommen. Auch bei bei der von uns befragten Politprominenz steht dieser Wunsch ganz oben

Der Bayerische Landtag hat sich in die Weihnachtspause verabschiedet. Zeit, zu Hause wieder Kraft zu tanken und sich sich auf das neue Jahr vorzubereiten. Wir haben Kabinettsmitglieder, Fraktionsvorsitzende und andere Politprominenz gefragt, was sie sich persönlich für 2024 vornehmen. Die meisten haben es uns auch verraten.

Ilse Aigner (CSU), die Präsidentin des Bayerischen Landtags, vermutet, dass sich ihre guten Vorsätze für das Jahr 2024 nicht großartig von denen der meisten anderen Menschen in Bayern unterscheiden. Da hat sie wohl Recht: „Ich möchte mich ein bisschen mehr um sportlichen Ausgleich kümmern und mir mehr Zeit für meine Freunde nehmen“, sagt sie – und fügt hinzu: „ Der Landtag darf sich also gern auf die politische Sacharbeit konzentrieren – dann gelingt das vielleicht.“ Die ersten Wochen der neuen Landtagslegislatur deuten aber an, dass das schwierig werden könnte mit der reinen Sacharbeit.
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Mehr Sport will auch Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) treiben – und mehr Bücher lesen. Das allerdings, so verrät er, habe er sich auch schon in den Jahren zuvor vorgenommen. „Das sind meine Dauer-guten-Vorsätze, die immer wieder zu schlechtem Gewissen führen.“ Mit Freude blickt er stattdessen auf einige Höhepunkte in seinem Heimatlandkreis Freising, vor allem das große Jubiläum des Bistums, das 1300 Jahre alt wird und das zusammen mit der Stadt Freising groß feiert. Da will auch Herrmann dabei sein. Und dann wäre da ja noch die Europawahl. „Da müssen wir noch klarer als bislang vermitteln, wie wichtig die europäische Entscheidungsebene für die Menschen in Bayern ist“, sagt Herrmann.
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Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) konzentriert sich bei ihren guten Vorsätzen rein auf das Berufliche und formuliert ein kraftvolles Ziel: „Bayern ist gemeinsam stark! Das Miteinander stärken, unsere Demokratie schützen, gemeinsame Werte vermitteln, zusammenführen, Gräben überwinden und klare Maßstäbe vermitteln – das ist mein Auftrag für 2024.“
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Albert Füracker (CSU), Bayerns Finanzminister, will „Bayerns finanzielle und wirtschaftliche Stärke sowie traditionelle Vielfalt erhalten, ausbauen und weiterentwickeln – für ein solides aber auch lebens- und liebenswertes Bayern von morgen“. Er räumt ein, dass dieses Ziel schon ein Full-time-Job sei, der wenig Raum für Freizeit lasse. „Aber ich würde 2024 gern hin und wieder mehr Zeit zum Radeln finden.“
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Bau- und Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) kann auch nicht gerade über wenig Aufgaben in seinem Ressort klagen. Sein guter Vorsatz ist daher die Umsetzung des Koalitionsvertrages von CSU und Freien Wählern. Er freue sich sehr, dass er sich weiterhin als Minister und neu auch als Stimmkreisabgeordneter für die Menschen in Bayern und seiner niederbayerischen Heimat einsetzen kann. „Privat möchte ich im kommenden Jahr wieder mehr Sport machen und hoffe, dass dabei auch ein paar Pfunde purzeln.“
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Eine interessante Idee hat Judith Gerlach (CSU), die nach der Kabinettsneubildung von der Spitze des Digitalministeriums zur Leitung des Gesundheitsministeriums wechselte. Ihr Vorsatz für 2024 lautet, sich mehr zu bewegen. „Das ist allerdings bei meinem sehr vollen Terminkalender gar nicht so einfach“, erklärt sie. „Deshalb will ich im neuen Jahr mehr Besprechungen ansetzen, die im Laufen stattfinden.“ Ob das die anderen Personen, die an den Besprechungen teilnehmen, ebenso gut finden, wird sich zeigen. Gesund wäre es auf jeden Fall.
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Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) gehört sicher zu den sportlichsten bayerischen Politiker*innen. Doch es ist natürlich immer noch Luft nach oben – so kann man seine Vorsätze verstehen. „Weniger Süßigkeiten, mehr Sport: Diese Klassiker der Vorsätze gelten natürlich auch für mich!“, erklärt er. So hat er sich fest vorgenommen, seine Laufschuhe im neuen Jahr öfter aus den Schrank zu holen. Und er hat noch mehr geplant: „2024 würde ich gerne wieder einen 3000er besteigen und die Alpen überqueren, wenn es die Zeit zulässt. Beim Joggen und Bergsteigen kann ich Kraft tanken und gleichzeitig die Natur genießen.“
