Politik

Ein Grundschüler einer ersten Klasse trägt seine Zuckertüte am ersten Schultag in die Schule. An diesem Dienstag geht auch in Bayern wieder die Schule los. (Foto: dpa/Robert Michael)

11.09.2023

Ferienende: Ab Dienstag gehen 1,7 Millionen junge Bayern zur Schule

Die einen können es kaum erwarten, die anderen trauern der Freiheit der Sommerferien hinterher: Am Dienstag geht im Freistaat wieder die Schule los. Für 132 700 Erstklässler beginnt damit ein neuer Lebensabschnitt. Doch nicht nur sie sind neu im System Schule

Sechs Wochen Sommerferien liegen hinter ihnen, am Dienstag geht es wieder los mit Deutsch, Mathe und Kunst: 1,702 Millionen Kinder und Jugendliche in Bayern drücken ab Dienstag wieder die Schulbank. Unter ihnen sind 132 700 Erstklässlerinnen und Erstklässler - ein Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sieht die Schulen gut vorbereitet: Die Unterrichtsversorgung sei gesichert. Allerdings räumte der Minister auch ein: "Wir haben so viele Lehrerinnen und Lehrer wie noch nie, aber auch so viele Herausforderungen wie noch nie."

Allein die Tatsache, dass in diesem Schuljahr rund 26 000 Kinder und Jugendliche mehr unterrichtet werden müssen als im Vorjahr, erfordert zahlreiche zusätzliche Lehrkräfte. Vor allem an den Grund- und Mittelschulen ist der Bedarf groß - dabei war dort der Lehrermangel bereits zuvor am größten.

Rund 30.000 geflüchtete Kinder

Grund für die um insgesamt 1,9 Prozent gestiegenen Schülerzahlen sind zum einen die gestiegenen Geburtenzahlen im Freistaat. Aber auch die zahlreichen Kinder und Jugendlichen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet sind, schlagen sich in der Statistik nieder. Inzwischen liegt ihre Zahl relativ stabil bei rund 30 000 - so viele wie ein kompletter Abiturjahrgang. "Das ist schon wuchtig", sagte Piazolo.

Die jüngeren von ihnen bekommen sofort ein "Sprachbad" in den Regelklassen der Grundschulen, während die älteren zunächst in Willkommensklassen Deutsch pauken. Ungefähr ein Drittel von diesen könne aber im neuen Schuljahr schon in Regelklassen der weiterführenden Schulen weiterlernen, berichtete Piazolo. Darüber hinaus gibt es mit Integration, Inklusion und Ganztag mehrere weitere Großbaustellen für das Schulsystem.

In Summe wurden für das neue Schuljahr etwa 3700 neue Lehrkräfte auf Planstellen eingestellt; hinzu kommen noch Vertragskräfte. Es werde immer schwieriger, Personal zu gewinnen, räumte Piazolo ein. Dies werde auch in Zukunft eine große Aufgabe bleiben: "Der Lehrermangel ist nicht nur ein Thema für ein Schuljahr."

Empfehlung: Gesundes Frühstück und Zwischenmahlzeiten

Den Schülerinnen und Schülern wünschte der Minister ebenso wie den Lehrkräften einen guten Start ins neue Schuljahr. Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit empfahl derweil, mit einem gesunden Frühstück und vollwertigen Zwischenmahlzeiten sowie ungesüßten Getränken während des Schultages den Spaß am Lernen zu erhalten. Auch solle sich der Nachwuchs rund eineinhalb Stunden am Tag bewegen. "Das lange Stillsitzen in der Schule ist nicht nur für Erstklässlerinnen und Erstklässler ungewohnt, es steht auch im Widerspruch zum Bewegungsdrang von Kindern und Jugendlichen."

Zugleich raten diverse Verbände, die Schülerinnen und Schüler nicht mit dem Elterntaxi zur Schule zu fahren, um keine gefährlichen Situationen vor den Schulen zu provozieren und zugleich die Eigenständigkeit der Kinder zu fördern. Gerade für Jüngere, die sich im Straßenverkehr noch leicht ablenken ließen, hätten sich "Laufbusse" bewährt, bei denen sich die Kinder an zuvor festgelegten "Haltestellen" treffen, um gemeinsam zur Schule zu gehen. (Elke Richter, dpa)

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