Leben in Bayern

Die Blüten eines Apfelbaums in einem Garten in Bamberg sind mit Schnee bedeckt. Die Frostnächte machen den Obst- und Gemüsebauern in Teilen Bayerns zu schaffen. (Foto: dpa/David Hutzler)

23.04.2024

Frostnächte sind kritisch für Obst und Gemüse

Auf hochsommerliches Wetter Anfang April folgt ein Wintereinbruch mit Schnee und Frost: Der trifft besonders Kirschen, Äpfel, Spargel und Erdbeeren

Die Frostnächte machen den Obst- und Gemüsebauern in Teilen Bayerns zu schaffen. Nach den hochsommerlichen Tagen Anfang April blühten Kirsch- und Apfelbäume früher als gewöhnlich, nun drohen Frostschäden. Patrick Scharl, Geschäftsführer beim Bayerischen Erwerbsobstbau-Verband, sprach von kritischen Nächten, in denen die Erzeuger angespannt seien.

Die Lage sei regional sehr unterschiedlich, sagte Thomas Riehl vom Verein Fränkischer Obstbauern in Kitzingen. Je kälter es sei und je länger die Kälte andauere, desto schwieriger werde es. Da machten zwei oder drei Stunden mehr oder weniger Nachtfrost schon einen Unterschied aus. 

Auf etlichen Feldern stünden Erdbeeren gerade in Vollblüte, so Riehl. Verfärbten sich Blüten dunkel, seien sie geschädigt. Kirsche und Zwetschge seien teils schon vor zwei Wochen abgeblüht gewesen. Deren Früchte seien erst wenige Millimeter groß und letztlich noch empfindlicher als die Blüten. "Die Früchte verfärben sich und fallen dann ab."

Auswirkungen noch nicht abzuschätzen

Wie sich der Kälteeinbruch auf den Ertrag und die Qualität von Obst und Gemüse auswirken werde, lasse sich noch nicht abschätzen. Positiv sei, dass der vergangene Sommer recht lange gedauert habe. Bis in den Oktober hinein sei es warm gewesen, sodass die Blüte in diesem Frühjahr sehr stark ausfalle. "Die Blüte wird ja schon im Vorjahr angelegt." So könnten eventuelle Einbußen vielleicht abgemildert werden.

Der Klimawandel mache sich eben bemerkbar. Im Vergleich zu den 1960er bis 1990er Jahren blühten Obst und Gemüse inzwischen zwei bis drei Wochen früher. "Und in diesem Jahr noch mal etwas früher."

Die Kälte sei auch deshalb kritisch, weil dann keine Bestäuber wie Bienen und Hummeln flögen, sagte Scharl. Frostschutz-Beregnung - bei der Blüten fein mit Wasser besprüht werden, sodass sie von einer dünnen Eisschicht umhüllt und vor Frost geschützt werden - sei teuer und aufwendig.

Beim Spargel komme es auch auf die Bodenbeschaffenheit an, wie sehr sich Frost auf die Gemüsestangen auswirke. Felder könnten unter Umständen mit Vlies gegen die Kälte abgedeckt werden. Nach der Frostnacht zu Montag habe er von Spargelbauern gehört, dass ihnen etwa beim grünem Spargel die Spitzen erfroren seien, berichtete Scharl. Der Fachmann hoffte, dass es bald wieder milder wird. (Ute Wessels, dpa)

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