Politik

Die 14 Jahre alte Lilli hat auf einem Laptop die Lernplattform "mebis" für bayerische Schulen geöffnet. Mit dieser Anwendung können Kinder auch bei Schulschließungen digital unterrichtet werden. (Foto: Stefan Puchner/dpa)

20.03.2020

Video-Botschaften für die Kids

Die Schulen reagieren unter anderem mit digitalen Lernplattformen auf die Corona-Krise – das klappt nicht überall

Schulschließungen gibt es in Bayern immer mal wieder. Mal ist es ein Sturm, mal meterhoher Schneefall. Meist sind davon nur ein paar Landkreise betroffen und der Spuk ist nach ein paar Tagen vorbei. Seit das Corona-Virus auch den Freistaat als Geisel genommen hat, sind alle bayerischen Schulen dicht. Vorerst bis zum Ende der Osterferien am 19. April.

Die Lehrkräftebemühen sich, eine Art Fernunterricht über das Internet aufzuziehen. An den Grundschulen werden die Schüler zumeist über E-Mail-Ketten mit Wochenplänen versorgt, deren Aufgaben Tag für Tag im besten Fall unter Anleitung der Eltern abgearbeitet werden sollen. Ähnlich funktioniert es an den weiterführenden Schulen. Hier stellen die Fachlehrer zum Teil ganze Unterrichtseinheiten mit Erklärungen, Aufgaben und Übungen ins Netz. Manch einer wendet sich gar mit Video-Botschaften an seine Schüler, in denen der neue Stoff erläutert wird.

Alles steht und fällt aber mit einer funktionierenden digitalen Infrastruktur. Dass die vor allem in ländlichen Regionen nicht überall die beste ist, gilt als Binse. Als Schwachstelle erweist sich zudem die vom Kultusministerium betriebene Lernplattform Mebis, die für den aktuellen Ansturm an Nutzern nicht ausgelegt ist. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hat zwar eine Ausweitung der Server-Kapazitäten veranlasst, im Praxisbetrieb stockt die Datenübertragung trotzdem vielfach. Gleich zum Start am vergangenen Montag hat zudem ein Hacker-Angriff das Portal lahm gelegt. Einige Klassen sind inzwischen dazu übergegangen, dass nur ein Schüler sein Glück auf Mebis versucht und die dort ergatterten Materialien per E-Mail an die Mitschüler weiterleitet.

ARD-alpha sendet Lernformate

Das Kultusministerium bespielt in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk (BR) noch einen zweiten Kanal. Montags bis freitags sendet der federführend vom BR betriebene Bildungskanal ARD-alpha ausgesuchte Lernformate, die zeitlich unabhängig in der BR-Mediathek aufgerufen werden können. Nach Angaben Piazolos stellt die Programmierung sicher, dass für jede Jahrgangsstufe in Mittelschulen, Realschulen, Gymnasien und anderen weiterführenden Schularten zumindest einmal täglich alle wichtigen Fächergruppen berücksichtigt sind. Problem dieses linearen Angebots ist aber, dass nicht alle Schulen bei der Stoffvermittlung an der selben Stelle sind.

Am härtesten treffen die geschlossenen Schultüren die Schüler, die demnächst ihre Abschlussprüfungen ablegen. Die Abiturienten zum Beispiel stecken gerade in der heißen Phase der Prüfungsvorbereitung. Piazolo hat deshalb beschlossen, den Start der Abiturprüfungen vom 30. April auf den 20. Mai zu verschieben. Der letzte Prüfungstag wäre nun der 26. Juni. Aufgrund der dynamischen Entwicklungen in der Corona-Krise könnten aber, so schränkte Piazolo ein, „weitere Veränderungen im Ablauf der Abiturprüfung 2020 nicht ausgeschlossen werden“. (Jürgen Umlauft)

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