Politik

16.08.2024

Holz als Energieträger: Chaotisches Umweltbundesamt

Ein Kommentar von Ralph Schweinfurth

Das Umweltbundesamt (UBA) entwickelt sich zunehmend zur Chaosbehörde. Anfang des Jahres ging es los: Die Geschäftsführer von sechs Verbänden der deutschen Biokraftstoffwirtschaft rügten die Bewertung des UBA zur Umweltverträglichkeit von Biokraftstoffen und die zugrunde liegende Methodik in einem offenen Brief an UBA-Präsident Dirk Messner. Im Juni dann stand das UBA massiv in der Kritik, weil es in China Klimaschutzmaßnahmen zertifiziert hat, die es gar nicht gibt. Und jetzt muss Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) par ordre du mufti dem UBA Einhalt gebieten bei der CO2-Bepreisung von Holzenergie. Dieser sollte über das Online-Beratungstool „CO2-Rechner“ des UBA der Boden bereitet werden – was Habeck nun gestoppt hat.

Hätte Habecks Haus nicht eingegriffen, wären mehr als eine Million private und kommunale Betreiber von Pellet- und Holzzentralheizungen, Nahwärmenetzen und Kraftwerken finanziell empfindlich getroffen worden. Holz sollte jetzt plötzlich als Klimaschädling dargestellt werden. Basis für die neue Sichtweise war eine sehr dünne Studie, die das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg im Auftrag des UBA erstellt hat. Weil besagte Studie nicht die üblichen wissenschaftlichen Standards erfüllt, flammte heftige Kritik auf. Zu Recht.

Warum wird nicht mit den Verbänden geredet?

So kann man keine Bundesbehörde leiten. Nicht nur in der Sache, auch im Stil lässt Behördenpräsident Messner Kompetenz vermissen. So war er angeblich nicht mal bereit, mit Vertreter*innen der Holz- und Heizungsindustrie über die neue Sicht zu sprechen. Ein Gespräch wegen des umstrittenen CO2-Rechners sei aus terminlichen Gründen in diesem Jahr nicht mehr möglich. Was ist das bitte für ein Vorgehen, wenn mit zentralen Verbänden vor einer so weitreichenden Entscheidung nicht geredet wird?

Es drängt sich der Eindruck auf, dass mit irgendwelchen Tricks die Wärmepumpe als einzig klimaverträgliche Heizungsart in Deutschland durchgesetzt werden soll. Denn der Absatz von Wärmepumpen bleibt hinter den Hoffnungen der Grünen weit zurück. Statt immer wieder zu versuchen, die Bevölkerung zwangszubeglücken, sollte die Ampel einfach ihre Politik ändern.

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