Politik

23.08.2024

Immer mehr Messerattacken: Die Täter klar benennen

Ein Kommentar von Tobias Lill

In Berlin verletzt ein Mann einen 34-Jährigen mit einer Klinge so schwer am Hals, dass dieser stirbt. In Gelsenkirchen will eine Frau nur den Müll raustragen – und wird erstochen. In Landsberg wird eine junge Mutter mit über 30 Messerstichen regelrecht hingerichtet. Seit 2021 wird die Zahl der Messerattacken bundesweit in der Kriminalstatistik erfasst. Erschreckenderweise stieg die Zahl der angezeigten Messerangriffe innerhalb von nur zwei Jahren um mehr als ein Drittel auf über 13.800 im Jahr 2023.

Oft wird das Messer wegen Nichtigkeiten gezückt. In Berlin erstach ein Mann einen 37-Jährigen, weil sich beide um eine Parklücke stritten. Junge Menschen tragen häufiger Messer – manche, weil sie cool sein wollen, andere, um sich vor anderen Messerträgern zu schützen. Gemeinsam ist vielen von ihnen, dass sie bereit sind, die Klingen tatsächlich zu zücken, warnen Kriminaler. Dass Bundesinnenministerin Nancy Faeser ein Verbot des Tragens von Messern fordert, deren Klingen länger sind als 6 Zentimeter, ist ein erster Schritt. Polizeigewerkschafter Rainer Wendt warnt allerdings, dass Strafandrohungen oder die Definition von Klingenlängen Kriminellen völlig egal seien. Ein bis auf Ausnahmen für bestimmte Berufe am besten komplettes Messerverbot in der Öffentlichkeit kann deshalb nur funktionieren, wenn die Polizei genug Kapazitäten für Kontrollen hat. Doch gerade an Haupttatorten wie Bahnhöfen ist die Polizei chronisch unterbesetzt.

Um die Messergewalt einzudämmen, ist zudem eine ehrliche Debatte über die Herkunft der Täter wichtig. Berlins Polizeipräsidentin spitzte jüngst zu, die Messergewalt in Berlin sei „jung, männlich und hat einen nicht-deutschen Hintergrund“. Statistiken zufolge sind Ausländer unter Messerstechern bundesweit deutlich überrepräsentiert. Meistens hätten sie „eine arabische und nordafrikanische Herkunft“, so Wendt. Viele Grüne und SPDler tun sich jedoch schwer, einzugestehen, dass manche Flüchtlinge ein toxisches Männlichkeitsbild haben, wenn sie aus von Gewalt und Patriarchat geprägten Ländern kommen. In der Schule oder in Integrationskursen muss klar benannt werden: Ein Messer zu tragen ist nicht männlich, sondern dämlich und gefährlich. Und: Messerstecher müssen abgeschoben werden – auch in Krisengebiete. Denn vor Gewalt scheinen sie sich nicht zu fürchten.

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