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Gerade weil sie neu im Amt ist, dürfte es für Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) nicht leicht sein, immer die richtige Balance von Beruf und Privatleben zu finden. Aber man kann es sich ja vornehmen. Sie freue sich auf das neue Jahr, erklärt die Ministerin. „Und ich habe mir vorgenommen – auch bei vollem Terminkalender – noch Zeit für meine Familie, Freunde und meinen Hund Toni zu finden. Daraus schöpfe ich Kraft und Energie für die spannenden Begegnungen und Herausforderungen, die im neuen Jahr auf mich warten.“
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Auch Eric Beißwenger (CSU) hat erst im November sein Amt angetreten. „Generell bin ich kein großer Freund von guten Vorsätzen nach dem Motto: Nächstes Jahr wird alles besser“, sagt der Europaminister. Denn eigentlich müsse man ja nur umsetzen, was man tun will – statt es groß anzukündigen. Für die Staatszeitung verrät Beißwenger dann aber doch einen guten Vorsatz: Wir sind hier als Team mit viel Elan gestartet. Mein Vorsatz lautet daher, dass wir diesen Elan beibehalten und dass das Team auch weiterhin so motiviert mitarbeitet wie bisher auch.“
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Der neue Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) hat es mit seiner Forderung nach dem Fax-Ende in Behörden gerade erst bundesweit in die Medien gebracht. Sein beruflicher Vorsatz: „2024 will ich eine spürbare Digitalisierungsoffensive zünden.“ Dazu gehört für ihn eine „echte Alltagsdigitalisierung“ in ganz Bayern, damit der Freistaat sich zu einem modernen, innovativen und digitalen Land weiterentwickelt. „Abseits der Politik habe ich mir vorgenommen wieder mehr Sport zu machen, weil das wegen des engen Terminplans leider viel kurz kommt. Deshalb ist Skifahren für den Jahreswechsel fest eingeplant, um Kraft für das neue Jahr zu tanken.“
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Klaus Holetschek hat ohne Probleme den Wechsel vom Gesundheitsminister zum CSU-Fraktionsvorsitzenden vollzogen. Entspannt blickt er ins neue Jahr: „Das Rauchen hab ich glücklicherweise schon vor langer Zeit aufgehört, das war immer eine große Herausforderung“, sagt er. „Deshalb gehe ich ohne Vorsätze, aber mit viel Vorfreude ins Jahr 2024. Ein Jahr, in dem wir den Menschen das Leben ein Stück leichter machen wollen.“
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Florian Streibl, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, hat sich einiges vorgenommen: „Einen erfolgreichen Europawahlkampf für die Freien Wähler bestreiten, unsere Brandmauer gegen rechts zementieren und stärker für das große Geschenk der Demokratie werben“, nennt er als berufliche Vorsätze. „Privat würde ich gerne mehr Zeit mit der Familie und in der Natur verbringen – Wanderungen in der heimischen Bergwelt inklusive.“
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Katharina Schulze ist seit dieser Legislaturperiode die einzige Fraktionsvorsitzende der Grünen, nachdem sich die Fraktion von der Doppelspitze verabschiedet hat. Sie weiß: Gute Vorsätze sind immer schnell gefasst, schwieriger wird es dann schon bei der Umsetzung. „Ich nehme mir auch dieses Jahr wieder vor, mein Handy öfter mal wegzulegen und endlich wieder Sport zu machen.“ Wir wünschen dabei viel Erfolg!
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Für Florian von Brunn, den Vorsitzenden der SPD-Fraktion, lautet der gute Vorsatz, als Opposition einen guten Job zum achen. Und das bedeute, der Regierung auf die Finger zu schauen und Vorschläge zu machen, wie es besser geht. „Das werden wir tun. Egal, ob es dabei um den Ausbau von bezahlbarer, sauberer Energie oder mehr bezahlbare Wohnungen geht. Oder um mehr Kitaplätze und gute Pflege.“
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Martin Hagen hat durch das Landtags-Aus der FDP natürlich auch seinen Posten als Fraktionsvorsitzender verloren. Als Landesvorsitzender wurde er allerdings bestätigt – und setzt sich innerparteilich für den Verbleib der FDP in der Bundesregierung ein: Seine guten Vorsätze für 2024: „Die bayerische FDP wieder auf die Erfolgsspur zurückführen. Bayern braucht starke Liberale!“
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Auch für Adelheid Rupp, die Landesvorsitzende der Linken in Bayern, sind die Zeiten nicht einfach. Viele wollen ja bei der neuen Partei von Sahra Wagenknecht mitmachen. „Im neuen Jahr werde ich keine rassistische Bemerkung unkommentiert lassen, denn der gesellschaftliche Rechtsruck erfüllt mich mit großer Sorge“, sagt Rupp. Viel Energie will sie in das Projekt „Die Linke hilft“ – eine kostenlose Rechts- und Sozialberatung der Partei, stecken. „Und meinen Garten wieder in einen Zustand der kontrollierter Wildnis versetzen.“
(BSZ)

 

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