Politik

Horst Seehofer und seine Vertraute: Staatskanzlei-Amtschefin Karolina Gernbauer. Bayerns einflussreichste Beamtin wird jetzt Staatsrätin, ein neuer Titel im Freistaat. (Foto: dpa)

07.08.2015

Wo der Vorvorgänger zauderte

Seehofer schafft den Titel Staatsrat – das wollte schon Stoiber

Staatsrätin: Diesen Titel hat in Bayern bislang keiner. Tragen wird ihn künftig Karolina Gernbauer, Amtschefin in Horst Seehofers Staatskanzlei. Ihre Aufgaben bleiben zwar die gleichen, sie verdient aber rund 1400 Euro mehr, monatlich also insgesamt rund 12 000 Euro. Damit schließt die 52-jährige Top-Juristin einkommensmäßig auf zu ihren Amtskollegen der anderen deutschen Staatskanzleien, die allesamt entweder Staatssekretäre sind oder sogar Minister – wie etwa in Thüringen, Sachsen und Hessen.

Bayerns Staatskanzlei-Amtschef hat im Ländervergleich den schlechtesten Status


Den Titel Staatsrat wollte nach 2003 bereits Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber schaffen, für seinen Staatskanzleichef Walter Schön. Was beim Berliner Amtschef der bayerischen Vertretung, Martin Neumeyer, vermutlich Neid ausgelöst hätte. „Stoiber wollte sich Neumeyer damals nicht erklären“, sagt ein Top-Beamter. Deshalb verfolgte Stoiber die Idee dann doch nicht weiter.
Für die Schaffung der Gehaltsgruppe B 10 für Staatsräte muss Bayerns Haushaltsgesetz geändert werden. Dass sich keiner darüber erregt, liegt wohl daran, dass Gernbauer selbst in der Lästereien nicht abgeneigten Verwaltung einen super Ruf besitzt. „Die ist unglaublich fleißig und blitzgescheit“, so ein Ministerialer. „Und sie ist auf dem Boden geblieben.“
In den Ministerien spekuliert man derweil darüber, dass Gernbauers Karrieresprung auch ihr Fortkommen in der Post-Seehofer-Ära sichern könnte: Denn sollte dessen Nachfolger tatsächlich einen anderen Amtschef wünschen, könnte die B10-Frau Gernbauer in kein bayerisches Ministerium hinaufbefördert werden – in ein Berliner Ministerium aber sehr wohl. (Waltraud Taschner)

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Kommentare (2)

  1. Wähler am 12.08.2015
    ".... Deshalb verfolgte Stoiber die Idee dann doch nicht weiter. ....."

    Auch ein Grund, warum der öffentliche Dienst die Partei bei den
    Wahlen nicht mehr gewählt und damit abgestraft hat!

    Die Zukunft sieht, wegen der Asylpolitik, fur die CSU in Bayern nicht
    rosig aus.
  2. Peter am 13.08.2015
    Nach Vitamin B10 kommt Vitamin B11!!!

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