Politik

05.08.2022

Energiekrise: Dogmen sind fehl am Platz

Ein Kommentar von Ralph Schweinfurth

Die Energiewende in der bisher geplanten Form ist gescheitert. Sobald keine Sonne scheint und kein Wind weht, funktioniert das mit den erneuerbaren Energien eben nicht. Da jetzt wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine der Gaspreis explodiert, kann dieser Energieträger nicht in dem Umfang genutzt werden wie geplant, um die sogenannte Dunkelflaute zu überbrücken – also die Zeit, in der keine Sonne scheint und kein Wind weht. Atom- und Kohlekraftwerke müssen, auch wenn das viele nervt, zwangsläufig reaktiviert beziehungsweise weiterbetrieben werden.

Einfach nur zu fordern, noch mehr Biogas-, Solar- und Windkraftanlagen zu bauen, bringt Deutschland nicht aus der Energiekrise. Das dauert nämlich alles viel zu lange. Außerdem müssten viel mehr Stromspeicher gebaut werden, um den volatilen Ökostrom dann zur Verfügung zu haben, wenn er nicht erzeugt werden kann.

Fracking-Verbot aufheben

Auch das Verbot von Fracking in Deutschland gehört aufgehoben. Denn das Fracking-Gas liegt in 1000 Meter Tiefe. Also weit unterhalb der Erdschichten, aus denen das Trinkwasser gewonnen wird. Dieses kommt aus Tiefen zwischen zehn und 200 Metern. Die Bohrlöcher für das Fracking sind zudem mit Beton ausgekleidet, damit sich die fürs Fracking notwendigen Flüssigkeiten nicht nach oben in die trinkwasserführenden Schichten ausdehnen können.


Politisches Gezänk wie jetzt im Fall Stephan Weil und Markus Söder schadet dem Wirtschaftsstandort Deutschland. Der niedersächsische Ministerpräsident war auf seinen bayerischen Amtskollegen losgegangen, nur weil dieser zu Recht fordert, moderne und umweltverträgliche Fracking-Methoden auszuloten.

Energieintensive Betriebe haben sich längst nach ausländischen Alternativstandorten umgesehen. Die De-industrialisierung hat begonnen. Damit ist auch der Abstieg Deutschlands aus dem Kreis führender Industrienationen eingeleitet. Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung, die ohne ausreichend Strom nicht funktioniert, eine fatale Entwicklung.
Pragmatismus statt Ideologie ist jetzt gefragt. Es nützt niemandem, an alten Dogmen festzuhalten.

Kommentare (1)

  1. Rüter, Horst vor 6 Tagen
    Fracking ist noch nie eine Hochrisikotechnologie gewesen. Die Wissenschaft ist sich da einig, und man wird keinen anerkannten Geowissenschaftler finden, der das anders sieht. Dies gilt sowohl für Sekundärlagerstätten als auch für Primärlagerstätten, die von Laien oft fälschlich Schiefergas genannt werden (im Schiefer gibt es kein Gas!). Alle offiziellen Gutachten und auch die jahrzehntelange Praxis in Deutschland betätigen die Ungefährlichkeit. Es ist noch nie zu eine Trinkwasserverunreinigung oder zu schädlichen Erdstößen gekommen. Die Gutachten haben leider oft mehrere hundert Seiten, so dass Politiker und Medienvertreter offensichtlich keine Zeit haben, sie zu lesen. Die Russland-finanzierte Propaganda trägt dann noch zur allgemeinen Gehirnwäsche bei. Wann endlich lernt man bei uns, auf die Wissenschaft zu hören? Wäre schon bei Covid hilfreich gewesen und beim Klimaschutz erst recht.
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