Wirtschaft

Fernseher kosteten im Oktober 10,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Auch Smartphones und Laptops wurden günstiger, doch nicht alle Techniktrends folgen diesem Muster. (Foto: dpa/Julian Stratenschulte)

18.11.2025

Fernseher und Smartphones vor Weihnachten deutlich billiger

Lebensmittel, Reisen und Dienstleistungen bleiben aber teuer

Während viele Lebensmittel erheblich teurer sind als vor der Corona-Pandemie, sind laut Statistischem Bundesamt die Preise für wichtige Produkte der Unterhaltungselektronik deutlich gesunken. So waren Fernseher im Oktober 10,6 Prozent günstiger zu haben als ein Jahr zuvor. Auch tragbare Computer (-5,5 Prozent), Kameras (-4,9 Prozent) oder Smartphones ohne Vertrag (-4,0 Prozent) waren billiger als im Oktober 2024.

Teurer wurden hingegen E-Book-Reader sowie Smartwatches, Fitnessbänder und ähnliche Geräte. Sie legten in der Jahresfrist um 2,0 beziehungsweise 2,7 Prozent zu. Sie erreichten damit ungefähr die allgemeine Teuerung von Waren und Dienstleistungen, die in diesem Zeitraum 2,3 Prozent betragen hat.

Das Statistikamt beobachtet auch langfristig sinkende Preise für Unterhaltungselektronik. So waren Fernseher im Jahr 2024 um 16,1 Prozent günstiger als im Jahr 2020. Bei Desktop-PCs betrug der Abschlag 11,1 Prozent und bei Mobiltelefonen ohne Vertrag noch 5,9 Prozent.

Teure Lebensmittel

Blickt man allerdings auf die Lebensmittel, so zeigt sich nur teilweise eine Entspannung. So hat sich das Leben in Deutschland im Oktober nicht mehr ganz so stark verteuert. Doch mit 2,3 Prozent hält sich die Inflation über der Zwei-Prozent-Marke, wie das Statistische Bundesamt frühere Daten bestätigte.

Günstiger als vor einem Jahr waren laut Destatis vor allem Speisefette und Speiseöle (-12,6 Prozent) sowie Gemüse (-4,0 Prozent). So verbilligte sich Olivenöl um 22,7 Prozent, Butter um 16,0 Prozent und Kartoffeln um 12,6 Prozent.

Einige andere Nahrungsmittel waren jedoch auch spürbar teurer als ein Jahr zuvor - darunter Schokolade (+21,8 Prozent) oder Kaffee (+21,3 Prozent). Auch für Fleisch und Fleischwaren (+4,3 Prozent) sowie Obst (+3,1 Prozent) fiel die Preiserhöhung deutlich aus.

Da kommt die Ankündigung der großen Discounter gerade recht. Sie wollen ab kommenden Montag dem "Handelsblatt" zufolge die Preise für Milchprodukte senken. So kosten dann 250 Gramm der günstigsten Markenbutter bei Aldi und Lidl nun 1,29 Euro nach zuvor 1,39 Euro. Frischmilch mit 3,5 Prozent Fettgehalt wird für 0,95 Euro angeboten, zuvor musste man 1,09 Euro zahlen. Bei Kondensmilch wird es kleinere Preisunterschiede zwischen den Anbietern geben.

Teurere Reisen und Dienstleistungen

Überdurchschnittlich teurer als ein Jahr zuvor waren abermals Dienstleistungen, zu denen Reisen und Autoreparaturen zählen. Hier die stiegen die Preise um 3,5 Prozent. Deutlich teurer wurden unter anderem Personenbeförderung (+11,4 Prozent) und Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+8,0 Prozent). Auch für Dienstleistungen etwa in Krankenhäusern wurden deutlich höhere Preise aufgerufen als ein Jahr zuvor. Die Nettokaltmieten stiegen im Schnitt um 2,0 Prozent. 

Etwas Entspannung gibt es auch bei den Energiepreisen: Kraftstoffe, Strom und Gas waren dem Bundesamt zufolge im Oktober sogar 0,9 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Die Kerninflation ohne die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie verharrte im Oktober jedoch bei 2,8 Prozent.

Große Teuerungswelle ausgelaufen

Nach Einschätzung von Volkswirten müssen sich Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland vorerst mit Teuerungsraten oberhalb der Zwei-Prozent-Marke abfinden. Bei mittelfristig 2,0 Prozent Inflation sieht die Europäische Zentralbank (EZB) für den gesamten Euroraum ihre wichtigste Aufgabe erfüllt, für stabile Preise und damit einen stabilen Euro zu sorgen.

Zumindest die große Teuerungswelle, die Deutschland nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine erfasst hatte, ist ausgelaufen. Im Oktober 2022 war die Inflation hierzulande auf fast neun Prozent geschnellt.
(dpa, rs)

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